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Jahresbericht 2011 zur Überwachung der Luftqualität

Überwachung der Luftqualität – Jahresbericht 2011

Weiterhin erheblicher meteorologischer Einfluss auf die aktuelle Luftqualitätssituation in Brandenburg

Die Luftqualität in Brandenburg ist weiterhin gut, jedoch meteorologisch bedingt wie im Jahr 2010 etwas schlechter als in den Jahren 2007 bis 2009. Fasst man die wichtigsten gebietsbezogenen Immissionskenngrößen landesweit in einer griffigen Kennzahl, dem Luftverunreinigungsindex (orientiert am Maß der Grenzwert-Ausschöpfung), zusammen, so gab es im Berichtsjahr in Brandenburg keine wesentlichen Veränderungen im Vergleich zum vergangenen Jahrzehnt (Durchschnittswert 2001-2010: 0,40; 2011: 0,38).

Kontinuierliche Messungen an weiterhin 21 automatischen telemetrischen Dauermessstellen, darunter 5 verkehrsbezogene Messstellen, geben einen repräsentativen Überblick über die aktuelle Luftqualitätssituation im Land Brandenburg. Ergänzend wurden die Sonder-Immissionsmessungen im Umfeld größerer industrieller Emittenten sowie des im Aufbau befindlichen Flughafens Berlin-Brandenburg (BER) fortgesetzt.

Nicht nur länger anhaltende sommerliche Trockenheit und häufiger intensiver Sonnenschein beeinflussen über die intensivierte Ozonbildung die Luftqualität, sondern auch wiederholte winterliche kontinentale Luftströmungen aus Ost bis Südost. Diese sogenannten Ferntransport-Episoden führen neben austauscharmen Wetterlagen wie Hochdruckgebieten über der Region Berlin-Brandenburg immer wieder zu bemerkenswert erhöhten Feinstaubbelastungen in der Mark.

Neben zahlreichen gebietsbezogenen Befunden des brandenburgischen Luftgütemessnetzes, die für 2011 einen allerdings nur leichten Belastungsrückgang gegenüber dem lufthygienisch etwas ungünstigeren Vorjahr attestieren, blieben die zwei problematischen Luftreinhaltungsaspekte aus 2010 bestehen: Insbesondere in Ostbrandenburg gab es erneut eine weit verbreitete Überschreitung des (Feinstaub-)PM10-Kurzzeit-Grenzwertes und zum anderen wurde an den beiden verkehrsbezogenen Potsdamer Innenstadtmessstellen der Stickstoffdioxid-Jahresgrenzwert wieder überschritten.

Jahrelang sorgte die Cottbuser Bahnhofstraße regelmäßig für mehr als 35 PM10-Tagesmittelwerte > 50 µg/m3 pro Jahr. Das hatte eine umfangreiche verkehrstechnische Sanierung zur Folge, die Ende 2012 abgeschlossen wird. Im Berichtsjahr wurden nun an allen derzeit betriebenen sechs Verkehrsmessstellen (einschließlich der neuen Cottbuser Dauermessstelle Wilhelm-Külz-Straße), an den vier städtischen Hintergrund-Messstellen Cottbus, Eisenhüttenstadt, Elsterwerda und Frankfurt (Oder) sowie an den industriebezogenen Sondermessstellen Spremberg-Trattendorf und Vogelsang (Brieskow-Finkenheerd) ebenfalls mehr als die zulässigen 35 Tagesmittelwerte über 50 µg/m3 registriert - eine neue Rekordanzahl!

Die in einem Sonderkapitel vertieften Analysen des Landesamtes für Umwelt und die Zwischenergebnisse einer extern vergebenen Studie sprechen dafür, dass - wie 2010 - sehr häufige großräumige Luftmassenbewegungen (Ferntransport über mindestens 24 Stunden) aus Ost bis Südost, verbunden mit einer erheblich eingeschränkten Durchmischung der Schadstoffwolken und ergänzt durch winterliche austauscharme Wetterlagen über der Region Berlin-Brandenburg, für den deutlich überwiegenden Teil der Überschreitungstage verantwortlich sind. Dieser weitgehend meteorologisch bedingte Anteil erreichte rund 60 - 80 Prozent in den Städten (verkehrsfern) und den beiden außerhalb von Städten gelegenen industriebezogenen Messstellen.

Die in zahlreichen EU-Mitgliedsstaaten auftretenden, zum Teil sehr hohen Überschreitungen des ab 2010 verbindlichen Stickstoffdioxid-Jahresgrenzwertes von 40 µg/m3 werden in Brandenburg in dieser Form zwar nicht festgestellt, waren aber 2010 Anlass zu einem Antragsverfahren gegenüber der EU-Kommission, um die von der europäischen Luftqualitätsrichtlinie eingeräumte maximale Einhaltungsfrist bis 2015 genehmigt zu bekommen. Eine Antwort in diesem Notifizierungsverfahren steht bisher noch aus. Eine wesentliche Ursache dieser Entwicklung ist die fehlerhafte Anpassung der Kfz-Abgasnormen an die verschärften Immissionsgrenzwerte durch die EU selbst. Zu diesen und weiteren interessanten Themenkreisen finden sich detaillierte Ausführungen im aktuellen Bericht. Auf 44 Seiten mit Tabellen und Grafiken sind Daten, Untersuchungsergebnisse und Messreihen im Luftqualitätsbericht 2011 dargestellt.

Letzte Aktualisierung: 27.07.2016

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Luftqualität Jahresbericht 2011

Download: Jahresbericht 2011 zur Überwachung der Luftqualität (PDF-Datei 985 KB)


Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Technischer Umweltschutz
Tel.: 033201/442-310