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Brandenburger Haus- und Kleingärten

Brandenburger Haus- und Kleingärten

Haus- und insbesondere Kleingärten können beim vorliegen von Verdachtskriterien Flächen mit potentiellen Bodenbelastungen sein. So wurden früher Kleingärten insbesondere in Ballungsräumen häufig in Emittentennähe oder auf vorbelasteten Flächen, mitunter sogar auf Altdeponien angelegt. Oft wurden auch schadstoffbelastete Materialen zu Düngungs- bzw. Bodenverbesserungszwecken eingesetzt (z.B. Asche, Baggergut, div. Stäube und Schlämme).

Obst und Gemüse aus schadstoffbelasteten Gärten kann zu einer erheblichen gesundheitlichen Gefährdung des Menschen führen, da einige Schadstoffe hauptsächlich durch die Nahrung aufgenommen werden. Von Bedeutung für die Schadstoffaufnahme durch den Menschen sind bei Gärten die Transferpfade:

» Boden   » Nahrungspflanze   » Mensch
» Boden   » Mensch, insbesondere Kleinkinder (Direktpfad)
» Boden   » Futterpflanze   » Tier   » Mensch

Nährstoffversorgung der Gartenböden

Die pH-Werte der Gartenböden spiegeln eine gute Kalkversorgung im Mittel von 6,5 wider. Der Tongehalt ist mit im Mittel 2,3 Prozent allgemein niedrig. Der Gehalt an organischer Substanz ist durch die häufige und intensive Zufuhr von organischen Materialien, z.B. Kompost sowie durch den Verbleib von Ernte- und Wurzelrückständen im Mittel auf 4,1 Prozent angehoben. Im Vergleich dazu bewegt sich der Gehalt an organischer Substanz in Ackerböden bei 1 - 3 Prozent.

Im Mittel haben die untersuchten Böden sehr hohe Nährstoffgehalte. Der Gesamtstickstoffgehalt entspricht etwa dem von Ackerböden. Die Nährstoffversorgung mit P, K und Mg liegt deutlich über der landwirtschaftlich genutzter Böden.

Schadstoffe

Gartenböden weisen in der Regel höhere Gehalte an Schwermetallen, Arsen und an organischen Schadstoffen auf als landwirtschaftlich genutzte Böden (Hintergrundwerte) 

Obwohl im Mittel in den Böden der Haus- und Kleingärten im Vergleich zu landwirtschaftlich genutzten Ackerböden höhere Schadstoffgehalte ermittelt wurden, ist aus toxikologischer Sicht kein relevanter Transfer in die Nahrungskette zu erwarten. Dieser Sachverhalt wurde durch Pflanzenuntersuchungen bestätigt.

Belastungsmuster

Für die untersuchten Gartenböden wurde ein typisches "Grundbelastungsmuster" ermittelt. Insbesondere sind die Schwermetalle Zn, Cu, Pb, Hg, Cd, Cr, Ni und die organischen Schadstoffe PAK, PCDD/F, DDT/Isomere/Abbauprodukte angereichert. Die Vorsorgewerte der BBodSchV werden nur bei Hg, Zn und PAK überschritten. Spezifische Belastungsmuster anthropogenen Ursprungs wurden nur für Gärten auf ehemaligen Rieselfeldern und Deponien sowie bei Gärten, in welchen Materialien ein-/aufgebracht wurden (z.B. Baggergut) ermittelt.

Nutzungsempfehlungen

Gärten, die keine spezifischen Belastungen aufweisen können weiterhin nach "guter gärtnerischer Praxis" bewirtschaftet werden. Maßnahmen im Rahmen dieser Praxis sind u. a. nach CRÖßMANN (1995) :

  • bodenart- und nutzungsangepasste Bodenbearbeitung
  • bei Mangel Zufuhr organischer Substanz
  • bodenschonender Pflanzenartenwechsel 
  • bedarfsgerechte, ökologisch vertretbare Anwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln
  • Einsatz von schadstoffarmen Bodenverbesserungsmitteln und -hilfsstoffen zur Verbesserung des Filter-, Puffer- und Transformationsvermögens
  • kein Einsatz von belasteten Abfällen.

In belasteten Gärten sollten weitergehende Nutzungs- und Anbauempfehlungen beachtet werden. Diese hängen von der konkreten Belastungssituation ab. Folgende Hinweise sollten jedoch generell beachtet werden:

  • Aufkalkung der Böden bis zum optimalen pH-Wert
  • sorgfältige Reinigung der Pflanzen/-teile bei der Zubereitung durch gründliches Waschen. Schälen von Wurzel- und Knollengemüse. Kein Verzehr der äußeren Blätter bei Blattgemüse.
  • Vermeidung übermäßiger Verschmutzung der Pflanzen.
    Verschmutzungsgefährdet: Grünkohl, Wirsing, Blumenkohl/Brokkoli, Feldsalat, Spinat, Küchenkräuter, Erdbeere
  • Mulchen zur Verhinderung von Bodenanhaftung
  • Bodenüberdeckung/-austausch, Anlegen von Hochbeeten
  • Einsatz von Folien zur zeitweisen Abdeckung des Bodens
  • Heckenanpflanzung zum Schutz vor luftgetragenen Stäuben und Bodenpartikeln (Ablagerungen auf Pflanzen)
  • Einschränkung des Anbaus von Gemüsearten mit elementspezifisch hohem Transfer, hohem Blattanteil und großer Blattfläche.


Bei der Auswahl der anzubauenden Nutzpflanzen sollte deren Schadstoffanreicherungsvermögen berücksichtigt werden. So sollten auf belasteten Böden für Nahrungs- und Futterzwecke nur Pflanzen mit einem geringen Schadstoffanreicherungsvermögen angebaut werden.

Letzte Aktualisierung: 27.11.2012

Übersicht



Weitere Informationen


Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Wasserwirtschaft 1
Referat 15 - Altlasten, Bodenschutz Grundwassergüte
Tel.: 033201/ 442-663
E-Mail: W 15