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Oderhochwasser 1997

Hochwasserschutz: Jahrhundertflut an der Oder 1997

Oderhochwasser 1997 - Überflutung der Ziltendorfer Niederung (Florian Engels)Oderhochwasser 1997 - Überflutung der Ziltendorfer Niederung 250 Jahre nach Beginn der Melioration stand während des Sommerhochwassers 1997 das Schicksal des Oderbruchs auf Messers Schneide. Wertvolle Nutzflächen, historische Siedlungen und Baudenkmäler drohten unter einer Wasserfläche - größer als der Bodensee - zu verschwinden. Zwar wissen die Menschen im Odertal mit Hochwassern umzugehen, sie kennen aber auch die Gefahren des Hochwassers. So hatte das Hochwasser im Frühjahr 1997 weite Teile entlang des Oderstroms verwüstet. Dank des Einsatzes unzähliger Helfer konnte eine größere Katastrophe verhindert werden - die Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz, Haus und Hof von etwa 20.000 Menschen.

Das für den Deichbau in Brandenburg nach 1990 zuständige Landesamt für Umwelt hatte seine erste große Bewährungsprobe bei der Abwehr des Hochwassers zu bestehen. Der damalige Umweltminister des Landes – Matthias Platzeck – ging als „Deichgraf“ in die Geschichte ein.

Extremes Hochwasser in Polen und Tschechien

Anfang Juli 1997 verursacht das Tiefdruckgebiet „Zolska“ in den tschechischen und polnischen Gebirgsregionen sintflutartige Niederschläge, in deren Folge es zu weiträumigen, verheerenden Überschwemmungen in Tschechien und Polen kommt. Bis zu 586 Liter Regen pro Quadratmeter fallen über dem Atlasgebirge.

Am 8. Juli gibt das Landesumweltamt Brandenburg eine Hochwasserwarnung für den gesamten Grenzoderabschnitt heraus. 

In Tschechien und Polen sind am 10. Juli bereits weite Landesteile überflutet, tausende Menschen obdachlos und 39 Todesopfer zu beklagen. Präzise Vorhersagen aus Breslau sind nicht mehr möglich, da viele Messpegel weggespült wurden.

Der Hochwasserscheitel erreicht am 13. Juli Breslau und überflutet die Stadt.

Die Oderflut in Brandenburg

Vom Hochwassermeldezentrum im Landesumweltamt wurde am 14. Juli 1997 für alle vier betroffenen Landkreise und die Stadt Frankfurt (Oder) die Alarmstufe I ausgerufen.

Am 15. Juli werden im Grenzoderabschnitt im Raum Schwedt die Polder geflutet.

Die Flut erreicht Brandenburg am 17. Juli in Ratzdorf am Zusammenfluss von Oder und Neiße. Der Pegel steht mit 6,20 Meter fast 3,5 Meter über den langjährigen Sommerwerten. Weil ein weiterer Anstieg bevorsteht, werden die niedrigsten Deichstrecken vorsorglich erhöht.

Erneute starke Niederschläge verursachen vom 18. bis 21. Juli im oberen Odereinzugsgebiet eine zweite Hochwasserwelle. Der Regen weicht die Deiche auf. Der Wasserdruck beträgt sechs Tonnen je Quadratmeter. Insgesamt gibt es neben hunderten Sickerstellen zwölf große Schadstellen. Am Deich des Oder-Spree-Kanals in Eisenhüttenstadt kommt es zu Rissen der Deichkrone, die sich zu ausgedehnten Böschungsabrutschungen ausweiten. Sofortige Sicherheitsmaßnahmen mit Sandsäcken und Faschinen verhindern einen vollständigen Deichbruch. Die Evakuierung von Aurith und der Ernst-Thälmann-Siedlung beginnt. Im Oderbruch wird das Vieh in Sicherheit gebracht.

Deichbrüche bei Brieskow-Finkenheerd und Aurith

Infografik der Märkischen Oderzeitung ©MOZAm 23. Juli 1997 hält bei Brieskow-Finkenheerd der Damm dem Wasser nicht mehr stand. Der Deichfuß bricht auf einer Breite von anfangs 70 Meter. Versuche, die Deichlücke mit Sandsäcken und Betonteilen von Hubschraubern aus zu schließen, bleiben erfolglos. Durch die hohe Fließgeschwindigkeit aufgrund des Höhenunterschiedes zwischen Oder und der Ziltendorfer Niederung erweitert sich die Bruchstelle zusehends bis auf über 200 Meter. Die Niederung läuft von unten her voll. Die Deichverteidigungskräfte ziehen sich aus dem gefährdeten Bereich zurück, da die Gefahr droht, dass der Fluchtweg abgeschnitten wird.

