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EU Projekt Flood-Wise

Ein Projekt, um Grenzen zu überschreiten: FLOOD-WISE

» Rechtlicher Hintergrund
» Ziel von FLOOD-WISE
» Arbeiten in Brandenburg und Sachsen
» Beteiligung und Abstimmung
 

FLOOD-WISE diente als INTERREG IV C - Projekt dem Austausch der Erfahrungen mit dem Management von Hochwasserrisiken zwischen Wasserwirtschaftlern vieler europäischer Staaten. Ziel des FLOOD-WISE – Projekts war die Verbesserung des grenzüberschreitenden Hochwasserrisikomanagements an den Flüssen Europas, die die nationalen Grenzen überqueren.

Rechtlicher Hintergrund

Hochwasser-Risikomanagementpläne sind neuartige Planungen, die auf der im Jahr 2007 beschlossenen Richtlinie 2007/60/EG der EG basieren. Ein Ziel ist, allen Beteiligten leicht zugängliche Informationen über Gefahren, z.B. die mögliche Ausdehnung von Überschwemmungen, Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten, sowie die damit verbundenen Risiken, wie z.B. potentiell gefährliche Industrieanlagen, für verschiedene Hochwasserintensitäten bereitzustellen. Ein zweites Ziel ist, Maßnahmen zur Katastrophenvermeidung stärker an möglichen Risiken zu orientieren. Vor allem Möglichkeiten der Hochwasservorsorge und des Managements von Risiken sollen stärker in den Vordergrund gerückt werden. Die bestehenden Hochwasserschutzkonzepte und –planungen werden weitergeführt und in die Hochwasser-Risikomanagementpläne integriert. Neben den technischen Hochwasserschutz soll künftig das Hochwasserflächenmanagement und die Hochwasservorsorge treten.

 

Ziel von FLOOD-WISE

Das von der EU über den EFRE-Strukturfonds geförderte Projekt FLOOD-WISE hatte zum Ziel, grenzüberschreitende Kooperationen bei der Erstellung von Hochwasser-Risikomanagementplänen zu fördern. So sollte erreicht werden, dass nicht nur das Wasser, sondern auch die Maßnahmenplanung Grenzen überschreitet. Der gemeinsame Plan des Landes Brandenburg und des Freistaats Sachsen für den Raum der Elbe bei Mühlberg war eines von vier FLOOD-WISE - Pilotprojekten. Insgesamt beteiligen sich an FLOOD-WISE 15 Partnerorganisationen aus zehn europäischen Staaten bzw. aus sechs grenzüberschreitenden Flussgebieten.

Arbeiten in Brandenburg und Sachsen

Der gemeinsame grenzüberschreitende Risikomanagementplan "Elbe bei Mühlberg" deckt in Brandenburg das Risikogebiet eines extremen Elbehochwassers und damit auch Teile des Einzugsgebiets der Schwarzen Elster im Landkreis Elbe-Elster ab. In Sachsen wurden aus den Landkreisen Meissen und Nordsachsen Ausschnitte der Gebiete von Strehla, Belgern und Arzberg betrachtet. Hintergrund der Gebietsabgrenzung waren in Sachsen die Ergebnisse der Risikoanalyse bzw. der Hochwasserschutzkonzepte. Für Brandenburg ergab sich das zu untersuchende Gebiet aus den Modellierungsergebnissen des ELLA-Projektes (Elbe-Atlas). Für diesen Raum wurden grenzüberschreitend abgestimmt gemeinsame Hochwassergefahren- und –risikokarten sowie der Hochwasser-Risikomanagementplan erstellt. Das FLOOD-WISE endete nach einer Laufzeit von drei Jahren im Dezember 2012.

Nach den koordinierenden Arbeiten in 2010 wurde mit der Planungsgesellschaft Scholz & Lewis aus Dresden ein Auftragnehmer gebunden, der die Unterlagen zur vorläufigen Bewertung des Hochwasserrisikos zusammenfasste und in Kartenform darstellte. Durch einen weiteren  Auftragnehmer, die Firma iHC aus Dresden, wird ein grenzüberschreitendes Computermodell erstellt, das für verschiedene Abflussszenarien die Ausbreitung, mögliche Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten berechnet. Um die bestmögliche Genauigkeit zu erreichen, wurden die Modellergebnisse an vergangenen Hochwasserereignissen geeicht und mit den Nachbarländern und dem Elbe-Modell der Bundesanstalt für Gewässerkunde abgestimmt. Um auch vor Ort plausible Daten zu verwenden, wurden die errechneten Überschwemmungsräume den Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinden, des Landkreises und der wasserwirtschaftlichen Verbände vorgelegt und mit ihnen beraten.

