MLUL

Aufgaben

Fachübergreifende Themen

Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Verwaltung und Service

Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

Neu geschaffenes Kleingewässer © LfU – J. Martin

Im Zuge größerer Baumaßnahmen werden Lebensräume für Tiere und Pflanzen, die Bodenfunktionen und das charakteristische Landschaftsbild erheblich beeinträchtigt. Das Bundesnaturschutzgesetz nennt mit der Eingriffsregelung Kriterien für die Zulässigkeit solcher Eingriffe in Natur und Landschaft und für die erforderlichen Folgemaßnahmen. Ziel dieser Regelung ist es, die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts zu sichern. Bauvorhaben sind so zu planen und durchzuführen, dass Beeinträchtigungen vermieden bzw. minimiert werden. Bereits während der Bauplanung sind die Eingriffsfolgen zu ermitteln. Sind Beeinträchtigungen nicht zu vermeiden, sollten sie durch naturschutzfachliche Maßnahmen im gleichen Naturraum ausgeglichen werden. Ist dort ein Ausgleich nicht möglich, sind Ersatzmaßnahmen durchzuführen, die auch in größerer Entfernung liegen können. Auch die Umsetzung der konstruktiven Hochwasserschutzmaßnahmen führt zu erheblichen Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes. Aus diesem Grund erfolgte auf weiten Bereichen des deichnahen Hinterlandes ein naturschutzfachlicher Ausgleich. Dabei wurden u.a. abhängig von den Eingriffen folgende Maßnahmen als Kompensation der Baueingriffe vorgenommen:

  • Anlage von Kleingewässern (Biotope)
  • Beschattungspflanzung von Gewässern
  • Gehölzpflanzungen
  • Baumpflanzungen
  • Umwandlung von Acker in Extensivgrünland
  • Rasenansaat
  • Flächenentsiegelung
  • Einrichtung verlandender Bereiche
  • Einrichtung von Sukzessionsflächen
  • Extensiv-Grünlandentwicklung
  • Errichtung von Totholzhaufen, Steinhaufen und Grabentaschen für Klein-Lebewesen

Die Baudurchführung der Deichverstärkung findet dabei meist in naturschutzrechtlich und artenschutzrechtlich besonders geschützten Gebieten statt, die auf nationaler und europäischer Ebene festgesetzte Schutzgebiete sind, wie zum Beispiel:

  • Nationalpark
  • Biosphärenreservate
  • Europäische Vogelschutzgebiete (SPA)
  • FFH-Gebiete
  • Naturschutzgebiete und
  • Landschaftsschutzgebiete.

Um die baubedingten Eingriffe in den zum Teil sehr empfindlichen Naturraum so gering wie möglich zu halten, erfolgt bei jeder Planung die Prüfung von Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen im Rahmen einer FFH-Verträglichkeitsuntersuchung und/oder eines Landschaftspflegerischen Begleitplanes. Unter anderem können folgende Betroffenheiten vorliegen:

  • geschützte Biotoptypen gemäß Paragraph 32 BbgNatSchG
  • europarechtlich geschützte Lebensraumtypen und Arten gemäß Anhang I und II der FFH-Richtlinie und Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie
  • Arten der Roten Liste Deutschlands und Brandenburgs

Darüber hinaus sichert eine ökologische Baubegleitung eine schonende Realisierung der Baumaßnahme und eine fachgerechte Umsetzung der verschiedenen baubegleitenden Minderungsmaßnahmen ab. Dazu zählten unter anderem die Optimierung der Linienführung, die Wiederverwendung des zwischengelagerten Oberbodens, die Eingriffsminimierung für verschiedene Arten, der abschnittsweise Verzicht auf Baufreiheit, Gehölzschutzmaßnahmen und Gehölzerhalt im Zuge der Einzelfallentscheidung sowie die Beachtung faunistischer Brut- und Regenerationszeiten während der Baudurchführung einschließlich Errichtung und regelmäßige Kontrolle von Amphibienleiteinrichtungen. Die Gesamtkosten der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen betragen auf Grund der besonderen Bedeutung der Flussauen für den Naturhaushalt ("Natura 2000"-Schutzgebietssystem) circa 8 - 12 Prozent der gesamten Bausumme, die bisher für die Deichverstärkung ausgegeben wurden.

Letzte Aktualisierung: 22.03.2019

Übersicht

Themen


Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Wasserwirtschaft 2
Referat W 21 - Hochwasserschutz,
Investiver Wasserbau
Marco Oelze
Tel.: 033201/ 442-276
E-Mail an: Marco Oelze