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Pilze in Brandenburg

Wieviel Pilzarten gibt es?

In Deutschland gibt es knapp 5000 verschiedene Arten von Großpilzen. Das sind überwiegend sogenannte Ständerpilze (Basiodiomyceta), die vom "Normalbürger" als Pilze angesehen werden. Rechnet man die vielen kleineren, z. T. nur mikroskopisch sichtbaren Pilzarten dazu, sind es über 10.000. Die Zahl richtet sich je nach wissenschaftlicher Auffassung, außerdem werden auch hier immer wieder neue Arten beschrieben.

Von den Großpilzen kommt gut die Hälfte der Arten auch in Brandenburg vor. Nur ein Bruchteil davon ist jedoch für Pilzsammler interessant. Als eigentliche "Speisepilze" sind ungefähr 40 Arten zu betrachten, dass sind Arten, die i.d.R. leicht bestimmbar sind und eine geringe Verwechslungsgefahr aufweisen. Essbar, das heißt nicht oder unter bestimmten Voraussetzungen nicht giftig bzw. nicht ungenießbar, sind weitaus mehr Arten. Die meisten davon sind jedoch nur durch Spezialisten erkennbar und für Sammler aufgrund der geringen Größe oder Attraktivität uninteressant und sollten gemieden werden.

Lediglich ca. 60 Arten werden als ernst zu nehmende "Giftpilze" eingestuft, d. h. ihr Genuss kann zu mehr oder weniger ernsthaften Gesundheitsschäden führen oder sogar lebensgefährlich sein.

Welcher ist der häufigste Speisepilz?

In Brandenburg dürfte der wohl häufigste und auch am meisten gesammelte "Speisepilz" der Maronen-Röhrling sein (auch Braunhäubchen oder kurz Marone). Er ist der klassische Massenpilz unserer Kiefernwälder- und Forsten und tritt meist von August bis zum ersten Frost auf.

Dicht gefolgt wird die Marone vom sehr beliebten Steinpilz (v. a. der bei uns weit verbreitete Kiefern-Steinpilz, es gibt aber weitere sehr ähnliche, z. T. seltene Arten). Beide Arten haben wie aller Röhrlinge auf der Hutunterseite sogenannte Röhren, in denen die Pilzsporen gebildet werden.

Ebenso beliebt und oft massenhaft vorkommend ist der Echte Pfifferling. Dieser meist intensiv gelbliche, nach Pfirsichen duftende Pilz, hat auf der Hutunterseite sogenannte "recht grifffeste "Leisten", die ihn deutlich von den Pilzen mit Lamellen oder "Blättern" unterscheiden.

Diese 3 Arten sind bei einigermaßen vorhandenen Grundkenntnissen praktisch unverwechselbar. Marone und Steinpilz können, v.a. bei jungen Exemplaren, ggf. mit dem ungenießbaren Bitter-Röhrling verwechselt werden (dieser hat jedoch später leicht rosa Röhren, ggf. kleine Geschmacksprobe, die man wieder ausspuckt!).

In der Beliebheitsskala folgen Arten wie verschiedene Arten des Schirmpilzes (ein Pilz mit Lamellen), Champignons und weitere Röhrlinge wie Butterpilz, Sand-Röhrling (oder Semmelpilz), Ziegenlippen, Birkenpilz oder Rotkappen. Bei einigen Grundkenntnissen sind auch diese Arten praktisch unverwechselbar.

Kennt man sich bei Pilzarten etwas besser aus, kann man verschiedene weitere Arten der sog. Lamellen- oder Blätterpilze unbedenklich essen, wie z.B. verschiedene Täublinge (nicht alle!), Hallimasch (roh giftig), Maipilz und Perlpilz. Alle diese genannten sind jedoch nichts für Anfänger!!!

Grundregeln:

  • Im geringsten Zweifelsfalle immer stehen lassen und nicht umstoßen (aus Schutzgründen, denn es gibt auch viele seltene Pilze). Wer mehr wissen will, Pilzsachverständige einbeziehen.
  • Bei Röhrlingen ist man meist auf der "sicheren Seite". Der giftige Satans-Röhrling ist in Brandenburg extrem selten gesehen worden. Die "giftig" aussehenden, weil auch stark bläuenden Hexen-Röhrlinge werden die meisten meiden. Allerdings ist bei Pilzliebhabern der Flockenstielige Hexenröhrling durchaus beliebt (roh giftig!). Wegen Verwechslungsgefahr mit dem roh ebenfalls giftigen, aber bei empfindlichen Personen und/oder in Verbindung mit Alkohol bedenklichen Netzstieligen Hexenröhrling sollen die "Hexen" von unerfahrenen Sammlern jedoch grundsätzlich gemieden werden.
  • Bei "Lamellenpilzen" immer auf die wichtigen Unterscheidungsmerkmale vor allem zu Knollenblätterpilzen achten! Ggf. vor allem junge Exemplare meiden! So haben z.B. etwas größere, essbare Champignon-Arten immer bräunliche Blätter!

Einige weitere wichtige Informationen:

Auch unter den o. g. Arten befinden sich einige, nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Arten, so z. B. so beliebte Arten wie Steinpilz, Pfifferling, Birkenpilz und Rotkappe. Diese genannten Arten dürfen nur in geringen Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden, nicht jedoch gewerblich (d. h., sie dürfen nicht gehandelt/verkauft werden!). Der Grünling und weitere, seltenere Arten dürfen gar nicht gesammelt werden, auch nicht für den Eigenbedarf. Zudem wird dem Grünling neuerdings gelegentliche Unverträglichkeit oder gar Giftigkeit nachgesagt.

Das gewerbliche Sammeln auch nicht geschützter Arten bedarf grundsätzlich nach Brandenburger Landeswaldgesetz der Zustimmung des Waldeigentümers! (Die Regelungen können in anderen Bundesländern abweichen!)

Das Sammeln von Pilzen ist in Naturschutzgebieten grundsätzlich verboten, auch für den Eigenbedarf!

Letzte Aktualisierung: 04.02.2013

Übersicht


Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Naturschutz
Referat N3
Grundlagen Natura 2000, Arten- u. Biotopschutz
Dr. Frank Zimmermann
Tel.: 033201/ 442-220
E-Mail an: Dr. Zimmermann