Klimagasinventur

CO2-Bilanz 2019 – Erstmals deutliche Klimagasminderung erreicht

Zu den zentralen Handlungsfeldern einer nachhaltigen Entwicklung gehören wirksame Vorsorgemaßnahmen zum Schutz des Klimas. Aus diesem Grund hat der Landtag Brandenburg im Dezember 2003 den Auftrag für die Entwicklung eines integrierten Klimaschutzmanagements erteilt und im Juli 2008 den landespolitischen "Maßnahmenkatalog zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels" verabschiedet.

Durch menschliche Aktivitäten nahm die bodennahe mittlere globale Lufttemperatur über die letzten 60 Jahre in der Region Brandenburg-Berlin um 1 Grad zu. Der globale Meeresspiegel erhöhte sich zeitgleich um 10 bis 25 Zentimeter. Die Hauptursache liegt in der Verbrennung fossiler Energieträger mit der Emission von Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2). Mit einer Verweildauer in der Atmosphäre von etwa 100 Jahren ist CO2 weltweit mit 50 Prozent, im Land Brandenburg sogar mit 95 Prozent an den anthropogenen Treibhausgasemissionen der auf der 3. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention in Kyoto festgelegten Treibhausgase beteiligt.

Die Verantwortung des Landes Brandenburg vor allem bei der CO2-Minderung ist durch den maßgeblichen Anteil der Braunkohle mit ihrem hohen CO 2-Potenzial an der Stromerzeugung für den Eigenbedarf des Landes und die Versorgung anderer Bundesländer und Nachbarstaaten sowie die noch bestehenden Effizienzdefizite der Energiebereitstellung und -nutzung gegeben.

Braunkohle emittiert mit 0,40 Kilogramm/Kilowattstunde (kg/kWh) Brennstoffeinsatz bedeutend mehr Kohlendioxid als Erdgas (0,20 kg/kWh), Heizöl (0,26 kg/kWh) oder Steinkohle (0,33 kg/kWh). Die Landesregierung hat sich dafür ausgesprochen, an der Stromerzeugung aus Braunkohle, festzuhalten und damit zum gesamtdeutschen Strommix beizutragen. Daneben bilden die rationelle Energieverwendung sowie der umfassende Ausbau der Erneuerbarer Energien und der Energienetze die prioritären Handlungsschwerpunkte der "Energiestrategie 2030". Das klimapolitische Ziel der Landesregierung ist 2012 mit der "Energiestrategie 2030" neu gefasst worden und hat eine Absenkung der energiebedingten CO2-Emissionen auf 25 Millionen Tonnen für 2030 zum Ziel. Die neu gebildete Landesregierung hat diese Zielstellung mit dem Koalitionsvertrag übernommen.

2019 wurden im Land Brandenburg nach ersten Hochrechnungen energiebedingt 53,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr emittiert. Erstmals seit der Wirtschaftskrise 2009 ist damit der Emissionswert deutlich gesunken. Dies liegt an der Teilstillegung des Kraftwerkes Jänschwalde. Die Kraftwerksblöcke F und E wurden am 1. Oktober 2018 beziehungsweise 2019 für jeweils vier Jahre in die kalte Reserve (die sogenannte Sicherheitsbereitschaft) überführt. Danach sollen sie komplett abgeschalten werden. Dies basiert auf Basis einer Festlegung im Energiewirtschaftsgesetz von 2015. Die LEAG (gemeinsame Marke der Lausitz Energie Verwaltungs GmbH, Lausitz Energie Bergbau AG (kurz LE-B) und der Lausitz Energie Kraftwerke AG (kurz LE-K)) wird im Gegenzug vom Bund mit mehr als 0,5 Milliarden Euro entschädigt.

Werden die Beschlüsse und Empfehlungen der Kommission "Wirtschaft, Strukturwandel und Beschäftigung" – genannt Kohlekommission - vom Januar 2019 umgesetzt, erfolgt die Komplettstilllegung der Kohlekraftwerke schrittweise in den nächsten 10-15 Jahren. Damit bleibt das Ziel der Landesregierung, die Minderung der energiebedingten CO2-Emissionen auf 25  Millionen Tonnen bis 2030 zu senken, weiterhin möglich, da mit dem Kohleausstieg insgesamt 36 Millionen Tonnen CO2-Minderung verbunden sind.

Eine ausführliche Klimagasinventur wird im Laufe des Jahres 2020 erstellt.


Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Technischer Umweltschutz 1
Referat T 14 - Klimaschutz,
Luftqualität, Nachhaltigkeit
Carsten Linke
Tel.: 033201/ 442-322
E-Mail: Carsten Linke