Moorschutzförderung

Moorschutz und moorangepasste Technik – Moorschutzrichtlinie ProMoor

Angepasste Erntetechnik (lensecape.org)Angepasste Erntetechnik (lensecape.org)

Nasse Moore leisten einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz. Doch die Bewirtschaftung nasser Moore stellt Landwirte vor allem aus Sicht des Bodendruckes aber auch hinsichtlich des Wassermanagements vor technische Herausforderungen, die für die Betriebe oft schwer zu stemmen sind. Das Land Brandenburg legt daher auf der Basis von EFRE-Mitteln eine Förderrichtlinie auf, die im Februar 2019 in Kraft getreten ist. Die Förderrichtlinie ist auf Klimaschutzwirkungen durch die Erhaltung bzw. Wiedervernässung von Mooren ausgerichtet und umfasst zwei Schwerpunkte:

  1. Maßnahmen zum Erhalt und zur Wiederherstellung von naturnahen Mooren (Flächen im Land Brandenburg außerhalb der LEADER-Gebietskulisse des EPLR 2014-2020)
  2. Wissenschaftlich begleitete Pilot- und Demonstrationsvorhaben zur bodenschonenden Bewirtschaftung von Moorstandorten durch Einsatz und Erprobung geeigneter Technik und der damit verbundenen Minderung des Bodendrucks (Flächen im Land Brandenburg)

Dazu fand am 17.Oktober 2018 eine Informationsveranstaltung in der Heimvolkshochschule Seddin statt.

Das Land Brandenburg unterstützt mit dieser Richtlinie Landwirte bei der Anschaffung von Technik aber auch Menschen bei der Entwicklung angepasster Technik und Verfahren. Die ProMoor-Richtlinie fördert den Erhalt der Moorsubstanz und mindert die schädliche Klimawirkung entwässerter Moore. Die Wirkung der Technik auf Moorboden und somit fürs Klima soll wissenschaftlich begleitet und das Wissen für weitere Anwendungen zugänglich gemacht werden.

Zielstellung 

Ganzjährig hohe Wasserhaltung im Grünland auf Moor- und Anmoorböden. Minderung der Emission klimaschädlicher Gase aus Mooren bzw. Erhaltung geringer Emissionen mit geringen Verlusten der Torfsubstanz oder besser Erhaltung der Torfsubstanz.

Wer kann gefördert werden? 

Juristische Personen des öffentlichen Rechts und juristische Personen des privaten Rechts u.a. Personengesellschaften und Einzelunternehmen. Dazu gehören u. a. landwirtschaftliche Unternehmen.

Welche Voraussetzungen sind erforderlich? 

Die Maßnahme ist auf organischen Böden (Moor, Moorgley, Anmoor) des Landes Brandenburg durchzuführen und trägt auch zur Erhaltung der Biodiversität bei.

Für den Förderschwerpunkt 1 gilt:

Der Abschluss der Maßnahme erfolgt bis zum 30.06.2022

Für den Förderschwerpunkt 2 gilt:

Das Treibhausgaspotenzial dieser Flächen darf 20 Tonnen CO2-Äquivalenten/ha*a nicht übersteigen. Weiterhin darf der Kontaktflächendruck jedes einzelnen Rades oder Kette 0,612 kg/cm2 nicht übersteigen. Der Projektdurchführungszeitraum muss mindestens 36 Monate betragen und die Technikanwendung ist gemäß Anlage 3 der Richtlinie zu dokumentieren (maximal bis zum 30.06.2023). Mit einem vom Land Brandenburg ausgewählten Dienstleister ist für die wissenschaftliche Begleitung ein Kooperationsvertrag für den Projektdurchführungszeitraum abzuschließen.

Was wird gefördert? 

Für den Förderschwerpunkt 1 gilt:

  • Umsetzung eines an den Moorschutz angepassten Wassermanagements, unter anderem durch die Verlegung von Grundwassermessrohren, die Errichtung von Stauanlagen, Sohlschwellen, Grabenverfüllung und andere,
  • Errichtung oder Rekonstruktion wasserbaulicher Anlagen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Moorerhalt stehen,
  • biotopeinrichtende Maßnahmen, zum Beispiel  Entnahme von Gehölzen/Biomasse, Flachabtorfung,
  • die fachliche Begleitung der Vorhaben im Hinblick auf die Auswirkung der Maßnahmen auf den Naturhaushalt,
  • Flächenerwerb der zur Durchführung einer beantragten förderfähigen Maßnahme zwingend erforderlich ist.

