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Nutzung der Moore

Derzeitige Nutzungsmöglichkeiten

Moore,Summarische Klimawirkung und Nutzung in Abhängigkeit vom Wasserstand (nach Jurasinski et al. 2016)Summarische Klimawirkung und Nutzung in Abhängigkeit vom Wasserstand (nach Jurasinski et al. 2016)

Je höher der Wasserspiegel desto besser fürs Klima und aber anspruchsvoller für die Nutzung. Die Abbildung stellt die Treibhausgas-Emissionen (Global Warming Potential in CO2 Äquivalenten) von Moorstandorten in Abhängigkeit von den mittleren Wasserständen dar. Unter der Grafik werden die bei den Wasserständen möglichen Bewirtschaftungsformen aufgeführt. 

Derzeit bestehen unterschiedliche Möglichkeiten Moore zu nutzen:

Ackerbau: Aufgrund der jährlichen Bodenbearbeitung und der hierfür erforderlichen Entwässerung, treten hier mit 36,5 t CO2-Äq ha-1a-1 die höchsten Emissionen auf.

Mutterkuhhaltung: Die Beweidung findet überwiegend extensiv und teilweise unter Berücksichtigung von Aspekten der Landschaftspflege statt. Vielerorts wird die Beweidung jedoch nur zur Sicherung der Mindestpflege für den Erhalt der Direktzahlungen durchgeführt. Aufgrund mangelnden Produktionsinteresses kann es zur Vernachlässigung des Wassermanagements kommen, was zu einem unkontrollierten Abfluss des Wassers führt. Die Treibhausgasemissionen liegen je nach Wasserstand zwischen 16,8 und 29 t CO2-Äq ha-1a-1.

Abgeernteter Silomais auf Moorstandort im Ueckertal. (Foto: W. Wichtmann)Abgeernteter Silomais auf Moorstandort im Ueckertal. (Foto: W. Wichtmann)

Schnittnutzung: Die Nutzung als Wiese dient überwiegend der Futterproduktion, teilweise auch zur Produktion von Substrat für Biogasanlagen. Insbesondere bei der Erzeugung von Futter für die Milchviehwirtschaft findet ein kontrolliertes Wassermanagement statt und Wasser wird im Sommer zurückgehalten. Da eine frühe Befahrbarkeit der Standorte zur Wiesenpflege im Frühjahr erforderlich ist, werden die Wasserstände schon zeitig im Frühjahr abgesenkt und sinken daher im Sommer zum Teil sehr tief ab. Die erforderliche Nährstoffnachlieferung (Düngung) fördert jedoch auch bei höheren Wasserständen den Abbau des Torfkörpers.

Feucht- und Nasswiesen: Die Feuchtwiesennutzung wird kleinflächig unter Gesichtspunkten der Landschaftspflege oder im Auftrag des Naturschutzes durchgeführt. Teilweise müssen die Aufwüchse entsorgt werden oder verbleiben ungenutzt in der Fläche.

Wiedervernässte Polderlandschaft (Foto: C. Schröder)d mit Wiesenfuchsschwanz) in der Randow-Niederung (Foto: W. Wichtmann)Wiedervernässte Polderlandschaft (Foto: C. Schröder)

Forstwirtschaft: Circa 38.000 ha der organischen Böden (Moor, Anmoor, Moor- und Anmoorgley) in Brandenburg sind bewaldet und werden forstwirtschaftlich genutzt. Teilweise werden auch heute noch Moore für die forstwirtschaftliche Nutzung entwässert. In den letzte Jahren wurden bereits große Fortschritte beim Waldmoorschutz erzielt. Bei vielen brandenburgischen Förstern finden Wasserrückhalte-maßnahmen aufgrund oft trockener sandiger Standorte und der Auswirkungen von Entwässerungsmaßnahmen gute Resonanz. 

Naturentwicklung: Insbesondere Standorte auf denen die Entwässerung nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, wurden seit 1990 wiedervernässt. Infolge des Moorschwundes liegen viele Flächen so tief, dass eine Nutzung nicht mehr möglich ist und die Flächen der Naturentwicklung übergeben wurden.

Betrachtet man die verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten der Moore bezüglich ihrer Klimarelevanz ist festzustellen, dass sich Moore nur bei Wasserständen knapp unter Gelände mehr oder weniger klimaneutral verhalten. Aus dieser Sicht bieten nur die Naturentwicklungen bzw. die Nutzung in Paludikultur, jeweils nach Wiedervernässung, eine langfristige Perspektive für derzeit genutzte Moorstandorte.

Erlenbruch (Foto: C. Schröder)d mit Wiesenfuchsschwanz) in der Randow-Niederung (Foto: W. Wichtmann)Erlenbruch(Foto: C. Schröder) Autoren: S. Wichmann, W. Wichtmann, Ch. Schröder

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Letzte Aktualisierung: 18.01.2017

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- Isabell Hiekel
- Jens Thormann
- Dr. Lukas Landgraf
 
korrespondierender Experte
- Udo List (Referat GR 4)