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Der Finowkanal

Steckbrief:

  • beginnt als Langer Trödel an der Havel (Voßkanal) in Liebenwalde,
  • endet bei Oderberg (Mündung in die Alte Oder)
Länge: 48 km
Einzugsgebiet:  922 km2
Gewässertyp: Gewässer II. Ordnung (Landeswasserstraße) zwischen Liebenwalde und Oder-Havel-Kanal, Gewässer I. Ordnung (Bundeswasserstraße) zwischen Oder-Havel-Kanal und Oderberg

Finowkanal Die Bedeutung des Finowkanals für die Schifffahrt, auch für Freizeit und Erholung ist im Land Brandenburg gering. Der Finowkanal ist durch kommunale Abwässer hoch belastet. Der Wert für Natur- und Landschaftsschutz ist gegeben.

Unter Fachleuten gilt der Finowkanal nicht nur als einer der ältesten Europas, sondern auch als schönster Kanal Deutschlands. Seine Entstehung beruht auf einer Anweisung des Kurfürsten Joachim-Friedrich vom 21. Oktober 1603. Mit ihm sollte eine Verbindung von der Alten Havel, auch "Faule Havel" genannt, bei Liebenwalde zum Möllensee oberhalb des Dorfes Schöpfurth, heute Finowfurt, hergestellt und die einmündende Finow kanalisiert werden.

Kurz nach ihrer Fertigstellung wurde diese erste Havel-Oder-Wasserstraße im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges zerstört. Unter Friedrich dem Großen wurde erneut versucht, die Oder über Finow- und Haveltal mit der Elbe zu verbinden und damit der wirtschaftlichen Entwicklung Preußens zum Aufschwung zu verhelfen. Die Bauarbeiten begannen 1743. Drei Jahre später, am 16. Juni 1746, konnte dieser zweite Finowkanal mit der Fahrt eines mit 100 Tonnen Salz beladenen Kahnes bis nach Oderberg eingeweiht werden. Mehr als ein Jahrhundert verging, bevor der Kanal bis Hohensaaten verlängert wurde.

Zu den weiteren interessanten historischen Details zählt, dass mit dem Beginn der Dampfschifffahrt im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts auf dem gesamten Kanal auch wieder getreidelt wurde. Dabei setzte man anfangs Muskelkraft ein. Auch die Holzflößerei spielte eine große Rolle. Die begrenzte Durchlässigkeit führte dazu, dass der Oderberger See und die ausufernde Alte Oder zu riesigen Holzlagerplätzen wurden.

Der Transport enorm steigender Gütermengen zu Beginn dieses Jahrhunderts - im Jahre 1905 gingen fast 2,8 Mio. Tonnen Güter durch die Schleuse Eberswalde - machte eine neue Havel-Oder-Wasserstraße erforderlich. Sie wurde im Juni 1914 in Betrieb genommen. Damit verlor der Finowkanal seine Bedeutung. Aufgrund der insgesamt stark zurückgehenden Schifffahrt wurde nun an jeder der bis dahin 15 Staustufen eine der beiden Schleusenkammern zugeschüttet. Schleusenschließungen und die Kappung der Havelverbindung bei Liebenwalde folgten. So wurde der auch als Langer Trödel bezeichnete Abschnitt zum nicht mehr befahrbaren, stehenden Gewässer.

Heute nutzen nur noch Sportboote und Fahrzeuge der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung den Finowkanal. Eine durchgehende Befahrung ist aber aufgrund des zunehmenden Verfalls der Schleusen und Wehre nicht möglich. Trotzdem lohnt sich ein Abstecher. So kann man zum Beispiel über das Tal des Finowbaches das für Erholung und Naturschutz bedeutsame Wandlitz-Biesenthaler Seengebiet erreichen. Von Eberswalde aus fährt das Motorschiff "Bummel" zu den landschaftlich reizvollen "Eberswalder Höllen".

Letzte Aktualisierung: 22.06.2015

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