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Der Schwielowsee

Steckbrief:

Havelgewässer bei Werder (Havel), OT Petzow und Geltow im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Fläche: 786 ha
Tiefe: im Mittel 7 m, größte Tiefe 9 m
Trophiegrad: polytroph


 

Dalben im Schwielowsee (© Bernd Kröger, www.fotolia.com) Die Bedeutung für die Schiffahrt ist gering, dagegen für die Fischerei, den Natur- und Landschaftsschutz hoch und für die Freizeit- und Erholungsnutzung sehr hoch. Keine landwirtschaftliche oder industrielle Nutzung.

Fluss oder See - diese Frage beschäftigte schon Theodor Fontane auf seinen Wanderungen beim Anblick der Havel. Die Havel ist beides, einerseits oft ein stark durchflossenes Gewässer, andererseits erweitert sich der Fluß seenartig. Die Ufer der häufig kilometerbreiten Seen sind von ausgedehnten Waldlandschaften, landschaftlich reizvollen Obstwiesen, Luchen und alten Siedlungen umgeben.

Die im gesamten Lauf rückgestaute Havel mit den zahlreichen von ihr durchflossenen Seen (z. B. Schwielowsee) erfüllt in besonderem Maße die hydrographischen Voraussetzungen für Wasserblüten bildende Algenmassenentwicklungen. Aus Kläranlagen und durch flächenhaften Eintrag aus landwirtschaftlich genutzten Gebieten werden reichlich Stickstoffverbindungen und Phosphate eingetragen, die das Algenwachstum begünstigen. Insbesondere die Potsdamer Havel entspricht die Güteklasse III, während die anderen Havelabschnitte der Güteklasse II-III haben.

Die in Berlin ergriffenen Maßnahmen, wie zum Beispiel weitergehende Abwasserreinigung in den Klärwerken Ruhleben und Marienfelde sowie der Bau von Mischwasser-Rückhaltebecken und Regenwasservorreinigungsanlagen, haben zu einer Stabilisierung der Gewässergütesituation des Teltowkanals und damit des Haupteinflusses auf die Potsdamer Havel geführt. Das deutliche Absinken der Phosphatfrachten in den Berliner Gewässern verringerte auch den Eintrag in die Potsdamer Gewässer, in denen aber bisher keine nachhaltigen Verbesserungen eingetreten sind, weil dieses durch Rücklöseprozesse aus dem Sediment kompensiert wird.

Schwielowsee bei Petzow Mit dem Schwielowsee findet die Havel bei Potsdam ihre südlichste Ausbuchtung, bevor sie sich in großem Bogen nach Westen wendet. Der Schwielowsee ist der größte Havelsee und hat mit Ausnahme der unmittelbar angrenzenden Ortschaften weitgehend naturnahe Uferbereiche mit gut ausgebildetem Röhrichtsaum. So konnte sich trotz hoher Inanspruchnahme, vor allem durch Erholungssuchende am und auf dem Gewässer, eine vielfältige Vogelwelt halten. Die Fischfauna wird vor allem durch Weißfischarten wie Blei, Plötze und Güster dominiert; es kommen aber auch Aal, Flussbarsch, Zander und Hecht vor.

Alle Havelseen, zu denen unter anderem auch der Templiner und der Große Zernsee gehören, sind bereits natürlich eutroph (nährstoffreich). Durch jahrzehntelange Übernutzung entstand aus diesen Gewässern der Typ des stark eutrophierten Flachsees. Ihre Wasserbeschaffenheit wird durch ein Überangebot an Pflanzennährstoffen (Phosphor, Stickstoff) bestimmt. Die Nährstoffe rühren aus der Abwassereinleitung, aus angrenzenden Flächen und in zunehmendem Maß aus Rücklösungsprozessen der Seesedimente. In Sommermonaten treten bei hohen Temperaturen und Sonneneinstrahlung Algenmassenentwicklungen, die sogenannten "Wasserblüten", auf. Sie verderben nicht nur die Badefreuden, sondern schränken auch die Entwicklung von Wasserpflanzen ein. Eine Verbesserung der Wasserqualität kann aufgrund dieser Wirkungsketten nur allmählich erreicht werden.

Flora und Fauna der Havelseen weisen zahlreiche seltene Arten auf. Die Potsdamer Gewässer stellen zusammen mit den Berliner Havelseen ein attraktives Durchzugs- und Rastgebiet für Wasservögel (Gänsesänger, diverse Schwimm- und Tauchenten) dar.

Für die Freizeit und Erholung - eine konkurrierende Nutzung - sind die Havelseen ebenfalls hoch geschätzt. Ihr Fischreichtum lockt ungezählte Hobbyangler an, dazu kommen tausende von Sport- und Segelbooten. In den Sommermonaten sind Campingplätze und Badestellen oft bis an ihre Kapazitätsgrenzen gefüllt.

Letzte Aktualisierung: 04.05.2015

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