Moore in Brandenburg

Moore - Einführung

Seit vielen Jahrhunderten ist die Mark Brandenburg für Ihre weiten Landschaften aus Sumpf und Sand bekannt. Die ausgedehnten großen Moorflächen im Norden und Westen Brandenburgs – hierzulande landläufig als Lücher bezeichnet – boten noch vor 300 Jahren als unüberwindliche Naturhindernisse Schutz vor Feinden. Heute ist der Großteil dieser gefürchteten „Sümpfe“ trockengelegt und als Moor kaum noch erkennbar.

Klöden zeichnet 1835 folgendes Bild des Havelländischen Luchs: „In jedem Frühjahr quoll der Boden dieses Luchs durch das hervordringende Grundwasser auf, die Rasendecke hob sich in die Höhe, bildete eine schwimmende elastische Fläche, welche bei jedem Schritt unter den Füßen einsank, während ringsum ein flach trichterförmig ansteigender Abhang sich bildete. Andre Stellen, welche sich nicht in die Höhe heben konnten, sogenannte Lanken, wurden überschwemmt, und so glich das Luch in jedem Frühjahr einem weiten See, über welchem jene- Rasenstellen wie grüne schwimmende Inseln zwischen den erhöhten Plateaus hervorragten. während an anderen Stellen die Weiden, Elsen und Birkengebüsche sich mit ihren Wipfeln im Wasser spiegelten, oder da, wo sie auf sandigen, aus dem Moore emporsteigenden Bodenanschwellungen (sogenannten Horsten) gewachsen waren, kleine Waldinseln darstellten.“

Das Land Brandenburg hatte noch Anfang des 20. Jahrhunderts über 270.000 Hektar Moorfläche. Aktuelle Erhebungen weisen noch 166.000 Hektar Moorfläche aus (Bauriegel 2014), wovon knapp 7.000 Hektar eine ausreichende Wasserversorgung für Moorwachstum aufweisen. Seit 2013 existiert eine überarbeitete Moorkarte für Brandenburg (MIL 2014).

Organische Böden 1934 bis 1965
(ha)
2013
(ha)
Anmoore 17.000 42.000
Moorgleye 29.000 55.000
Moore < 7 dm 73.000 45.000
Moore 7 - 10 dm 43.000 27.000
Moore > 10 dm 110.000 94.000
Summe Moore 226.000 166.000

 Tab.: Flächenanteilsveränderungen 
 der betrachteten organischen Böden  
 in der Zeitspanne von 1994 bis 2013
 für das Land Brandenburg (MIL 2014).

 

 

 

 

 

Die Verteilung der Moorflächen und Moortypen hängt eng mit der Gliederung der eiszeitlichen Landschaftsformen zusammen. Das gesamte Land Brandenburg ist Bestandteil des Tieflandbezirks der Moorregion der minerotrophen Moore in der temperaten Laubwaldzone. Aufgrund der geringen Niederschläge treten im Lande keine Regenmoore mehr auf. Zu unterscheiden sind die Moore der Jungmoräne im Norden und Osten von den Mooren der Urstromtäler und Altmoränen.

In der Jungmoräne finden man die gesamte Bandbreite an ökologischen Moortypen (Link) dieser Moorregion sowie die hydrogenetischen Moortypen Versumpfungs-, Verlandungs-, Auen-Überflutungs-, Quell-, Durchströmungs- und Kesselmoor. In den Urstromtäler und den Altmoränen fehlen Kesselmoore.

Die ökologischen Moortypen Basen- und Kalk-Zwischenmoore treten hier nicht mehr auf. Hangmoore sind vereinzelt an Moränenrändern vorhanden (u. a. Landgraf 2007).

Weiterführende Informationen
Materialien des Landes können bezogen werden über:
 
postalisch: Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg, 
Heinrich-Mann-Allee 103, 14473 Potsdam 
online: vertrieb@geobasis-bb.de 
Telefax::+49 331/ 8844-126

Moore in Brandenburg (2010),
Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg,
Naturschutz und Landschaftspflege Heft&nbsp,3 und 4: 116 S.

Sensible Moore in Brandenburg (2009)
Punkt-Shape der Arm- und Zwischenmoore (z. T. auch Durchströmungs-, Hang- und Quellmoore) des Landes Brandenburg mit Informationen über Zustand, Wasserhaushalt, Moortyp, Gefährung und notwendige Maßnahmen. Der Datenbestand wurde seit 2009 nicht mehr wesentlich aktualisiert.

Literaturliste (Auswahl):

LiteraturBemerkungen
Bauriegel, A. (2014): Verbreitung der Moorböden.
In: Luthardt, L. & Zeitz, J. 2014:
Moore in Brandenburg und Berlin,
Verlag Natur & Text: 123-135
Im Text verwendet.
Landgraf, L. (2007):
Zustand und Zukunft der Arm- und Zwischenmoore
in Brandenburg

In: Naturschutz und Landschaftspflege
in Brandenburg 16 (4): S. 104 -115
Im Text verwendet.
MIL-Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des 
Landes Brandenburg (2014): Abschlussbericht zum 
Vorhaben „Schaffung einer Datengrundlage für die
Ableitung von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen 
auf Moorstandorten in Brandenburg Potsdam.
Im Text verwendet.
Letzte Aktualisierung: 30.08.2016

Moore - Einführung


Moorschutz

Moorschutz - Übersicht


Moore - Themen


Weiterführende Informationen Moore


Kontakt

Landesamt für Umwelt
Fachbereich Moorschutz

Referat W 26
- Isabell Hiekel
- Jens Thormann
- Dr. Lukas Landgraf
 
korrespondierender Experte
- Udo List (Referat GR 4)