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EU-Life Projekt "Schreiadler Schorfheide"

Ende 2011 startete im Norden Brandenburgs das EU-Life Projekt "Verbesserung der Brut- und Nahrungshabitate für Schreiadler sowie für Wachtelkönig und Seggenrohrsänger im Europäischen Vogelschutzgebiet Schorfheide-Chorin". Bis Mitte 2017 wollen die Projektmitarbeiter des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz erreichen, dass sich Schreiadler und Wachtelkönig wieder ausbreiten können und auch der akut vom Aussterben bedrohte Seggenrohrsänger Lebensräume findet. Von den geplanten Maßnahmen profitieren auch andere gefährdete Vogelarten wie Schwarzstorch und Tüpfelralle.

Der fortschreitende Verlust an Grünland, die Entwässerung von Feuchtgebieten und die Intensivierung der Forstwirtschaft machen dem Schreiadler seit Jahrzehnten zu schaffen. Nur noch in Brandenburg und in Mecklenburg-Vorpommern sowie mit einem einzigen Brutpaar in Sachsen-Anhalt gibt es Vorkommen des kleinsten heimischen Adlers. Auch fünf der neun im Projektgebiet bekannten Reviere des auch "Pommernadler" genannten Vogels sind in den letzten Jahren verwaist.

Es ist in erster Linie der gestörte Wasserhaushalt im Projektgebiet, der die entscheidenden feuchten Brut- und Nahrungshabitate immer weiter schrumpfen ließ. Geplant ist nun, ungenutzte und stark entwässerte Quellmoore behutsam wiederherzustellen. Auch in der Feldflur und im Feuchtgrünland sollen der Wasserspiegel stabilisiert und Austrocknungen im Sommer verhindert werden.  Denn auch Wachtelkönig und Seggenrohrsänger benötigen große, strukturreiche Grünlandareale, vor allem aber offene Seggenmoorgebiete.

Waldschutzareale können die Brutgebiete der Schreiadler vor Störungen bewahren und die bei dieser Art besonders häufigen Wechselhorste schützen. Auch die standortgerechte Waldbewirtschaftung ist wichtig für bessere Bruterfolge. Um die Nahrungsgrundlage der Vögel zu verbessern, muss vor allem Grünland erhalten und möglichst extensiv und mit unterschiedlichen Mahdzeiten bewirtschaftet werden. Das Projekt leistet damit auch einen Beitrag für eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft.

Die Erkenntnisse und Ergebnisse des Vorhabens sind wertvoll für den Schutz von Schreiadler, Wachtelkönig und Seggenrohrsänger in ganz Europa. Ganz unmittelbar gilt dies für die im Erlöschen befindlichen letzten Seggenrohrsänger-Vorkommen Deutschlands, die nur 25 Kilometer Luftlinie entfernt vom Projektgebiet liegen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die großflächige Anwendung verschiedener, teils innovativer Verfahren zur Wiederherstellung der im Projektgebiet ursprünglich vorkommenden nährstoffarmen subneutralen bis kalkreichen Niedermoore, der idealen Lebensräume des Seggenrohrsängers.

Projektpartner

Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur

NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

Naturschutzfonds Brandenburg

WWF

Letzte Aktualisierung: 25.05.2016