Nur einen Tag später bricht etwa 9 Kilometer stromaufwärts der Deich bei Aurith. Damit ist die Überflutung der Ziltendorfer Niederung nicht mehr aufzuhalten. Weitere Evakuierungen sind die Folge. 

Bis zum 17. August 1997 strömt Oderwasser durch die Bruchstelle in die 5.500 Hektar große Ziltendorfer Niederung. Da aus diesem Gebiet bereits seit dem 22. Juli 1997 2.800 Menschen evakuiert wurden, waren glücklicherweise keine Menschenleben zu beklagen. 

In Ratzdorf blieb eine weitere erwartete Flutwelle aus. Dennoch erreichte der Pegel mit 6,88 Meter einen neuen Höchststand.

In Frankfurt erreichte am 27. Juli 1997 der Pegel mit 6,57 Meter erneut Rekordhöhe. Der schützende Sandsackdamm ist nur noch wenige Zentimeter höher. In der Ziltendorfer Senke laufen Öltanks aus. Soldaten bauen einen rückwärtigen Ruhedeich an der alten Oder aus. Die Bewohner des südlichen Oderbruchs bereiten sich ebenfalls auf die Evakuierung vor.

Einen Tag später wird in Ratzdorf der 800 Meter lange Zusatzdeich fertiggestellt.

Das "Wunder von Hohenwutzen"

Am 30./31.Juli scheint das Schicksal des Oderbruchs besiegelt zu sein. Nur noch auf zehn Prozent wird die Chance geschätzt, dass der Deich bei Hohenwutzen am Deichkilometer 70,4 bis 70,5 gehalten werden kann. Vorsorglich wird im nördlichen Oderbruch die Evakuierung von 6.500 Menschen angeordnet. Die Böschung des Deiches ist durch zwei Brüche zusammengestürzt. Auf 150 Meter Läge entstehen 6 bis 7 Meter tiefe und 25 Meter breite Löcher. 

In einem Dauereinsatz der Hilfsmannschaften kann der Deich gehalten werden. Das "Wunder von Hohenwutzen" wird zum Synonym für die erfolgreiche Deichverteidigung. Ununterbrochen bringen Hubschrauber tausende Sandsäcke zu den Soldaten, die diese Säcke in der Bruchstelle aufschichten. Von der Wasserseite wird der Deich von Tauchern mit Folien abgedeckt. Mit der erstmals in der Deichverteidigung angewandten Vakuumtechnik wird Wasser aus dem völlig durchnässten Deich gezogen. 

Stabilisierung der Situation

Im August bleiben die am meisten gefährdeten Deichabschnitte im Oderbruch unter Kontrolle. Da das Flussbett der Oder nur ein geringes Gefälle hat und auch Wasser aus den angeschwollenen Nebenflüssen nachdrückt, sinken die Pegel nur langsam. Es beginnen die Aufräumarbeiten in Ratzdorf. 

Die Bewohner des Oderbruchs dürfen am 9. August offiziell wieder in ihre Dörfer zurück. 

Am 10./11. August werden die Grenzübergänge nach Polen wieder geöffnet.

Beginn der Aufräumarbeiten 

Nach der unmittelbaren Gefahrenabwehr und -bekämpfung beteiligt sich die Bundeswehr vom 13. August bis in den Oktober 1997 hinein an Aufräumarbeiten und an weiteren wichtigen Bauleistungen für den Hochwasserschutz. Dazu gehören der Ausbau des sogenannten Schlafdeichs Glietzener Polder, der Bau der Brücke Brieskow-Finkenheerd, das Aufsetzen von Baustellensicherungsdämmen, das Wegräumen der Schwemmsande an der Deichbruchstelle Aurith, Abbau, Sammeln und Abtransport nicht mehr benötigter Sandsäcke, die Wiederherstellung der Wege in unmittelbarer Deichnähe - darunter 14.800 Quadratmeter Ausweichstellen für Deichverteidigungswege - sowie Aufräumarbeiten in der Ziltendorfer Niederung.

