Der Eisvogel

Der etwa sperlinggroße Eisvogel (Alcedo atthis) ist an seinem kurzen Schwanz, der kobaltblauen bis türkisfarbenen Oberseite und der orangebraunen Unterseite gut zu erkennen und mit keiner anderen mitteleuropäischen Vogelart zu verwechseln. Die "Königsfischer" sind keine Geschöpfe des Nordens. Der Süden, die wahre Heimat der Farben, ist auch ihre Urheimat. Der Eisvogel hat sich als einzige der 200 Arten seiner Familie dem vergleichsweise rauhen Klima Mitteleuropas anzupassen vermocht.

Eisvögel sind rechte Einsiedler, selbst Männchen und Weibchen haben außerhalb der Brutzeit scharf abgegrenzte Jagdgebiete. Die Geschlechter lassen sich anhand der Färbung nur sehr schwer unterscheiden - lediglich die Schnabelfärbung gibt Auskunft darüber.

Der Eisvogel brütet in überhängenden oder senkrechten Abbruchkanten, die hoch genug sein müssen, dass kein Iltis, keine Ratte und kein Hochwasser hineingelangen. Dort gräbt er sich eine leicht ansteigende Röhre mit einer Bruthöhle am Ende, zu der er Jahr für Jahr zurückkehrt. In  Hochwasserjahren  beginnen die kleinen Fischer manchmal erst später mit der Brut. So kann es vorkommen, dass die Jungvögel erst Ende Juli ausfliegen. Ist genügend Nahrung vorhanden, beginnen die Eisvögel noch während der Aufzucht der Jungen mit einer zweiten Brut. Dabei versorgt das Männchen die flüggen Jungvögel der vorausgegangenen Brut und das Weibchen bebrütet schon das nächste Gelege. Dieses Verhalten nennt man "Schachtel-Brut"; es ist  oft nach harten Wintern zu beobachten, wenn es darauf ankommt, die winterlichen Individuenverluste wieder auszugleichen.

Das Gefieder des Stoßtauchers funkelt blau wie ein Saphir, moosgrün wie ein smaragd, rot wie ein Rubin und ist stark gefettet, da es beim Hinabtauchen in die Tiefe des klaren Baches nicht durchnässt werden darf. Fließgewässer sind sein eigentlicher Lebensraum, gut strukturierte stehende Gewässer werden seltener genutzt.

Lange Zeit wurde der Eisvogel als der große Schädling an Fischteichen dargestellt und verfolgt. Heute gönnt man ihm den kleinen Anteil an der Fischbrut, wohl wissend, dass er nicht nur Fische, sondern auch Flohkrebse, Wasserasseln, Mollusken, Kaulquappen und Libellenlarven frisst.

Letzte Aktualisierung: 12.02.2013

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Grundlagen Natura 2000,
Arten- u. Biotopschutz
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