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Die Welse

Steckbrief:

Quellgebiet:  » Quelle ist der Große Prüßnicksee bei Parlow-Glambeck in der Schorfheide
  » mündet bei Schwedt in die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße
Länge: 58 km (gesamt) in Brandenburg
Einzugsgebiet: 808 km2 (gesamt) in Brandenburg
Gewässertyp: »  bis Wehr Neue Mühle / Blumenhagen   - Gewässer II. Ordnung,
» dann   - Gewässer I. Ordnung (nicht schiffbares Landesgewässer)
Die Bedeutung für den Natur- und Landschaftsschutz ist hoch, für die Freizeit und Erholungsnutzung geringer. Die Welse wird nicht für die Schifffahrt, Trinkwassergewinnung, landwirtschaftliche Bewässerung oder Wasserkraftgewinnung genutzt. Die Belastung durch kommunale oder industrielle Abwässer ist gering.
Gewässergüte: » Wolletzsee bis Passow  - Güteklasse III (stark verschmutzt)
» Passow bis Mündung  - Güteklasse II (mäßig belastet)

Welse - Durchbruch im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin Die Welse ist einer der wichtigsten westlichen Zuflüsse der Unteren Oder. Um 1230 erstmals als Grenze zwischen den pommerschen und brandenburgischen Ländereien erwähnt, ist sie heute vor allem ein wichtiges ökologisches Bindeglied zwischen den Naturräumen des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin und dem Odertal. Der größte der von der Welse durchflossenen Seen, der 310 Hektar große Wolletzsee bei Angermünde, teilt das Fließgewässer in zwei voneinander relativ unabhängige Systeme. Ungeklärt ist, ob die Welse bis ins 16. Jahrhundert hinein ihren Ursprung im Grimnitzsee bei Joachimsthal hatte.

Bis zum Wolletzsee verfügt die Welse sowohl über verbaute Uferabschnitte als auch über noch intakte Gewässer-Umland-Strukturen. Am Auslauf des Sees entwickelt sie dann ein breites Auengebiet. Bis zur Einmündung der Sernitz begünstigt ein relativ starkes Gefälle einen weiteren naturnahen Verlauf.

Im Unterlauf (etwa ab Biesenbrow) herrschen Begradigung und intensive Landnutzung vor. In ein trapezförmiges Querprofil mit meist geradflächigen Böschungen gepresst, verliert das Gewässer seine natürliche Gestalt. Stauhaltungen und damit verbundene geringe Fließgeschwindigkeiten (meist < 1 m/s) lassen das Artenspektrum verarmen, die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers ist vor allem für Fische behindert. Von den ehemals angrenzenden Niedermoorflächen sind die meisten durch Melioration und jahrzehntelange intensive Bewirtschaftung verlorengegangen.

Die Welse ist derzeit vom Ablauf des Sees bis zur Einmündung des Schmidtgrabens noch stark verschmutzt. Dazu tragen insbesondere die Abwässer aus der Kläranlage der Stadt Angermünde, die einer dringenden Modernisierung bedarf, sowie diffuse Nährstoffeinträge aus der im Welsebruch ansässigen Landwirtschaft bei. Die in der Vergangenheit von den Fischteichen an der Blumberger Mühle ausgehenden Belastungen konnten durch einen geringeren Karpfenbesatz deutlich vermindert werden. Ab Passow verbessert sich die Wasserqualität aufgrund fehlender direkter Einleiter.

Eine der vordringlichen Aufgaben im Welsegebiet ist die Umstellung auf eine umweltverträgliche Landnutzung, die auch den Biotop- und Ressourcenschutz einschließt. Dazu zählen unter anderem Renaturierungs- und Wiedervernässungsprojekte für Quell- und Niedermoorbereiche im Sernitzgebiet.

Letzte Aktualisierung: 04.05.2015

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