MLUL

Aufgaben

Fachübergreifende Themen

Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Verwaltung und Service

Klimawandel in Brandenburg

Aktuelle Entwicklungen

Die Bundesregierung hat am 17. Dezember 2008 die Deutsche Anpassungsstrategie (DAS) beschlossen. Die DAS stellt vorrangig den Beitrag des Bundes dar und bietet auf diese W eise eine Orientierung für die Bundesländer und andere Akteure. Sie legt den Grundstein für einen mittelfristigen Prozess, in dem schrittweise die Risiken identifiziert, der mögliche Handlungsbedarf benannt, die entsprechenden Ziele definiert sowie mögliche Anpassungsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Die DAS folgt damit einem integralen Ansatz zur Bewertung von Risiken und Handlungserfordernissen, sie unterstützt eine nachhaltige Entwicklung und reflektiert die internationale Verantwortung Deutschlands.

Am 12. Dezember 2015 einigten sich im Rahmen der Weltklimakonferenz COP21 (21. Conference of Parties) Vertreter aus 195 Staaten auf ein Klimaabkommen, um die durchschnittliche Erwärmung der Erde bis Ende des 21. Jahrhunderts auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Konkret formuliert nennt das Paris-Abkommen das Ziel, die globale Erwärmung bis zum Ende des 21. Jahrhunderts auf deutlich unter 2 °C, möglichst 1,5 °C, gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu beschränken.

Entsprechend den Analysen der amerikanischen Forschungseinrichtungen NASA und NOAA liegt die globale Durchschnittstemperatur aktuell etwa 1 °C über dem vorindustriellen Niveau. Dabei ist ein Großteil der Erwärmung in den letzten 35 Jahren zu verzeichnen gewesen: 15 der 16 wärmsten Jahre in den globalen Aufzeichnungen wurden in den Jahren seit 2001 registriert. Das Jahr 2015 war global betrachtet das wärmste Jahr.
Unter Berücksichtigung der bereits eingetretenen Erwärmung von 1 °C verbleiben zum Erreichen des globalen 1,5-Grad-Zieles bzw. der 2-Grad-Obergrenze nur 0,5 bzw. 1 °C an möglicher zusätzlicher Erwärmung. Alle Analysen der Ergebnisse der globalen Klimasimulationen zeigen, dass die Ziele des Paris-Abkommens nur durch eine schnelle und deutliche Reduktion der globalen Treibhausgasemissionen erreichbar sind.

Besonders in den letzten Jahren häuften sich die Meldungen von Extremereignissen auf der ganzen Welt und auch in der Region Brandenburg-Berlin. Fast jedes Jahr ist von Neuem die Rede vom „Jahrhunderthochwasser“ oder dem „Jahrhundertsommer“. Wahrscheinlicher ist jedoch die Annahme, dass die zukünftigen Extremwetter häufiger auftreten und so eine neue Definition für die jeweiligen "Jahrhundertereignisse" gefunden werden müssen.

Die Auswertung der beobachteten Klimadaten zeigen, wie stark Brandenburg bereits jetzt vom Klimawandel betroffen ist. Im Zuge des 21. Jahrhunderts wird mit einer Zunahme der jährlichen Durchschnittstemperatur sowie mit einer Verschiebung der mittleren jährlichen Niederschläge gerechnet. Bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich die durchschnittliche Jahrestemperatur im Flächenmittel in der Region Brandenburg-Berlin um fast ein Grad auf 9,3° C erhöht. Zahlreiche Klimamodelle projizieren für die Region bis zum Ende des 21. Jahrhunderts einen weiteren Anstieg auf ca. 12-13° C im Jahresmittel.

Auch das Einsetzen der Jahreszeiten hat sich in den letzten Jahren bereits deutlich verändert. Der Beginn der Vegetationsphasen ist ein guter Indikator um die Klimaänderungen zu verdeutlichen. Die Verschiebung der Jahreszeiten, wie das frühere Einsetzen des Frühlings und die Verkürzung des Winters, zeigen deutlich die Auswirkungen des Klimawandels in Brandenburg.

Neues Fenster: Bild vergrößern © LfU

Der Klimawandel wird zudem die Niederschlagsentwicklung beeinflussen. Die größten Veränderungen werden hierbei jedoch nicht in der Jahresdurchschnittsmenge zu bemerken sein, sondern in der jahreszeitlichen Verteilung der Niederschläge und dem Verhältnis aus Trockenperioden und Starkniederschlägen. Die Klimamodelle projizieren eine signifikante Abnahme der Sommerniederschläge, so dass die Wahrscheinlichkeit für eine Verlängerung der sommerlichen Trockenperioden und das Risiko für Hitzewellen zunimmt. Gleichzeitig nimmt die Wahrscheinlichkeit für Starkniederschläge im Sommer jedoch signifikant zu. Für die Winterniederschlagssummen wird eine Zunahme projiziert. Bei gleichbleibendem oder sich kaum veränderndem Jahresniederschlag und gleichzeitiger Zunahme der Niederschlagssummen im Winter ist davon auszugehen, dass ein größerer Teil des Jahresniederschlags nicht mehr in Form eines lang anhaltenden Landregens zur Verfügung steht. Wahrscheinlicher ist hingegen, dass nun ein größerer Teil als Starkniederschlag fällt. Starkniederschlagsereignisse sind in der Region bereits heute keine Seltenheit. Darüber hinaus sind für die Region Berlin-Brandenburg aufgrund des charakteristisch trockenen und warmen Klimas besonders die Niederschlags-, Trockenheits- und Hitzeextreme relevant.

Die klimatischen Vorraussetzungen, die gegenwärtigen Klimabeobachtungen und die erwarteten Auswirkungen des Klimawandels machen die Region Berlin-Brandenburg zu einer der am stärksten verwundbaren Gebiete Deutschlands.

Letzte Aktualisierung: 02.02.2018

Übersicht



Weitere Informationen


Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Technischer Umweltschutz 1
Referat T 14 - Klimaschutz,
Luftqualität, Nachhaltigkeit
Carsten Linke
Tel.: 033201/ 442-322
E-Mail: Carsten Linke