Der Buntspecht

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ernannte den Buntspecht (Picoides major) zum Vogel des Jahres 1997. Er kommt in ganz Brandenburg vor. Der  Bestand liegt nach der Roten Liste 2008  zwischen 30.000 und 60.000 Brutpaaren. Nach der Bundesartenschutzverordnung gehört er zu den besonders geschützten Vogelarten, ist derzeit jedoch nicht gefährdet.

Der Buntspecht zählt mit den anderen heimischen Spechtarten (Schwarz-, Grün-, Grau-, Mittel- und Kleinspecht) zu den "Zimmerleuten des Waldes". Die von den Spechten nicht mehr genutzten Höhlen dienen anderen Arten (Fledermäuse, Baummarder, Siebenschläfer und zahlreiche Höhlenbrüter) als Brutplatz oder Wohnstätte. Auf diese Weise kann in den Wäldern einer großen Artenvielfalt Lebensmöglichkeiten geboten werden.

Die Kennzeichnung von Höhlenbäumen in Abstimmung mit den Forstämtern und das Belassen von Totholz in den Wäldern kommt den Spechten und vielen anderen Arten zugute. Zu dieser Kennzeichnung rief auch der NABU im "Jahr des Buntspechtes"  1997 mit seiner "Aktion Spechtbaum" auf. Eine auf die Rinde gemalte Spechtsilhouette soll zeigen: Dieser Stamm ist Lebensraum für Höhlenbewohner und damit schützenswert.

Seine Hauptnahrung (Kerbtiere, Käfer, Larven, Raupen) findet der Buntspecht unter der Baumrinde, die er mit kräftigen Schnabelhieben bearbeitet. Als Winternahrung dienen ihm auch Kiefernsamen, die er geschickt aus den noch geschlossenen Zapfen meißelt. Unter den sogenannten "Spechtschmieden" sind gelegentlich hunderte bearbeiteter Zapfen zu finden. Zapfentragende Kiefern ermöglichen den Buntspechten damit das Überleben auch in kalten oder schneereichen Wintern.

Bereits im späten Winter beginnt die Balzzeit der Buntspechte. Mit auffallenden Rufreihen und liebestollem Trommeln auf Baumstämme werben die Männchen um die Gunst der Weibchen. Zwei bis drei Wochen dauert dann der Höhlenbau in Baumstämmen oder Totholz.

Letzte Aktualisierung: 12.02.2013