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Monitoring / Meldungen von Wolfshinweisen

Genaue Schätzungen der Populationsgröße von Wölfen lassen sich nur schwer erheben. Wölfe leben in Familien (Rudeln), die in der Regel aus den Elterntieren und deren Nachwuchs bestehen. Im Jahresverlauf schwankt die Anzahl der Wölfe innerhalb eines Familienrudels. Dies ist davon abhängig, wie viele Wölfe geboren werden, wie viele vorjährige Wölfe im Rudel verbleiben und wie hoch die Sterblichkeit ist. Die Anzahl der Rudel (Familien) ist nicht nur leichter zu ermitteln, sondern für die Beurteilung des Erhaltungszustandes auch sinnvoller als die Gesamtzahl der Tiere.

Fotofallenaufnahme © FRITZ-LUGV-BIMAFotofallenaufnahme einer Wolfsgruppe auf dem TÜP Lehnin © FRITZ-LUGV-BIMA

Wichtige Partner im Wolfsmonitoring im Land Brandenburg sind die Wolfsbeauftragten des Landesamtes für Umwelt (LfU), der Landesjagdverband (LJVB), die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und der Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB). Darüber hinaus arbeitet das LfU beim Wolfsmonitoring mit wildbiologischen Büros zusammen.

Hinweise zum Vorkommen des Wolfes, zum Beispiel Sichtbeobachtungen, Fotos (unter anderem Handy- oder Fotofallenaufnahmen), Spuren oder Losungen, nimmt das Landesamt für Umwelt entgegen.

Süd-Brandenburg

Landesamt für Umwelt
Abteilung Naturschutz
Referat N3
Steffen Butzeck
Byhleguhrer Straße 17
03096 Burg / Spreewald
Telefon: 035603/ 69123
E-Mail: Steffen Butzeck
 

Nord-Brandenburg

Landesamt für Umwelt
Abteilung Naturschutz
Referat N3
Jens Teubner
Naturschutzstation Zippelsförde
Rägelsdorf 9
16827 Zippelsförde
Telefon: 033933 / 70816
E-Mail: Jens Teubner

Um eine einheitliche Bewertung dieser Hinweise zu ermöglichen, ist das Ausfüllen der jeweiligen Protokollvorlage (im WORD-Format) erforderlich.

Weitere Informationen zum Monitoring des Wolfes und der Wertung von Nach- bzw. Hinweisen sind in einer vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Auftrag gegebenen Publikation "Monitoring von Wolf, Luchs und Bär in Deutschland" zusammengefasst, die unter folgendem Link zur Verfügung steht:

Im Folgenden ein Auszug zu den Kriterien für die Erfassung der Wolfsbestände:

4. Standards für ein Monitoring von Wolf, Luchs und Bär in Deutschland

Es wird heute allgemein empfohlen (LINNELL et al. 2008) und ist vielerorts bereits Standard, Hinweise von Wolf, Luchs und Bär nach ihrer Überprüfbarkeit in Nachweise (C1), bestätigte Hinweise (C2) und unbestätigte Hinweise (C3) einzuteilen. Diese Kriterien wurden im Rahmen von SCALP entwickelt. SCALP (Status and Conservation of the Alpine Lynx Population, MOLINARI-JOBIN et al. 2003, MOLINARI-JOBIN et al. 2012) ist ein Zusammenschluss von Luchsexperten der Alpenländer zum Monitoring und Schutz des Luchses (www.kora.ch). Ein Ziel von SCALP ist es, die länderübergreifende Vergleichbarkeit von Monitoringdaten zu gewährleisten, wozu diese standardisierten Kriterien für die Interpretation von Monitoringdaten für den Luchs entwickelt wurden.

4.1 Eine explizite und praktikable Definition der SCALP-Kriterien für deutsche Verhältnisse

Nachfolgend definieren wir die für ein standardisiertes Monitoring von Wolf, Luchs und Bär in Deutschland erforderlichen SCALP-Kriterien. Sie basieren auf den originalen SCALP- Krite-rien, wurden jedoch an die Situation in Deutschland angepasst und für Wolf und Bär auf zwei weitere Arten erweitert.

