MLUL

Aufgaben

Fachübergreifende Themen

Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Verwaltung und Service

Die Oder

Steckbrief:

Quellgebiet: entspringt im Mährischen Gebirge der tschechischen Ostsudeten, mündet in das Stettiner Haff/Ostsee
Länge: 860 km gesamt, davon in Brandenburg 161 km und 17,5 km Westoder
Einzugsgebiet: 118.780 km2 gesamt, davon in Brandenburg 4.739 km2
Gewässertyp:   Gewässer I. Ordnung (Bundeswasserstraße)

Für die Schifffahrt und Trinkwassergewinnung, auch die landwirtschaftliche Bewässerung ist die Bedeutung in Brandenburg gering. 
Die Belastung durch kommunale und industrielle Abwässer ist hoch. 
Der Wert für Freizeit und Erholung ist in einzelnen Abschnitten unterschiedlich hoch, für den Natur- und Landschaftsschutz dagegen hoch bis sehr hoch.

Gewässergüte: Güteklasse II-III (kritisch belastet)

Die Oder - überflutete Polder im Nationalpark Unteres Odertal (MUGV) Wer hat die dramatischen Bilder vom Oder-Hochwasser des Sommers 1997 nicht in Erinnerung! Extrem starke Regenfälle in den polnischen und tschechischen Einzugsgebieten hatten zur größten Wasserflut in der Geschichte der Oderregion geführt. Zumindest im Land Brandenburg konnte dank des unermüdlichen wochenlangen Einsatzes zehntausender Helfer der Verlust von Menschenleben verhindert werden. Das Oderbruch blieb vor einer Überflutung verschont.

So feindselig, wie im Juli 1997 gibt sich die Oder aber sehr selten. Sie zeigt sich überwiegend von ihrer friedfertigen und ästhetisch reizvollen Seite. Im Land Brandenburg bildet sie zwischen Ratzdorf, wo die Lausitzer Neiße einmündet, und Mescherin, hier schon in West- und Ostoder geteilt, die deutsch-polnische Grenze.

Da die Oderregion auch künftig extrem hochwassergefährdet ist, sind verstärkte Anstrengungen erforderlich, um einen weitestgehenden Schutz insbesondere für die bedrohten Siedlungsgebiete zu gewährleisten. Hierzu gehört eine intensive Zusammenarbeit der Anrainerstaaten sowie die Ausarbeitung und Umsetzung eines Generalplans Hochwasserschutz für das brandenburgische Odergebiet.

Die Flussaue hat aber auch einen unschätzbaren Wert als Flächenfilter, der wie eine überdimensionale biologische Kläranlage das belastete Flusswasser reinigt. Und sie dient als Retentions- bzw. Überflutungsraum. Das umseitige Bild zeigt einen Ausschnitt der rund 5.000 Hektar großen Polderflächen des Schutzgebietes, die während des 97er Hochwassers geflutet werden mussten, um die Oderdeiche zu entlasten.

Trotz Ausbaus zu einer internationalen Wasserstraße sind typische, inzwischen sehr seltene Stromtalbiotope erhalten geblieben. Da die Oder auch eine Vogelzug- sowie Fischwanderstraße ersten Ranges ist - beispielsweise für die von der Ostsee stromaufwärts in ihre Laichgebiete ziehenden Arten wie Lachs, Maifisch, Schnepel und Stör - gehört sie zu den brandenburgischen Fließgewässern mit höchstem Schutzwert.

Ein besonderes Kleinod ist das untere Odertal. Es stellt die letzte, noch in großen Teilen intakte trichterförmige Flussmündung Mitteleuropas dar. Aufgrund seines hohen ökologischen Wertes wurde der in Brandenburg liegende Teil Kernstück des 1995 gegründeten Nationalparks Untere Oder; er ist der jüngste von nunmehr einem Dutzend in Deutschland. Um Kultur- und Naturlandschaft beiderseits des Flusses nicht nur zu schützen und zu entwickeln sondern auch für die Besucher erlebbar zu gestalten, wurde das Gebiet von Anfang an als länderübergreifendes Naturschutzprojekt angelegt, in dem mehr als 100 Vegetationstypen und mehr als 500 Pflanzenarten nachgewiesen sind.

Wo sonst gibt es in Deutschland neben Erlen-Eschen- und Eichen-Hainbuchenwäldern noch einen Riesenschachtelhalm-Quellbruchwald? Für Wachtelkönig und Seggenrohrsänger, beides vom Aussterben bedrohte Arten, sind die Feuchtwiesen und Seggenbestände des Nationalparks eines der bedeutendsten Brutgebiete Deutschlands.

Die Oder verdankt ihren lateinischen Namen Fluvius Viadrus dem griechischen Geografen Ptolemäus. In dem Glauben, dass die Oder nur an einer Stelle in die Ostsee mündet, kennzeichnete Ptolemäus diese Stelle, die heute als Peenestrom bezeichnet wird und nannte sie Viadra (Durchfluss).

Weitere Informationen:

Oderhochwasser 1997

Letzte Aktualisierung: 04.05.2015

Übersicht

Themen


Hochwasserportal Brandenburg

 

 


Kontakt

Landesamt für Umwelt
Abteilung Wasserwirtschaft
Referat W12
E-Mail an: Hydrologie Potsdam