Auf Basis dieses Modells und der in Sachsen bereits nach 2002 erstellten Gefahrenkarten und Hochwasserschutzkonzepte wurden dann die grenzüberschreitenden Hochwassergefahren- und –risikokarten sowie der Hochwasser-Risikomanagementplan erstellt. Termin für die ersten Karten für die elbnahe Grenzregion war der September 2011. Als Grundlage für die Erarbeitung des Planes sollte zusammen mit den "interessierten Stellen" eine gemeinsame Liste möglicher Maßnahmen entwickelt werden.

Beteiligung und Abstimmung

Anfang April 2011 fand in Mühlberg ein erstes Forum von Politikern und Experten statt, in dem im Rahmen eines FLOOD-WISE - Partnertreffens das grenzüberschreitende Management von Hochwasserrisiken beraten wurde.

Zu diesem Termin wurden für den Raum "Elbe bei Mühlberg" die Ergebnisse der Vorläufigen Bewertung des Hochwasserrisikos vorgelegt und vorgestellt, welche Karten über Hochwassergefahren- und –risiken in Brandenburg und Sachsen bereits bestehen.

Die über FLOOD-WISE gesammelten Erfahrungen mit der vorläufigen Bewertung bilden die Grundlage für das sogenannte "FLOOD-WISE Statement", das die wesentlichen Ergebnisse des Gesamtprojekts konzentriert dargestellt. Es wird der Arbeitsgruppe Hochwasser (WG F) der EU-Kommission übergeben.

Die FLOOD-WISE – Partnertreffen erfolgen alle sechs Monate, um dem durch INTERREG IVC vorgegebenen intensiven Austausch zwischen den Projektpartnern eine Plattform zu bieten und projektweite Beschlüsse zu fassen. So wurden im Rahmen der letzten Beratung u.a. die geplanten Austauschkonsultationen zwischen den europäischen Partnern koordiniert und ein Fachbeirat eingesetzt, der sich mit der Aufarbeitung und Bereitstellung der über FLOOD-WISE erarbeiteten Empfehlungen zum methodischen Vorgehen über das Portal WISE-RTD befasst. Über die Partnertreffen und die direkten Beratungen zwischen den 15 Projektpartnern hinaus werden halbjährlich in Finanz- und Arbeitsberichten die Vorgehensweisen in den sechs Projektgebieten und die sich hieraus ableitbaren Empfehlungen sowie die Ergebnisse der grenzüberschreitenden Arbeiten dargestellt.

Neben diesen projektinternen Aktivitäten beraten sich im Pilotprojekt Hochwasser-Risikomanagementplan "Elbe bei Mühlberg" die Landesämter für Umwelt aus Brandenburg und Sachsen regelmäßig mit den Kreis- und Kommunalbehörden sowie den Institutionen der Region, die für Wasserwirtschaft oder Katastrophenschutz zuständig sind. Zusätzlich werden einzelne Unternehmen und soziale Einrichtungen einbezogen. Dies folgt der Vorgabe der EG-Hochwasserrichtlinie, die Beteiligung der "interessierten Stellen" sicherzustellen. Es dient neben dem Verteilen von Grundlageninformationen, der Erarbeitung von Pressemitteilungen oder der Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen auch der Information der Öffentlichkeit. Auf diese Weise werden die der EG-Hochwasserrichtlinie und INTERREG IVC gemeinsamen Ziele, über den Austausch und die Bereitstellung von Informationen die Situation in Europa und hier speziell den Schutz vor Hochwasserkatastrophen zu verbessern, im Rahmen der Möglichkeiten von FLOOD-WISE optimiert umgesetzt.

Letzte Aktualisierung: 10.11.2015

Übersicht

Themen

Weitere Informationen



Rechtsgrundlagen

  • HWRM-RL
    (Hochwasserrisiko-
    managementrichtlinie)
  • WHG
    (Wasserhaushaltsgesetz)
  • BbgWG
    (Brandenburgisches Wassergesetz)

Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Wasserwirtschaft
Referat W16

Tel.: 033201/ 442-270