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Feinstaub – Partikel – Eine Begriffsbestimmung

Feinstaub (Particulate Matter – PM) wird seit etwa 20 Jahren europaweit in den Messnetzen der Länder gemessen. Es handelt sich hierbei um Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser  kleiner 10 Mikrometer (= 10 Tausendstel mm), den sogenannten Feinstaub-PM10 bzw. Partikel kleiner 2,5 Mikrometer, den sog. Feinstaub-PM2,5.

Herkunft

Feinstaub kann einen natürlichen Ursprung haben,  zum Beispiel durch Wald- und Buschbrände, Sandstürme oder Vulkanausbrüche hervorgerufen sein, aber auch durch menschliche Aktivitäten erzeugt werden. Diese Quelle sind Verbrennungsprozesse z.B.. in Kraft- und Heizwerken, aber auch in Einzelfeuerstätten in Wohnhäusern. Der motorisierte Straßenverkehr sowie industrielle Prozesse und Emissionen aus der Landwirtschaft tragen zur Feinstaubbelastung in erheblichem Maße bei.

Direkt aus einer Quelle emittierte Staubpartikel werden als primäre Stäube bezeichnet. Durch komplexe chemische Reaktionen können aus gasförmigen Verbindungen sog. sekundäre Partikel gebildet werden. Diese entstehen zum Beispiel aus gasförmigen Emissionen der Tierhaltung.


Gesundheitliche Wirkungen

Feinstaub der Partikelgröße PM10 kann beim Menschen durch die Nasenhöhle in tiefere Bereiche der Bronchien eindringen. Die kleineren Partikel PM2,5 können bis in die Bronchiolen und Lungenbläschen vordringen und die ultrafeinen Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 0,1 µm sogar bis in das Lungengewebe und den Blutkreislauf. Je nach Größe und Eindringtiefe der Teilchen sind die gesundheitlichen Wirkungen von Feinstaub verschieden. Sie reichen von Schleimhautreizungen und lokalen Entzündungen im Rachen, der Luftröhre und den Bronchien oder Schädigungen des Epithels der Lungenalveolen bis zu verstärkter Plaquebildung in den Blutgefäßen, einer erhöhten Thromboseneigung oder Veränderungen der Regulierungsfunktion des vegetativen Nervensystems (z.B. mit Auswirkungen auf die Herzfrequenzvariabilität). Quelle:UBA, 2018

 

Grenzwerte

Die Konzentration von 50 µg/m3 darf durch das Tagesmittel von PM10 nicht öfter als 35-mal im Kalenderjahr überschritten werden.

Bezogen auf  den Jahresmittelwert beträgt der Grenzwert  für PM10  40  µg/m³.

Für PM 2,5 gibt es einen Grenzwert von 25 µg/m³ für das Jahresmittel, der ab 2015 eingehalten werden muss.

Witterungsabhängigkeit

Einzelne Tage mit sehr hohen Feinstaubbelastungen können in längeren trockenen Abschnitten  im  ganzen Jahr auftreten. Ursachen im Sommerhalbjahr sind  eher Aufwirbelungen von Krustenmaterial, landwirtschaftliche Aktivitäten, lokale Bau- und Erdarbeiten, aber auch Waldbrände oder Sandstürme  möglicherweise in weiter entfernten Gebieten. In der kalten Jahreszeit  sorgen dagegen Verbrennungsprozesse für ein höheres Grundlevel  an Feinstaub.  Eine Feinstaubquelle über das ganze Jahr hinweg ist der motorisierte Straßenverkehr sowohl durch direkte Emissionen als auch durch Reifen- und Bremsenabrieb und Aufwirbelung.

Hohe Feinstaubkonzentrationen an mehreren Tagen hintereinander, sog. Feinstaubepisoden treten insbesondere im  Spätherbst  oder Winter  in Brandenburg und den östlich angrenzenden Bundesländern auf.

Ursachen dafür sind Wetterlagen mit schwacher, meist östlicher Strömung bei denen kalte und schadstoffangereicherte Luftmassen nicht ausgetauscht werden. Die Herkunft und Zusammensetzung  der Luftmassen an Tagen mit Grenzwertüberschreitungen wurden 2017 in einem Mehrländerprojekt zum PM10-Ferneintrag untersucht.

» Mehrländerprojekt (zum Download (1 MB))

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Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Technischer Umweltschutz 1
Referat T 14 - Luftqualität, Nachhaltigkeit
Tel.: 033201/ 442-313
Fax: 033201/ 442-398
E-Mail: Messnetzzentrale