Wiederaufbau der Deichanlagen

Während die Bundeswehr die Aufräum- und Nachsicherungsarbeiten aufnimmt, beginnt das Landesumweltamt Brandenburg - nach der Aufhebung des Hochwasseralarms Mitte August, - den Wiederaufbau der zerstörten Deichabschnitte und die Instandsetzung der am stärksten beschädigten Deiche vorzubereiten. Nach schwierigen Bestandsaufnahmen und den erforderlichen technisch-planerischen Vorarbeiten werden noch im September 1997 an zwölf Deichbauvorhaben entlang des 170 Kilometer langen Brandenburger Oderabschnitts und an einigen Nebengewässern die Bauarbeiten begonnen. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich anfangs durch die Untergrundverhältnisse der aufgeweichten Deiche und zahlreiche Munitionsfunde aus dem zweiten Weltkrieg.

Zu den 12 Bauvorhaben gehören: 

  • die Bruchstellen am Hauptdeich bei Brieskow-Finkenheerd und bei Aurith,
  • drei Bruchstellen am Seedeich Brieskow-Finkenheerd,
  • mehrere Baustellen in der Ziltendorfer- und in der Neuzeller Niederung,
  • der Kanaldeich Eisenhüttenstadt, 
  • die Oderbruch-Baustellen Neuranft, Hohenwutzen, Zollbrücke und Reitwein,
  • der Querdeich Stützkow, 
  • der Lunow-Stolper Polder, 
  • die Sommerdeiche im Polder A/B.

Deichbauinstandsetzung bis Winter 1997 abgeschlossen

Bereits Mitte Oktober wurde bei Brieskow-Finkenheerd die erste Deichlücke geschlossen. Die letzten beiden Bauvorhaben am Kanaldeich Eisenhüttenstadt und am Hauptdeich bei Hohenwutzen können Ende November 1997 abgeschlossen werden. Innerhalb von drei Monaten wird an der Oder ein Deichbauprogramm umgesetzt, für das normalerweise mehrere Jahre benötigt werden. Durch eine optimale Kooperation aller Beteiligten, insbesondere Landesumweltamt, Planungsbüro und Bauunternehmen, mehrschichtiges Arbeiten auch an Samstagen und kurze Entscheidungswege gelingt es trotz der teilweise schwierigen Umstände den Deich in hohem Tempo bei zugleich hoher Qualität wieder herzustellen. Die neuen und instandgesetzten Deiche werden alle nach neuestem technischen Standard gebaut und erheblich verstärkt. 

Hochwasserbilanz

Überschwemmungsflächen im NLP Unteres Odertal (Florian Engels)Überschwemmungsflächen im NLP Unteres Odertal © Florian EngelsFazit des damaligen Umweltministers Platzeck: "Brandenburg ist mit einem blauen Auge davongekommen. Eine wirkliche Katastrophe konnte hier nur verhindert werden, weil am Oberlauf der Oder in Polen 650.000 Hektar überschwemmt waren. Ohne diese ungewollte Rückhaltung wäre der Pegelstand wesentlich höher angestiegen. Brandenburgs überschwemmungsgefährdete Gebiete hätten nicht die geringste Chance gehabt. Es rächt sich jetzt, dass die Retentionsflächen an der Oder in den letzten 100 Jahren von 380.000 Hektar um 80 Prozent auf etwa 75.000 Hektar zurückgegangen sind. Die Überschwemmungsflächen im Nationalpark haben ihre Bewährungsprobe mit Glanz bestanden. Im Unteren Odertal bestand die größte Gefahr dort, wo der Hauptdeich direkt an der Oder lag. Wo sich das Wasser ausbreiten konnte, gab es dagegen keine ernsthaften Probleme."

Die Hochwasserschäden belaufen sich auf etwa eine halbe Milliarde Euro. 

Die erfolgreiche Verteidigung der Deiche im Oderbruch, bei der - oft genug in letzter Minute - eine Katastrophe verhindert werden konnte, zeigt, dass ein Zusammenwirken von Bundeswehr, Bundesgrenzschutz, Polizei, Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und Behörden trotz unterschiedlicher Entscheidungsstrukturen effektiv funktionieren kann. Trotz des außergewöhnlichen Material-, Geräte- und Verkehrsaufkommens und der übergroßen physischen Belastung gab es bei den Hilfskräfte über mehrere Wochen hinweg keinen Unfall. Das Oderhochwasser war ein Lehrstück für eine erfolgreiche Katastrophenabwehr. 

