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Die Alte Oder

Steckbrief:

Quellgebiet: entspringt nördlich von Lebus im Oderbruch und mündet bei Hohensaaten in die Oder
Länge: 79 km (gesamt) in Brandenburg
Einzugsgebiet: 1 360 km2 (gesamt) in Brandenburg
Gewässertyp: bis Wriezen: Gewässer II. Ordnung
danach: Gewässer I. Ordnung
(bis Oderberg Landesgewässer, dann Bundeswasserstraße)
Gewässergüte: Zwischen Seelow und Neutrebbin Güteklasse II-III (kritisch belastet)
Von Neutrebbin bis Wriezen Güteklasse II (mäßig belastet)
Güstebieser Alte Oder und Alte Oder ab Wriezen Güteklasse III (stark verschmutzt)
 

Alte Oder bei Oderberg Für die Schifffahrt wird die Alte Oder im Land Brandenburg nur zwischen Oderberg und Hohensaaten genutzt, für die landwirtschaftliche Bewässerung ist ihre Bedeutung dagegen hoch. Es findet keine Trinkwasser- oder Energiegewinnung durch Wasserkraft statt. Die Gewässerbelastung rührt aus kommunalen, kaum aus industriellen Abwässern. Die Freizeit- und Erholungsnutzung ist gering, das Gebiet ist teilweise sehr wertvoll für den Natur- und Landschaftsschutz. Noch vor wenigen Jahrhunderten durchfloss die Alte Oder innerhalb eines weitverzweigten Gewässernetzes eine urwüchsige, von Menschen fast unberührte Auenlandschaft. Erst mit der gezielten Trockenlegung der Oderaue unter Friedrich II. in der Mitte des 18. Jahrhunderts änderte sich das Bild entscheidend. Der Oderstrom wurde teilweise in ein neues Flussbett verlegt, von seinem ursprünglichen Gewässernetz abgetrennt und durchgehend eingedeicht, um Schritt für Schritt wirtschaftlichen Erfordernissen zu genügen.

Heute hat die Alte Oder ihren Ursprung wenige Kilometer nördlich von Frankfurt (Oder) in der Nähe von Lebus. Sie durchquert das gesamte Oderbruch, bevor sie bei Hohensaaten in die Oder mündet. Dabei kann die Vielzahl der im Oderbruch mit dem Namen oder dem Namenszusatz Alte Oder bezeichneten Gewässer, zum Beispiel Güstebieser Alte Oder und Wriezener Alte Oder, den Unkundigen schnell verwirren.

Am anschaulichsten lässt sich die Alte Oder durch das gesamte Oderbruch beschreiben: Mit einer Fläche von 800 km2 gilt es als größtes zusammenhängendes Flußpoldergebiet in Deutschland. Durchschnittlich liegt es 2 bis 5 Meter unter dem mittleren Oderwasserspiegel. Sein Gewässernetz besitzt keine natürliche Verbindung mehr zur Oder und wurde zur Gewinnung des fruchtbaren Auenbodens als großflächiges Entwässerungssystem ausgebaut. Eine Vielzahl von Wehren und Stauen halten heute das Wasser in einem Gebiet mit klimatisch bedingtem Wassermangel zurück.

Durch das geringe Gefälle der Oderbruchgewässer und Eingriffe des Menschen in die Flusslandschaft fließen die Gewässer überwiegend langsam. Stoffeinträge aus diffusen Quellen (landwirtschaftliche Nutzflächen) oder punktförmigen Einleitungen (Kläranlagen) gelangen mit dem sogenannten Drängewasser in die Polder des Oderbruchs und beeinflussen die Gewässergüte. Ab Wriezen muss die Alte Oder immer noch als "stark verschmutzt" eingestuft werden.

Das Oderbruch - eine historisch und wirtschaftlich wertvolle Kulturlandschaft - hat eine 250jährige Tradition. Die fruchtbaren Böden werden seit ihrer Trockenlegung landwirtschaftlich genutzt. Eine Renaturierung der Gewässer muss sich den gewachsenen kulturlandschaftlichen Gegebenheiten anpassen und kann nur schrittweise und sehr behutsam im Einklang mit dem Hochwasserschutz erfolgen. Gegenwärtig wird eine Umgestaltung der Oderbruchgewässer zur Schaffung eines ökologischen Verbundsystems der Wasserläufe geplant.

Letzte Aktualisierung: 04.05.2015

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