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Elbedeichrückverlegung bei Lenzen

Die Deichrückverlegung Lenzen ist das derzeit größte Rückdeichungsprojekt in Deutschland und hat darüber hinaus Pilotcharakter mit nationaler und internationaler Ausstrahlung. In diesem beispielhaften Vorhaben verbinden sich in vorbildlicher Weise die Interessen des Hochwasser- und Naturschutzes.

Eine erste große Bewährungsprobe hat das Vorhaben beim Hochwasser zu Beginn des Jahres 2011 bestanden. Während das dritte eisfreie "Jahrhunderthochwasser" in neun Jahren an der Elbe vielerorts zu neuen Rekordwerten der Wasserstände geführt hat, sorgte der durch den zurückverlegten Deich neu geschaffene Überflutungsraum bei Lenzen (UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg) für eine deutliche Kappung des Hochwasserscheitels.

Dank der Deichrückverlegung zwischen Wustrow und Lenzen im Landkreis Prignitz lag der Hochwasserscheitel flussaufwärts in Schnackenburg um mehr als 20 Zentimeter unter dem Pegelstand vom April 2006. Im Gebiet der Deichrückverlegung selbst blieben die Wasserstände wie berechnet 35 Zentimeter niedriger als bei vergleichbaren Hochwässern vorher.

Die Voraussetzungen dafür wurden zwischen 2005 bis 2008 durch den Neubau des insgesamt 6,1 Kilometer langen rückverlegten Deiches und schließlich 2009 durch die Umgestaltung des Altdeiches geschaffen. Dieser wurde an sechs Stellen auf jeweils mehreren hundert Metern zurückgebaut. Die Gesamtlänge dieser sogenannten "Deichschlitze" beträgt rund 2.000 Meter. Das ausgebaute Bodenmaterial aus den Deichschlitzen wurde dazu genutzt, die verbleibenden Abschnitte des ehemaligen Schutzdeiches auf der Landseite zu verstärken, um den Altdeich weiterhin als Leitdeich zu erhalten.Nach einem Komplettrückbau hätte die Gefahr bestanden, dass sich die Elbe nach Hochwässern ein neues Flussbett sucht und damit die Wasserstraße unpassierbar würde. Mit der Öffnung des Altdeichs bei Lenzen im August 2009 wurde schließlich die neue Vorlandfläche direkt wieder an die Dynamik der Elbe gekoppelt.

Durch die neuen "Lücken" im Deich kann sich die Elbe bei Hochwasser nun in der neu entstandenen Aue ausbreiten. Dies führt nicht nur dazu, dass sich ein bedrohter Lebensraum wieder entwickeln kann. Vielmehr wird durch den neu geschaffenen Retentionsraum der Scheitel von in diesem Abschnitt auflaufenden Hochwasserwellen um bis zu 40 Zentimeter abgemindert. Ein Aussichtspunkt, der "Auenblick", bietet seit August 2010 Einblicke und Naturschauspiel zu jeder Jahreszeit und informiert die Besucher gleichzeitig über die Deichrückverlegung.

Letzte Aktualisierung: 16.04.2013

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