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Verwaltung und Service

Bewertung von Bodenfunktionen

In der Handlungsanleitung "Anforderungen des Bodenschutzes bei Planungs- und Zulassungsverfahren im Land Brandenburg" wird die Bewertung von Bodenfunktionen nach folgendem Prinzip vorgenommen:


Lebensraumfunktionen
 
Offenland 
  1. Biotopentwicklungspotenzial als Extremstandort:
     
    Böden mit geringer Bodenfruchtbarkeit werden hoch eingestuft. Ausnahmen bilden Niedermoor- und Auenstandorte, die in Abhängigkeit von Grundwasserständen und Überschwemmungsdynamik ein hohes Biotopentwicklungspotenzial besitzen können. Auch anthropogen geprägte Böden (z.B. Sandabbaustellen) können ein hohes Biotopentwicklungspotenzial besitzen (Trockenrasenvegetation).
     
  2. Natürliche Bodenfruchtbarkeit:
     
    Die Bewertung erfolgt auf Grundlage der Daten der Reichsbodenschätzung (Boden-/Grünlandgrundzahl) und wird den Bodenverhältnissen des Landes Brandenburg angepasst.
Waldböden Waldböden werden analog zum Offenland auf der Grundlage der Forstlichen Standortskartierung (Stammfruchtbarkeitsziffer) bewertet und ebenfalls den Bodenverhältnissen des Landes Brandenburg angepasst.
 
 
Regelungsfunktionen
 
Offenland
  1. Wasserspeicherkapazität
  2. Wasserdurchlässigkeit
  3. Nährstoffvorrat
  4. Bindungsvermögen für org./anorg. Schadstoffe
  5. Säurepuffer
Auf der Grundlage von Profilbeschreibungen der Musterstücke der Reichsbodenschätzung erfolgt eine Zuordnung zu den Klassenflächen der Reichsbodenschätzung und eine Anpassung auf die Bodenverhältnisse des Landes Brandenburg.
 
Waldböden Waldböden werden analog zum Offenland auf der Grundlage der Forstlichen Standortskartierung (Lokalbodenformen) bewertet und ebenfalls den Bodenverhältnissen des Landes Brandenburg angepasst.
 

Archivfunktionen
 
Gesamte Landesfläche
  1. Archive der Naturgeschichte
  2. Archive der Kulturgeschichte
  3. Referenzböden
Referenzböden sind als gesonderte Kategorie von 1. oder 2. zu verstehen, die der Einordnung und dem Vergleich von Böden und Bodeneigenschaften dienen und meist wissenschaftlich dokumentiert sind. 
Neben Dauerbeobachtungs- und Versuchsflächen sind auch die Musterstücke der Reichsbodenschätzung als Referenzböden zu betrachten. 
Die Auswahl der Archivböden erfolgt nach den Kriterien Naturnähe, Seltenheit, Alter, Flächengröße und Repräsentanz und führt zur Ausweisung von zwei Schutzprioritätsstufen.
Letzte Aktualisierung: 29.11.2016

Übersicht


Bodenfunktionen und Bewertungsverfahren


Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Wasserwirtschaft 1
Referat 15 - Altlasten, Bodenschutz Grundwassergüte
Tel.: 033201/ 442-663
E-Mail: W 15