Einsatzkräfte zur Hochwasserbekämpfung

Insgesamt 30.000 Soldaten waren vom 18. Juli bis zum 10. Oktober 1997 gegen das Oderhochwasser und seine Auswirkungen im bisher größten Einsatz der Bundeswehr beteiligt. In den größten Gefahrensituationen waren 10.000 Soldaten gleichzeitig eingesetzt. Zusammen mit dem Technischen Hilfswerk, der Polizei, dem Bundesgrenzschutz, den Feuerwehren, zivilen Hilfsorganisationen und der Bevölkerung wurden mehr als 8 Millionen Sandsäcke mit etwa 177.000 Tonnen Sand und Kies gefüllt. Ebenso wie 120.000 Faschinen wurden sie an Deichen und Schutzanlagen verbaut. Von Seiten der Bundeswehr waren mehr als 3.000 Fahrzeuge und Spezialmaschinen im Einsatz. Mehr als 50 Bundeswehr-Hubschrauber transportierten in über 2.700 Flugstunden rund 2.000 Personen und etwa 3.500 Tonnen Material. Die am Deich eingesetzten Soldaten kamen aus mehr als 70 Verbänden aus allen Regionen Deutschlands.

Aus dem Landesumweltamt Brandenburg waren 300 Mitarbeiter vor Ort, im Krisenstab des Innenministeriums und in den Hochwasserstützpunkten der Kreise im Einsatz. Der hohe Bedarf an Fachberatern hätte ohne Unterstützung von weiteren 100 Kräften aus anderen Bundesländern nicht abgesichert werden können.

Entscheidend für die erfolgreiche Hochwasserabwehr war auch die gute Zusammenarbeit mit den Deichläufern. Mit dem Ausrufen der Alarmstufe III waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Naturwacht aus dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und dem Nationalpark Unteres Odertal mit ihrer besonderen Ortskunde an mehreren Abschnitten der Oder zwischen Hohenwutzen und Gartz sowohl als Deichläufer, als auch bei der unmittelbaren Deichsicherung und an den Sandsackabfüllstellen über 20 Tage, 24 Stunden täglich eingesetzt. 

Neben den unmittelbar betroffenen Helfern aus der Region stellten sich viele freiwillige Katastrophenhelfer aus ganz Deutschland spontan und selbstlos zur Verfügung.

Spendenhilfe

Nach der Oderflut setzte eine Spendenflut ein. Insgesamt sind mehr als 50 Millionen € gespendet worden. Es erwies sich als besondere Herausforderung, die etwa 80 Spendenverwalter unter einen Hut zu bekommen, um eine gerechte Verteilung aus einem gemeinsamen Topf zu koordinieren. Das Land Brandenburg und der Bund reagierten mit Hilfsprogrammen auf die Flut.

Wasserbeschaffenheit

Die im Rahmen der ständigen Gewässerkontrolle im Landesumweltamt während des Sommerhochwassers 1997 durchgeführten Untersuchungen der Wasserbeschaffenheit der Grenzoder zeigen, dass es zu keinem Zeitpunkt eine drastische Gefährdung der gesamten Oder mit Wasserschadstoffen gab. Aufgrund des niedrigen Sauerstoffgehalts - ausgelöst durch den massiven Eintrag organischer Materie - konnte aber am Ende des Hochwassers ein Fischsterben nicht verhindert werden.

Die bakteriologische Belastung der Oder führte zu Nutzungseinschränkungen und Maßnahmen der Gesundheitsfürsorge. Durch die Überflutung weiterer Niederungsgebiete erhöhte sich einerseits die Anzahl der Belastungsquellen, andererseits traten in den überschwemmten Gebieten ideale Bedingungen zur Massenentwicklung von Keimen ein.

Bezüglich der organischen Spurenstoffe konnte bis auf einzelne Flussabschnitte keine brisante Gewässersituation im Hauptstrom registriert werden. Auffällig korrelierte das Konzentrationsverhalten einzelner Stoffgruppen an der Messstelle Frankfurt (Oder) mit dem Deichbruch und Auslaufen der Ziltendorfer Niederung. Einzelne Leckagen in den überfluteten Gebieten zeigten schon optisch eine Gefährdung an, richteten aber aufgrund der hohen Verdünnung in der Stromoder keine dauerhaften und nachhaltigen Schäden an.