Für den Förderschwerpunkt 2 gilt:

  • der Umbau bzw. die Umrüstung bestehender Technik,
  • die Anschaffung gebrauchter oder neuer Technik,
  • Technische Anpassung und Erprobung von Technik und Verfahren bis zur Anwendungsreife,
  • Etablierung einer Nasskultur zum Beispiel Rohrkolben- oder Schilfanbau,
  • Investive Maßnahmen zum Wassermanagement wie zum Beispiel Um- oder Neubau von Stauanlagen, Grabenverfüllung, Stützschwellen etc., die mit dem Fördergegenstand im Zusammenhang stehen.

Wie wird gefördert? 

Für den Förderschwerpunkt 1 gilt:

  • 80 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben

Für den Förderschwerpunkt 2 gilt:

Die Förderhöhe addiert sich aus einem Grundfördersatz, einem KMU-Bonus und einem weiteren Bonus, so dass ein Fördersatz bis zu 60 Prozent erreicht werden kann.

Es gelten hierbei die folgenden Höchstfördersätze:

  • 60 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben bei Kleinstunternehmen und kleinen Unternehmen,
  • 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben bei mittleren Unternehmen beziehungsweise
  • 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben für Unternehmen, die nicht unter die  KMU Definition fallen

Wichtiger Hinweis:

Gefördert werden bei beweglichen Wirtschaftsgütern wie Moorraupen oder Traktoren die Abschreibungskosten. Fällt die gesamte Abschreibungszeit in den Projektdurchführungszeitraum (Ende: 30.06.2023), so ist die volle Investitionshöhe für die Technikanschaffung förderfähig. Aufgrund der erhöhten Belastungen für die Technik auf nassen organischen Böden sind die Abschreibungszeiten hier geringer als vergleichbar auf trockeneren Standorten. Beispielrechnungen zur Abschreibungszeit und Förderhöhe finden Sie demnächst hier.

Für nicht beweglich bzw. nicht selbstständige Wirtschaftsgüter werden die vollen Anschaffungskosten angerechnet.

Darunter fallen alle Nachrüstgüter wie Breitreifen auf Spezialfelgen, Lenktriebachsen, Reifendruckregelanlagen, Moorketten, Bogieachsen mit/ohne Laufketten oder weitere Umrüst- und Anbauteile für die Anpassung von abschreibungspflichtigen Anlagevermögen (Standardzugmaschinen, Standardanbaugeräte oder gezogene Standardtechnik) an nasse Moorbewirtschaftung. Für diese gibt es keine eigene Nutzungsdauer.

Wann und wo ist der Antrag einzureichen?

Anträge auf Förderung einschließlich der erforderlichen Anlagen können über

  • das Kundenportal der  Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB)  (siehe Online-Antragsverfahren unter www.ilb.de) aber auch
  • schriftlich bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), Babelsberger Straße 21, 14473 Potsdam

eingereicht werden.

Anträge für Maßnahmen nach Nr. 2.2 der Richtlinie sollten bis zum 30.06.2019 gestellt werden. Spätestens sind die Anträge nach Nr. 2.2  der Richtlinie bis zum 30.06.2020 bei der ILB zu stellen.

Weitere Informationen:

Letzte Aktualisierung: 21.10.2019

Weitere Informationen und Unterlagen


Kontakt

Ansprechpartner für Antragsteller

Beantragung:
Jürgen Bautz
Investitionsbank Land Brandenburg
Babelsberger Straße 21
14473 Potsdam
Telefon: 0331 660-1280
Telefax: 0331 660-61280

Zuständigkeit im Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft:
Sabine Schneider
Referat 33
Henning-von-Tresckow-Str. 2-13, Haus S
14467 Potsdam
Telefon: 0331 866 7037

Zuständigkeit im Landesamt für Umwelt:
Fachbereich Moorschutz

Isabell Hiekel
Referat W 26
Von-Schön-Straße 7
03050 Cottbus
Telefon: 0355 4991-1387
und
Dr. Lukas Landgraf
Referat W 26
Seeburger Chaussee 2
14476 Potsdam, OT Groß Glienicke
Telefon: 033201 442 512