Moortypen

Moore - Einführung

Ökologischer Moortyp
Bereits 1907 entdeckte der Moorforscher C. A. Weber den Zusammenhang zwischen der Vegetationsausprägung von Mooren und dem pH-Wert sowie dem Nährstoffgehalt im Boden und entwickelte daraus eine dreigliedrige Moorklassifikation. Heute hat sich dieses System zur Einschätzung des sogenannten „ökologischen Moortyps“ in Mitteleuropa durchgesetzt, so dass man fünf ökologische Moortypen als Sauer-Arm-, Sauer-Zwischen-, Basen-Zwischen-, Kalk-Zwischen- und Reichmoore beschreiben kann (Succow & Joosten 2001).

Hydrogenetischer Moortyp
Die Speisungsbedingungen mit Wasser und die Art und Weise der Wasserströmung sind ausschlaggebend für die Ausprägung des ökologischen Moortyps, des Reliefs, der Torfeigenschaften, für das Moorwachstum und vieler weiterer Eigenschaften. Daher eignet sich die Wasserspeisung als Grundlage der Moorentwicklung für eine weitere Moorklassifizierung: den hydrogenetischen Moortyp.

Bodenphysikalische Mooreigenschaften

Mooroberflächen können wie Wellen schwingen, weich oder auch fest sein. Ursache dessen ist der Anteil der Poren im Torf. Je weniger Poren und entsprechend mehr Festbestandteile pro Volumeneinheit vorhanden sind, desto höher ist das Substanzvolumen. Man unterscheidet die auf dem Wasser schwimmenden Schwingdecken, vom weichen Schwammmoor und festen Standmoor. Die Tragfähigkeit nimmt mit steigendem Substanzvolumen zum Standmoor hin zu. Trockene Schwammmoore können den Anschein von Standmooren erwecken, da der Auftrieb fehlt. Die Auf- und Abbewegung von Schwammmooren bei schwankenden Wasserständen wird auch als „Oszillation“ oder „Mooratmung“ bezeichnet. Auch die schwimmenden Schwingdecken bewegen sich mit dem Wasserspiegel auf und ab. Aus diesem Grunde können bei hohen Wasserständen nur Standmoore überstaut werden. Die Wasser aufnehmenden und abgebenden Poren, die Wasserkissen und die Senken im Relief bilden einen bedeutenden Wasserspeicher. Vor allem Schwing- und Schwammmoore bremsen dadurch Hochwasserabflüsse.

Der Auftrieb des Torfes bestimmt, ob der Torf schwimmt. Dieser wird durch die Rohdichte und die im Torf eingeschlossenen Gasbläschen beeinflusst und kann jahreszeitlich schwanken. So heben sich manche Torfflächen im Sommer vom Gewässergrund ab, wenn bei höheren Temperaturen viel Gas gebildet wird.

Literaturliste (Auswahl):

Literatur Bemerkungen
Succow, M. & Joosten, H. (2001):
Landschaftsökologische Moorkunde,
Schweizerbart`sche Verlagsbuchhandlung Stuttgart: 622 S.
Das Standardwerk der Moorkunde,
auch zu diesem Thema
Succow, M. & Jeschke L. (1990):
Moore in der ,Landschaft,
Verlag Harri Deutsch Thun, Frankfurt (Main): 268 S.
Die Moortypen werden in diesem
Buchleicht verständlich und anschaulich erläutert.
Claus-Peter Hutter (Hrsg.); Alois Kapfer, Peter Poschlod (1997):
Sümpfe und Moore – Biotope erkennen, bestimmen, schützen.
Weitbrecht Verlag, Stuttgart/Wien/Bern.
Anschauliche Erklärungen und Darstellungen
Letzte Aktualisierung: 20.02.2015

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Kontakt

Landesamt für Umwelt
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Referat W 26
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- Dr. Lukas Landgraf
 
korrespondierender Experte
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