Die Schellente

Bucephala clangula

Schellentenmännchen Die Schellente ist eine im wesentlichen schwarzweiss gefärbte Tauchente mit kurzem Schnabel. Sie ist ähnlich der Reiherente, aber ohne Schopf, mit orangefarbenen Beinen und zwischen Auge und Schnabel hat sie einen großen, runden, weißen Fleck. Die Weibchen haben eine graue Oberseite und einen braunen Kopf mit weissem Halsband. Die Schellente erreicht eine Länge von 46 Zentimeter und ein Gewicht von 0,8 bis 0,9 Kilogramm.

Ihren Namen trägt die Schellente wegen des klingenden Flügelschlages während ihres Fluges und wird im Englischen wegen ihres goldenen Augenringes "Golden Eye" genannt. Sie ist ein häufiger Brutvogel der nordischen Nadelwaldzone. Die Nordgrenze des Brutgebietes fällt etwa mit der Waldgrenze zusammen, im Süden stößt sie stellenweise weit in die Mischwälder vor. Zur Brutzeit hält sich die Schellente mit Vorliebe an Seen und langsamen Fließgewässern mit bewaldeten Ufern auf. Bei der Balz von Februar bis April umschwimmen die Erpel ihre Weibchen mit lang ausgestrecktem Hals und werfen häufig den Hals kurz in den Rücken, so dass der Schnabel senkrecht in die Höhe weist. Dabei lassen sie einen schrillen und hohen Ton hören, den man mit "knirr" bezeichnen kann.

Schellenten bevorzugen hohle Bäume möglichst nahe am Wasser, aber auch bis 1,5 Kilometer vom Ufer entfernt. Die Schellente zwängt sich noch in eine Schwarzspechthöhle mit einem Eingang von 9 Zentimeter Durchmesser, verweigert aber Höhlen mit einer Öffnung von mehr als 25 Zentimeter Durchmesser. Die Küken schlüpfen nach langer Brutzeit von ca. 30 Tagen, sind aber weitentwickelt. Die Küken springen aus jeder Höhe zu Boden, wenn die Mutter draußen lockt. Sie sind oberseits olivebraun, unterseits gelbbraun mit schwärzlichem Längsstrich durch das Auge. Nach schon zwei bis drei Wochen verlässt die Mutter die Küken, welche jedoch erst mit 2 Monaten fliegen können.

Sie ist Zugvogel und verbringt den Winter teils auf dem Meer in geschützten Buchten und auf Lagunen, teils auch auf klaren tiefen Süßwasserseen. Große Scharen überwintern in der westlichen Ostsee, viele auch bei den Britischen Inseln und an der Westküste Europas.

Bei der Nahrungssuche taucht die Schellente fast senkrecht ab und dreht am Grunde Steine um. Sie taucht bis in 8 Meter Tiefe und bleibt meist etwa 30 Sekunden unten. Hauptnahrung im Meer sind je nach Angebot Krebse, Schnecken und Muscheln. Im Süßwasser Köcherfliegenlarven und andere Wasserinsekten, dazu Fröschchen, kleine Fische und Pflanzenteile als Beikost.

Letzte Aktualisierung: 28.11.2013