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Torfmoosmoore

Moore - Einführung

Torfmoosmoore umfassen die ökologischen Moortypen Sauer-Arm- und Sauer-Zwischenmoore. Prägend sind Torfmoose, Wollgräser und Zwergsträucher. Aufgrund der extremen Lebensbedingungen mit geringem pH-Wert (pH <4,8) in Verbindung mit hohem Wasserstand leben hier wenige, aber hoch spezialisierte Tier- und Pflanzenarten. Von den nährstoffreichen Mooren (Reichmooren) sind sie durch die Armut an Kräutern und die Dominanz der Torfmoose zu unterscheiden. Von den Braunmoosmooren wiederum unterscheiden sie sich durch das Fehlen an Braunmoosen bzw. basiphilen Torfmoosen, Orchideen, den geringen Anteil an krautigen Pflanzen und die geringe Artenzahl an Pflanzen insgesamt.

Sauer-Arm- und Sauer-Zwischenmoore lassen sich anhand der Vegetation relativ leicht unterscheiden. Vom Erscheinungsbild sind die Armmoore offener, niedrigwüchsig (Ausnahme Gehölze) und nahezu ohne krautige Pflanzen. In den Zwischenmooren treten krautige Pflanzen und Seggen hinzu. Ihr Erscheinungsbild ist üppiger.

Einen tieferen Einblick in die Pflanzenwelt der Torfmoosmoore in Brandenburg gibt die Bildserie: Brandenburgische Torfmoosmoore – Einblicke in einen extremen Lebensraum Torfmoosmoore weisen oft eine klar abgrenzbare Zonierung vom Moorrand zum Zentrum hin auf, da die Nährstoffversorgung zum Zentrum ab- und die Wasserversorgung zunimmt. Dadurch entstehen bei den auf nährstoffarmen Mooren wachsenden Kiefern typische Wuchsformen. Diese sogenannten Moorkiefern (in Brandenburg Pinus sylvestris) wachsen oft sehr langsam und knorrig.

Auch in nährstoffarmen Mooren findet sich Nahrung. Die Beeren der Moosbeere sind essbar.
Der Sumpfporst wurde früher als Mottenkraut in die Kleiderschränke gelegt. Manche Moornamen mit der Silbe „Post“ lassen sich auf den Porst zurückführen, der bei warmem Wetter weithin seinen starken Duft verströmt.
Die Blasenbinse ist eine botanische Kostbarkeit der intakten Moorflächen. Sie ist in Brandenburg selten geworden. Ihre Rhizome erhalten sich als charakteristische Reste im Torf.

 

Torfmoosmoore standen schon früh im Fokus der Moorkundler und Botaniker. Kurt Hueck war im Brandenburgischen einer der Pioniere bei der Erforschung dieser Moore, damals hier noch als „Hochmoore“ bezeichnet. Heute wissen wir, dass es diesen Typ der Regenmoore in Brandenburg nicht gibt. Die Torfmoosmoore sind hierzulande meist Kessel- und Verlandungsmoore.

Literaturliste (Auswahl):

LiteraturBemerkungen
Hueck, K. (1925)
Vegetationsstudien auf Brandenburgischen Hochmooren.
Beitr. z. Naturdenkmalpflege 10 (5): 309-408
Eine der ersten sehr umfassenden ökologischen Moorstudien in Brandenburg
Hueck, K. (1926)
Die Naturschutzgebiete Preußens.
Das Moosfenn in der Forst Potsdam.
Beitr. z. Naturdenkmalpflege 11: 29-31
Erste Arbeit über eines der best untersuchten Torfmoosmoore in Brandenburg
Hueck, K. (1926)
Die Naturschutzgebiete Preußens.
Die Vegetation und Entwicklungsgeschichte
des Hochmoores am Plötzendiebel (Uckermark).
Beitr. z. Naturdenkmalpflege 13, 1: 229  S
Sehr umfassende und ökologisch auch heute noch interessante Gebietsmonographie
Conwentz, H., Dahl, F., Kolkwitz, R., Schröder, H., Stoller, I. und Ulbrich, E..
Das Plagefenn bei Chorin. (1912). Ergebnisse der Durchforschung eines Naturschutzgebietes der preussischen Forstverwaltung.
(Beiträge zur Naturdenkmalpflege. III. Berlin, Gebr. Bornträger, gr. 8°. XVI, 688 pp.
Großes umfassendes ökologisches Werk zum Plagefenn, dem ersten Moorschutzgebiet in Preußen
Timmermann, T. (1999):
Sphagnum-Moore in Nordostbrandenburg: Stratigraphisch-hydrodynamische Typisierung und Vegetationswandel seit 1923.
Dissertationes Botanicae, band 305, Cramer, Stuttgart: 175 S.
Vergleichende ökologische Studie von kessel- und Verlandungsmooren im Barnim und der südlichen Uckermark mit Altdaten von Hueck
Landgraf, L. (2007)
Zustand und Zukunft der Arm- und Zwischenmoore in Brandenburg – Bewertung und Bilanz.
In: Naturschutz und Landschaftspflege in Brandenburg, Landesumweltamt Brandenburg: Heft 4, 104-115 S.
Bilanz zum Bestand der Torf- und Braunmoosmoore
Letzte Aktualisierung: 10.01.2017

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Referat W 26
- Isabell Hiekel
- Jens Thormann
- Dr. Lukas Landgraf
 
korrespondierender Experte
- Udo List (Referat GR 4)