Hydrogenetische Moortypen

Moore - Einführung

In Brandenburg treten sieben hydrogenetischen Moortypen auf, die sich in geneigte und horizontale Moore unterscheiden lassen. Der von seinem Flächenanteil bedeutendste hydrogenetische Moortyp in Brandenburg ist das Versumpfungsmoor, vielfach auch als Luch oder Luchgebiet bezeichnet.

Neues Fenster: Bild vergrößernDie größte ökologische Vielfalt an naturnahen Mooren ist in Verlandungsmooren erhalten geblieben. Naturnahe Reichmoore als Verlandungsmoore findet man kleinflächig noch relativ häufig. In einigen Jungmoränenlandschaften lassen sich auch noch häufiger naturnahe Kesselmoore als Sauer-Arm- und Zwischenmoore entdecken. Größere naturnahe Durchströmungsmoore sind leider aktuell in Brandenburg nicht mehr vorhanden.

Horizontale Moore

Auen-Überflutungsmoor 
Meist flachgründige Moorbildungen in Flussauen mit typischer Wechsellagerung von Torf, Mudde mit Ton, Lehm und Sand. Auch Torfe stark mineralhaltig. 
Treten nur als Reichmoore auf.

Grundwasser-Versumpfungsmoor 
Flachgründige Moorbildungen mit höher zersetzten Torfen in Talsandlandschaften. Reichmoore in der Jungmoräne, Sauer-Arm- und Zwischenmoore in der Altmoräne. 
Luchgebiete Brandenburgs.

Stauwasser-Versumpfungsmoor 
Kleinmoore in Senken der Grund- und Endmoränen mit stark schwankendem Wasserspiegel: Über bis unter Flur. Flachgründig, mit höher zersetzten Torfen. Sauer-Arm- und Zwischenmoore in der Altmoräne, Reichmoore in der Jungmoräne.

Verlandungsmoor
Bei Gewässerverlandung entstehend; mittel- und tiefgründig. 
Große ökologische Vielfalt von Sauer-Arm- bis Reichmoor.

 

Kesselmoor
Kleinmoore in Senken der Grund- und Endmoränen mit zusätzlichem Oberflächen- und Zwischenzufluss aus der ungesättigten Bodenzone. Oft konzentrische Vegetationszonen mit Randsumpf. 
Vielfach mittel- bis sehr tiefgründig.

Geneigte Moore

Hangmoor 
Flache Moorauflagen als Hangversumpfung auf Hängen der Altmoräne mit Stauschicht aufwachsend. 
Schwankende Wasserspeisung. Sauer-Zwischenmoore.

 

Sickerwasser-Quellmoor 
Moorbildung an ungespannten Grundwasseraustritten in Hanglage bestehend aus Quellaustritt und Überrieselungsfläche. Außer als Sauer-Armmoor in allen ökologischen Moortypen auftretend.

Druckwasser-Quellmoor 
Kuppelförmig aufgewölbte Moorhügel an gespannten Grundwasseraustritten in Hang- und Tallage bestehend aus Quellaustritt und Überrieselungsfläche. 
Aktuell überwiegend als Reichmoor und nur kleinflächig als Basen-Zwischenmoor vorkommend.

 

Durchströmungsmoor
Mittlere und große Moore mit mesotroph-basenreicher, seltener mesotroph saurer Vegetation. Der Torf wird durchströmt, wodurch Nährstoffe herausgefiltert werden. Durchströmungsmoore sind daher immer mesotroph.
In der Jung- und Altmoräne meist unterhalb von Quellmooren.

Neues Fenster: Bild vergrößernFlächenanteile der hydrogenetischen Moortypen in Brandenburg. Abgeleitet aus Altdaten von Lehrkamp in Landgraf & Schultz-Sternberg 2001

 

 

 

Literaturliste (Auswahl):

LiteraturBemerkungen
Succow, M. & Joosten, H. (2001):
Landschaftsökologische Moorkunde,
Schweizerbart`sche Verlagsbuchhandlung Stuttgart: 622 S.
Das Standardwerk der Moorkunde,
auch zu diesem Thema
Succow, M. & Jeschke L. (1990):
Moore in der Landschaft,
Verlag Harri Deutsch Thun, Frankfurt (Main): 268 S.
Die Moortypen werden in diesem
Buchleicht verständlich und anschaulich erläutert.
Claus-Peter Hutter (Hrsg.); Alois Kapfer, Peter Poschlod (1997):
Sümpfe und Moore – Biotope erkennen, bestimmen, schützen.
Weitbrecht Verlag, Stuttgart/Wien/Bern.
Anschauliche Erklärungen und Darstellungen
Landgraf, L. & Schultz-Sternberg, R. (2001):
Ökologische Bewertung der brandenburgischen
Niedermoore - Auswertung digitaler Biotop- und Moordaten,
In: Naturschutz & Landschaftspflege 10 (1),
Landesumweltamt Brandenburg, S. 17-28
Übersicht zu brandenburgischen
Moordaten aus Altdaten abgeleitet.
Letzte Aktualisierung: 12.01.2017

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- Dr. Lukas Landgraf
 
korrespondierender Experte
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