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Talsperre Spremberg

Noch bis 2016 wird die zwischen 1958 und 1965 errichtete Talsperre Spremberg bei laufendem - wenn auch eingeschränktem - Betrieb saniert.
Trotz der Bauarbeiten mit einem finanziellen Umfang von cirka 15 Millionen Euro stellt die größte der zwölf Brandenburger Talsperren damit weiterhin ganzjährig Wasser für die Spree und den Spreewald bereit und wird bei Hochwasser ihrer wichtigen Schutzfunktion gerecht.

Geflutete Baustelle (Tosbecken) der Talsperre Spremberg (Ost/West-Richtung) © Luftbildaufnahmen vom LMBV, P. Radke Die Entscheidung, eine Generalsanierung des Bauwerks einschließlich der Erneuerung von Überwachungs- und Kontrolleinrichtungen bei laufendem Betrieb durchzuführen, wurde 2004 im Ergebnis der vertieften Überprüfung der Talsperre nach rund 40jährigem Betrieb getroffen. Obwohl dabei Planung und Realisierung der Maßnahmen wesentlich schwieriger sind als beim üblichen Vorgehen, bei denen Talsperren oft für 2 bis 3 Jahre komplett abgelassen und trockengelegt werden, hat sich diese Entscheidung bereits mehrfach bewährt: Bei den Hochwässern im Juni, August und September 2010, im Juli 2011 sowie im Juni 2013 wurden dadurch die Spree-Anlieger unterhalb der Talsperre vor großen Schäden bewahrt.

Chronologie der Arbeiten

Ab 2005 wurden verschiedene kleinere Maßnahmen durchgeführt. Die Erneuerung der Brücke über dem Tosbecken sowie die Betonsanierung des Kontrollgangs einschließlich Installation einer Messeinrichtung zur Fugenspaltmessung folgten 2008. Im Herbst 2008 wurden unter anderem Arbeiten im Auslaufbereich durchgeführt und es wurde eine sogenannte Hauptwasserhaltung eingerichtet, die die Mindestabgabemenge für den mit Hilfe von 160 Schleusen und Wehren bewirtschafteten Spreewald während der folgenden Bauphasen ermöglicht.
Geflutete Baustelle (Tosbecken) der Talsperre Spremberg (Nord/Süd-Richtung) © Luftbildaufnahmen vom LMBV, P. RadkeAb dem Jahr 2009 wurden beide Brücken über die Hochwasserentlastung vollkommen erneuert und auf größere Achslasten für Überfahrten ausgelegt. Verbunden damit waren erste wasserwirtschaftliche Einschränkungen. So wurde im Herbst 2009 für die Installation von neuen Druckmesssonden im Bereich des Staudammes der Wasserstand des Stausees um etwa zweieinhalb Meter auf 89,20 Meter NN abgesenkt.

2010 und 2011 stand die Sanierung des Tosbeckens im Mittelpunkt der Arbeiten, eine der größten Maßnahmen innerhalb des Vorhabens. Das Tosbecken unterhalb der Grundablässe und des Wasserüberlaufs im Hochwasserfall beruhigt das stark tosende Wasser und leitet es schadlos in den natürlichen Lauf der Spree unterhalb der Talsperre. Notwendig für die Arbeiten war eine Trockenlegung des Tosbeckens. Deshalb mussten die Arbeiten wegen Hochwasser viermal eingestellt und die Baustelle geräumt und geflutet werden. Dadurch zog sich die ursprünglich für eine Bauzeit von 8 Monten in 2010 vorgesehene Instandsetzung des Beckens wesentlich länger hin als geplant.

Ab 2011 wurde auch die dem eigentlichen Stausee vorgelagerte Vorsperre Bühlow ausgebaggert. Sie dient als Absetzbecken für vom Wasser mitgeschleppte Sedimente. Bei den im Herbst 2012 abgeschlossenen Arbeiten wurden 196.000 Kubikmeter Feststoff abgesaugt und in den drei zur Gesamtanlage gehörenden Sedimentationsbecken zwischengelagert. Derartige Beräumungen sind alle 8 bis 10 Jahre erforderlich.

Der für 2011 geplante Probestauversuch musste auf Grund der hochwasserbedingten Verzögerungen im Bauablauf verschoben werden. Er wird durchgeführt, sobald die Generalsanierung den erforderlichen Stand erreicht hat und es die wasserwirtschaftlichen Verhältnisse zulassen.

2013 steht unter anderem die Instandsetzung der wasserseitigen Einlaufpfeiler am Entlastungsbauwerk auf dem Bauplan. Die rund 5 Monate dauernden Arbeiten starteten im Juli 2013 und erfordern eine Absenkung des Wasserstands auf  90.00 m NN. Fortgeführt wird die Sanierung des Grabensystems.

In 2014 sollten zunächst nur die wasserseitigen Betonflächen und der gepflasterten Kegel im Übergangsbereich zwischen Erddamm und Entlastungsbauwerk saniert. Bei Untersuchungen zur Betonqualität stieß man jedoch auf Hohlräume in den Flügelwänden an beiden Seiten des Staudammes. Diese waren beim Bau der Talsperre Anfang der 1960er Jahre vermutlich mit Sand verfüllt worden, der im Laufe der Jahre ausgespült wurde. Im Rahmen der wasserseitigen Sanierung der Staumauer werden diese Hohlräume nun mit Stahlbeton verfüllt. Für die Arbeiten ist erneut eine Absenkung des Wasserstandes auf 89,0 m über NN notwendig.

Da mit der Absenkung des Wasserspiegels eine kürzere Verweildauer des Wassers in der Talsperre verbunden ist, wurden in Vorbereitung der Reparaturen an der Staumauer auch Maßnahmen zur Erhöhung des Eisenrückhalts in der Talsperre ergriffen. So soll verhindert werden, dass das Eisen aus den im Oberlauf der Spree liegenden Bergbaugebieten in die Talsperre gelangt und in Richtung Cottbus austritt. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) installierte dazu in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt und dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) zum einen an der Vorsperre eine Beflockungsanlage, die für das schnellere Absetzen des Eisenschlamms sorgen soll. Zum anderen fördert eine Bekalkungsanlage oberhalb der Vorsperre bei Spremberg-Wilhelmsthal das Ausfällen und Absetzen des Eisenockers durch Steigerung des ph-Wertes.

Seit Beginn der Generalsanierung wurden bis Ende 2012 23 Einzelmaßnahmen durchgeführt. 14 weitere Maßnahmen sind geplant bzw. werden bereits ungesetzt.

Letzte Aktualisierung: 06.07.2016

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