Einige Vorbedingungen sind festzuhalten:

  • Für die Evaluierung der Felddaten ist mindestens eine erfahrene Person verfügbar.
  • Als erfahren gilt, wer ausgiebige Felderfahrung mit der in Frage kommenden Tierart hat (siehe 4.1.2).
  • Alle Beobachtungen sind auf ihre Echtheit (mit anderen Worten auf gezielte Täuschung) zu überprüfen.

Der Buchstabe C steht für Category. Die Ziffern 1, 2 und 3 sagen nichts über die fachliche Qualifikation des Beobachters aus, sondern nur über die Überprüfbarkeit des Hinweises und die entsprechende Zuordnung in die jeweilige Kategorie.

C1: eindeutiger Nachweis = harte Fakten, die die Anwesenheit der entsprechenden Tierart eindeutig bestätigen (Lebendfang, Totfund, genetischer Nachweis, Foto, Telemetrieortung).

C2: bestätigter Hinweis = von erfahrener Person überprüfter Hinweis (z.B. Spur oder Riss), bei dem ein Wolf, Luchs oder Bär als Verursacher bestätigt werden konnte. Die erfahrene Person kann den Hinweis selber im Feld oder anhand einer aussagekräftigen Dokumentation von einer dritten Person überprüfen und bestätigen.

C3: unbestätigter Hinweis = Alle Hinweise, bei denen ein Wolf, Luchs oder Bär als Verursacher auf Grund der mangelnden Indizienlage von einer erfahrenen Person weder bestätigt noch ausgeschlossen werden konnte. Dazu zählen alle Sichtbeobachtungen ohne Fotobeleg, auch von erfahrenen Personen; ferner alle Hinweise, die zu alt, unzureichend oder unvollständig dokumentiert sind, die zu wenige Informationen für ein klares Bild (zum Beispiel bei Spuren) aufweisen oder aus anderen Gründen für eine Bestätigung nicht ausreichen. Die Kategorie C3 kann in Unterkategorien, wie "wahrscheinlich" und "unwahrscheinlich" unterteilt werden.

Falsch: Falschmeldung = Hinweis, bei der die entsprechende Tierart ausgeschlossen werden kann.

k.B.: keine Bewertung möglich = Hinweise, zu denen auf Grund fehlender Mindestinformationen keine Einschätzung möglich ist. Zum Beispiel Sichtmeldungen von Rissen oder Spuren.

Nach den Monitoringstandards muss für die Bestätigung eines Territoriums eine der folgenden Mindestvoraussetzungen erfüllt sein:

Residenter Einzelwolf einzelner individuell erkennbarer Wolf, der mindestens 6 Monate in einem abgrenzbaren Gebiet lebt (Bestätigung überwiegend nur über Genetik möglich)
Wolfspaar Wolfsrüde und Wolfsfähe, die gemeinsam ihr Territorium markieren, aber (noch) keinen Nachwuchs haben
Wolfsrudel Gruppe von mehr als zwei Wölfen, die in einem Territorium leben; besteht meist aus dem Elternpaar und dessen Nachwuchs der letzten zwei Jahre (Welpen und Jährlinge)

Lässt sich keines der genannten Kriterien sicher bestätigen, sind jedoch regelmäßig Wölfe nachweisbar, gilt der Status eines Territoriums als unklar.

In Brandenburg werden in den veröffentlichten Verbreitungskarten neben den gesicherten Wolfsterritorien auch Beobachtungsräume eingezeichnet. Darunter sind Gebiete zu verstehen, in denen sich Hinweise auf ein mögliches territoriales Vorkommen häufen. Auf diese Gebiete wird im Rahmen des Monitorings ein besonderes Augenmerk gelegt, um den möglichen Territorialstatus zu ermitteln.

Sollte sich der Verdacht auf Territorialität nicht bestätigen, können Beobachtungsräume wieder gestrichen werden.

Zentrale Schadenshotline

Zentrale Schadenshotline für Tierhalter bei Übergriffen durch den Wolf:
Telefon: 0172/ 5641700

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