MLUL

Aufgaben

Fachübergreifende Themen

Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Verwaltung und Service

Das Nonnenfließ

Steckbrief:

Quellgebiet: »  entspringt südlich von Tuchen (Landkreise Barnim und Märkisch-Oderland),
»  mündet in die Schwärze bei Spechthausen
Länge: 11 km (gesamt) in Brandenburg
Einzugsgebiet: 89 km2 (gesamt) in Brandenburg
Gewässertyp: Gewässer II. Ordnung

Die Bedeutung für Freizeit und Erholung ist hoch, für Natur- und Landschaftsschutz sehr hoch. 
Das Gewässer II. Ordnung wird nicht für die Schifffahrt, Trinkwassergewinnung, landwirtschaftliche Bewässerung oder Energiegewinnung genutzt. Geringe Belastung durch kommunale Abwässer.
Gewässergüte: Güteklasse II (mäßig belastet)

Nonnenfließ (MUGV-Fotoarchiv) Bilderbuchreif schlängelt sich das Nonnenfließ kilometerweit durch ein waldreiches, von menschlicher Tätigkeit nahezu unberührtes Tal vor den Toren der Stadt Eberswalde. Zwar wurde in der Vergangenheit auch hier durch die Errichtung mehrerer Mühlen in das Abflusssystem eingegriffen. Aber diese Zeiten sind lange vorbei. Bei Spechthausen, wo das Nonnenfließ in die Schwärze mündet, zeugen auch Überreste eines zu einer Papierfabrik umgewandelten Eisenhammers von früheren wirtschaftlichen Aktivitäten.

Während der Weichseleiszeit als Schmelzwasserrinne entstanden, schnitten sich das Tal und sein Bach immer tiefer in die Barnim-Hochebene ein, so dass das Nonnenfließ und seine Umgebung heute stellenweise einen mittelgebirgsähnlichen Charakter hat. Deshalb fühlen sich hier beispielsweise die Zwiebel-Zahnwurz, die Gebirgsstelze und die Wasseramsel zu Hause - Arten, die für das meist flache Land Brandenburg eher untypisch sind.

Neben gut ausgebildeten Bachschleifen (Mäandern) und typischen Prall- und Gleithängen sind unter anderem schmale Schlingenhälse, "Umlaufberge" und Quellmoore vertreten. Die Fauna und Flora ist dementsprechend artenreich. Nur an wenigen anderen Stellen gibt es im Land Brandenburg Vorkommen des Ausdauernden Bingelkrauts oder der Ährigen Teufelskralle.

Die auf den Hängen und in der Talsohle wachsenden Wälder bieten auch zahlreichen Vögeln Lebensraum, darunter so seltenen Arten wie der Waldschnepfe und der Hohltaube, auf absterbenden Bäumen und Totholz auch allen heimischen Spechtarten.

Aufgrund seines wenig gestörten Laufs ist die Wasserqualität des Nonnenfließes gut. Viele Bachabschnitte mit hohen Fließgeschwindigkeiten und sandigem oder kiesigem Untergrund sorgen für eine ausreichende Sauerstoffversorgung und ein hohes Selbstreinigungspotential. Anzeiger für die gute Wasserbeschaffenheit sind sowohl viele Vertreter der Wirbellosenfauna (z. B. strömungsabhängige Steinfliegenlarven) als auch seltene Fischarten wie Groppe, Bachneunauge und Steinbeißer.

Nonnenfließ und Schwärze sind über den Finowkanal mit der Oder verbunden. Um das sensible Biotopverbundsystem zu erhalten, wurden das gesamte Nonnenfließtal und Teile des Schwärzetals im Dezember 1996 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Letzte Aktualisierung: 04.05.2015

Übersicht

Themen


Kontakt

Landesamt für Umwelt
Abteilung Wasserwirtschaft
Referat W12
E-Mail an: Hydrologie Potsdam