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Fachinformationssystem Altlasten

Das Fachinformationssystem Altlasten ist ein Programmsystem zur einheitlichen Erfassung, Verwaltung und Auswertung von Daten zu altlastverdächtigen Flächen, Altlasten, Verdachtsflächen und stofflichen schädlichen Bodenveränderungen, das entsprechend den gesetzlichen Grundlagen im Landesamt für Umwelt Brandenburg geführt wird.

Gesetzliche Grundlagen

  • Gesetz zum Schutz des Bodens (BBodSchG) vom 17. März 1998
  • Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) vom 12. Juli 1999
  • Brandenburgisches Abfallgesetz (BbgAbfG) vom 6. Juni 1997
  • Runderlass des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg (heute MLUL) zur Übermittlung von Daten durch die unteren Abfallwirtschaftsbehörden vom 1. März 1993

Hauptkomponenten des Fachinformationssystem Altlasten sind:

Altlastenkataster (ALKAT)

Mit der Software ALKAT werden Daten zu altlastverdächtigen Flächen, Altlasten, Verdachtsflächen und stofflichen schädlichen Bodenveränderungen durch die unteren Bodenschutzbehörden erfasst und vierteljährlich an das Landesumweltamt übermittelt.

Erfasst werden

  • Allgemeine Angaben zum Standort,
  • Angaben zu abgelagerten Abfällen/ eingetragenen Schadstoffen,
  • Planerische Vorgaben zur Flächennutzung,
  • Ausbreitungsmöglichkeiten der Schadstoffe und
  • Angaben zur Sanierung.

Im Rahmen der Berichtspflicht des Landesumweltamtes gegenüber der Landesregierung, dem Bund und der EU werden vom Landesumweltamt jährliche Statistiken erarbeitet.

Geografisches Informationssystem (ISALView)

Bei dem Modul ISALView handelt es sich um eine ArcView- Applikation, mit der eine Visualisierung der im ALKAT erfassten Flächen sowie eine geografische Auswertung der Daten ermöglicht wird.

Bewertungssystem (BWS)

Das Modul Bewertung dient der Einzelfall- sowie der vergleichenden Bewertung und ermöglicht eine Prioritätensetzung der im ALKAT gespeicherten Flächen.

Methodik der Erfassung

Im Land Brandenburg werden auf der Grundlage des Brandenburgischen Abfallgesetzes (§ 37 Abs. 1 und 2) in Verbindung mit dem Runderlass des MUNR A4-60830 vom 01. Mai 1993 die von den unteren Bodenschutzbehörden ermittelten Daten, Tatsachen und Erkenntnisse zu altlastverdächtigen Flächen und Altlasten landesweit einheitlich in einem Altlastenkataster erfasst. Dazu wurde den Landkreisen/ kreisfreien Städten die Software "ALKAT" kostenfrei vom Land zur Verfügung gestellt.

Die behördliche Erfassung beinhaltet

  • die Durchführung umfassender Erhebungen zu altlastverdächtigen Flächen
  • einzelfallbezogene historische Recherchen
  • das Führen und Fortschreiben von Katastern und Dateien über die altlastverdächtigen Flächen/Altlasten
  • die Darstellung der erfassten Flächen in Karten.

Den Erhebungen sowie der gesamten Erfassung liegen vor allem folgende Zielrichtungen zugrunde:

  • die Feststellung und Lokalisierung möglichst aller im jeweiligen Zuständigkeitsbereich gelegener Verdachtsflächen, die Sammlung eines Bestandes an grundlegenden Daten über diese Flächen (flächendeckende Erhebungen) sowie deren Aufbereitung und Dokumentation
  • gezielte Detailerhebungen und -aufzeichnungen (historische Recherche) als Vorarbeit für die Gefahrenermittlung und -abwehr im Einzelfall (standortbezogene Erhebungen)
  • Datenerhebung über durchgeführte Sanierungs-/Gefahrenabwehrmaßnahmen.

Die Daten werden in regelmäßigen Abständen an das Landesumweltamt übermittelt und dort zentral im Fachinformationssystem Altlasten (FIS Altlasten) gespeichert.

Im Zusammenhang mit der Überarbeitung des Fachdatenmodells zur Umsetzung der Anforderungen des Bundes- Bodenschutzgesetztes und der -Verordnung wurden die früheren Erfassungsbögen angepasst. In den neuen Erfassungskatalogen sind Art und Umfang der zu erfassenden Daten, Tatsachen und Erkenntnisse zu den Einzelflächen, wie z.B. allgemeine Standortangaben, Informationen zu vorhandenen Gutachten, Analysenergebnissen und Grundwassermessstellen abgebildet.

Die Kataloge unterteilen sich in:

  • einen Erfassungskatalog für Altablagerungen und Altstandorte (AA/AS),
  • einen Erfassungskatalog für stoffliche schädliche Bodenveränderungen (SSBV) und
  • einen Erfassungskatalog für noch nicht zuordenbare Flächen

sowie in Zusatzkataloge für:

  • Altlastverdächtige Flächen und Altlasten, die der "Haftungsfreistellung" unterliegen,
  • Altlastverdächtige Flächen und Altlasten auf ehemaligen WGT-Flächen,
  • Rüstungsaltlastverdachtsstandorte und Rüstungsaltlasten.

Für den Fall, dass im Rahmen der Ersterfassung einer Fläche aufgrund der geringen Datenlage eine eindeutige Zuordnung zu einer Kategorie (altlastverdächtige Fläche oder stoffliche schädliche Bodenveränderung) noch nicht möglich ist, kann für diese der Erfassungskatalog für sogenannte "noch nicht zuordenbare Flächen" verwendet werden. Bei der weiteren Vervollständigung der Erkenntnislage, ist eine spätere Einstufung als altlastverdächtige Fläche oder stoffliche schädliche Bodenveränderung unbedingt vorzunehmen.

Eine Entscheidungshilfe bietet im Rahmen der Ersterfassung Unterstützung bei der Festlegung der Erfassungskategorie im Fachinformationssystem Altlasten.

Auskünfte aus dem Altlastenkataster

Auskünfte aus dem Altlastenkataster sind bei den jeweiligen zuständigen unteren Bodenschutzbehörden der Landkreise/kreisfreien Städte zu erhalten. Bei kreisübergreifenden Anfragen ist diese an das Landesamt (LfU), Referat Altlasten zu richten. Je nach Umfang der Auskunft, kann diese gebührenpflichtig sein.

Letzte Aktualisierung: 22.01.2019

Übersicht



Hinweis zum ALKAT

Bitte beachten Sie:

Auskünfte aus dem Altlastenkataster sind bei den jeweiligen zuständigen
unteren Bodenschutzbehörden der Landkreise/kreisfreien Städte zu erhalten.