Oderdeichbauprogramm

Das planmäßige Deichbauprogramm an der Oder wird fortgesetzt. Von den etwa 160 Kilometern Deich, die 1997 beim Oderhochwasser betroffen waren, sind zur Zeit 102 Kilometer saniert. Rund 125 Mio. € wurden dafür aufgebracht. Brandenburg erwartet die Fertigstellung der Deiche an der Oder bis 2006. Alle Deiche sind auf ein Hochwasser mit einer statistischen Wiederkehr von 200 Jahren dimensioniert. Dazu kommt noch ein Freibord von einem Meter, so dass Brandenburg in der Lage ist, bei entsprechender Erhöhung auch einem tausendjährigen Hochwasser zu widerstehen.

Allerdings sieht Brandenburg im Deichbau kein Allheilmittel, weil damit die Probleme häufig nur flussabwärts verlagert werden.

Hochwasserschutzprogramm

Sehr konkret sind derzeit auch die Planungen für neue Überflutungsflächen entlang der Oder, wo ein ambitioniertes Hochwasserschutzprogramm angelaufen ist. In der Planung sind weiterhin Flächen im Landkreis Oder-Spree bei Neuzelle und bei Aurith. Nicht zu vergessen sind die Projekte im Nationalpark Unteres Odertal, wo mit der Rücknahme der Bewirtschaftung eine zusätzliche Überflutungsfläche geschaffen wird. Außerdem konzentriert sich Brandenburg an der Oder in den internationalen Gremien, insbesondere in der Internationalen Kommission zum Schutz der Oder (IKSO) darauf, Retentionsräume am Oberlauf der Oder in Polen, da wo Retentionsräume zur Kappung des Hochwasserschutzes die optimale Wirkung erzeugen, zu schaffen. Das Agrar- und Umweltministerium arbeitet auch bilateral unmittelbar mit der polnischen Verwaltung an einer raumordnerischen Konzeption für eine Hochwasservorsorge, das heißt der Sicherung von potentiellen Retentionsflächen, in Polen.

Gemeinsam mit den Landwirten muss über eine Nutzung der Überflutungsgebiete nachgedacht werden. Eine Bewirtschaftung der Polder, Deiche und Deichvorländer als Grünland ist hier naheliegend und aus der Sicht des Hochwasserschutzes auch gewollt. So können Schafe dazu beitragen, die Grasdecke auf den Deichen zu verdichten.

  Aktuelle hydrologische Daten und Hochwasserinformationen vom Odereinzugsgebiet

"Flutzeichen"

Enthüllung des Flutzeichens am 15. August 1998 in Neuranft ©MUGVVom Landratsamt und dem Amt Barnim Oderbruch wurde ein künstlerischer Wettbewerb ausgeschrieben für ein Zeichen der Erinnerung an das Oderhochwasser und die  tausenden Helfer, die das Oderbruch vor dem Untergang bewahrten.

Aus 69 Bewerbungen wählte eine achtköpfige Jury unter Leitung des im Oderbruch ansässigen bekannten Bildhauers Professor Werner Stötzer den Entwurf des Denkmals "Balance der Kräfte" von Matthias Körner/Cottbus aus. Die Wettbewerbsentwürfe sind im Frühjahr 1998 auch im Europäischen Parlament in Brüssel ausgestellt worden.

Am 9. Mai 1998 erfolgte im Beisein des damaligen Brandenburgischen Umweltministers Matthias Platzeck, der auch die Schirmherrschaft für dieses Projekt übernommen hatte, die Grundsteinlegung.

Das "Flutzeichen" - bestehend aus neun Teilen - wurde in der Kunstgießerei Lauchhammer aus vier Tonnen Bronze gegossen und ist am 15. August 1998 in Neuranft enthüllt worden. Es erinnert an das großartige Gemeinschaftswerk aller Betroffenen, der Bundeswehr und aller Helfer und Hilfsorganisationen bei der Bekämpfung der Jahrhundertflut. Es ist eine Landmarke des Oderbruchs geworden und lädt den Besucher zum nachdenklichen Verweilen ein.

Letzte Aktualisierung: 17.08.2012