Braunmoosmoore

Moore - Einführung

Braunmoosmoore umfassen die ökologischen Moortypen der Basen- und Kalk- Zwischenmoore. Es sind sehr artenreiche Lebensräume. Sobald die oberste Torfschicht (Akrotelm) deutlich über das Grundwasserniveau aufwächst, nimmt der Einfluss basenarmen Niederschlages auf die Vegetation gegenüber dem basen- bzw. kalkreichen Grundwasserzustrom zu. In dieser Phase ist die Artenvielfalt enorm hoch, da basen- bzw. kalkliebende Pflanzenarten in Schlenken eng verzahnt mit Arten der Sauermoore auf den Bulten zu finden sind. Ein typisches Vegetationsbild der Braunmoosmoore sind Klein- und Mittelseggen mit großflächigen Braunmoosbeständen sowie krautigen Pflanzen.

Naturnahe Basen-Zwischenmoore sind in Brandenburg sehr selten anzutreffen; naturnahe Kalk-Zwischenmoore gibt es nur noch in kleinen Restflächen. Die Unterscheidung der beiden ökologischen Moortypen lässt sich vor allem an den kalkliebenden Arten festmachen (Tabelle). Dazu gehören das Fettkraut (Pinguicula vulgaris), die Seggen Carex lepidocarpa und C. oederi und die Armblütige Sumpfbinse (Eleocharis quinqueflora). Braunmoose mit stark gekrümmten Blättern (Scorpidium scorpioides, Drepanocladus spec.) sind weitaus häufiger als in den Basen-Zwischenmooren.

Eindrücke aus brandenburgischen Braunmoosmooren gibt die Bildserie: Brandenburgische Braunmoosmoore – Vielfalt auf engstem Raum.
Die letzten naturnahen Braunmoosmoore in Brandenburg gehören botanisch zum Interessantesten, was das Land an Mooren zu bieten hat. Ursprünglich traten sie als Durchströmungs-, Verlandungs- und Versumpfungsmooren auf. Heutzutage finden sich Braunmoosmoore hauptsächlich noch auf Verlandungsmooren. Die wenigsten davon sind so intakt, dass sie ohne Pflegmahd auskommen.

Das Fettkraut ist neben den drei Sonnentau- und den Wasserschlaucharten eine weitere Pflanze, die sich das Nahrungsangebot mit Insekten bereichert, um so genügend Stickstoff zu gewinnen.
Eine attraktive Moororchidee ist die Sumpfsitter (Epipactis palustris), die ihren Schwerpunkt in Kalk-Zwischenmooren hat.

 

Braunmoosmoore sind aufgrund ihrer Artenvielfalt von besonderem Interesse für den Naturschutz. Vielerorts werden noch artenreiche Moorwiesen und sogenannte „Orchideenwiesen“ gepflegt. Im entwässerten Zustand würden sie ansonsten rasch mit Gehölzen zuwachsen und diese die selten Arten verdrängen. Deshalb ist es so wichtig, naturnahe Braunmoosmoore zu erhalten und wiederherzustellen, wie z. B. im Projekt des NaturSchutzFonds Brandenburg „Kalkmoore Brandenburgs“.

Literaturliste (Auswahl):

LiteraturBemerkungen
Michealis, D (2002) Die spät- und nacheiszeitliche Entwicklung der natürlichen Vegetation von Durchströmungsmooren in Mecklenburg-Vorpommern am Beispiel der Recknitz, Dissertationes Botanicae, Band 365: 188 S. Hier erfährt man, wie sich die Braunmoosmoore auf Durchströmungsmooren entwickelt haben und deren Vegetationszusammensetzung
Dierssen, K. & Dierssen, B (2001) Moore, Ulmer-Verlag: 230 S. Moorbuch aus botanischer Sicht u.a. auch Beschreibungen von Braunmoosmooren
Ringler, A. & Dingler, B. (2005): Moortypen in Bayern, Bayerisches Landesamt für Umwelt, Augsburg: 103 S. Beschreibung der Vegetation und Hydrologie bayerischer Moortypen, darunter auch Braunmoosmoore
Landgraf, L. (2007)
Zustand und Zukunft der Arm- und Zwischenmoore in Brandenburg – Bewertung und Bilanz.
In: Naturschutz und Landschaftspflege in Brandenburg, Landesumweltamt Brandenburg: Heft 4, 104-115 S.
Bilanz zum Bestand der Torf- und Braunmoosmoore

Weiterführende Informationen zur Wiederherstellung von Braunmoosmooren in Brandenburg:

In einem Themenmanagementplan „Braunmoosmoore“ wurden die Braunmoosmoore im Zustand erfasst und die meist gestörten Standorte hinsichtlich Ihrer Wiederherstellbarkeit bewertet. Dieser Plan war u. a. Grundlage für das LIFE-Projekt „Kalkmoore Brandenburgs“. Die Ergebnisse finden Sie hier:

Letzte Aktualisierung: 04.08.2017

Übersicht

Themen A-Z


Moore - Einführung


Moorschutz

Moorschutz - Übersicht


Moore - Themen


Weiterführende Informationen Moore


Kontakt

Landesamt für Umwelt
Fachbereich Moorschutz

Referat W 26
- Isabell Hiekel
- Jens Thormann
- Dr. Lukas Landgraf
 
korrespondierender Experte
- Udo List (Referat GR 4)