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Kampfmittelfunde bei der Oderdeichsanierung © Foto: LfU G. Fromhold-Treu

Schiffsanleger

Zur logistischen Bewältigung der Baumaßnahmen, insbesondere für den Transport der enormen Schüttgutmassen (Stützkörpermaterial, Filtermaterial, Dichtungsmaterial) wird auch der wasserseitige Transport der Erdstoffe durchgeführt. Dazu werden teilweise temporäre Schiffsanleger errichtet, die danach zurückgebaut werden.

Lagerplätze Bau / Lagerplätze zur Hochwasserabwehr

Während der Baumaßnahmen werden Lagerplätze benötigt und eingerichtet um die Baustoffe, wie Stützkörper, Filterkies, Schotter, Geosynthetische Dichtungsbahnen, Wasserbausteine, Beton, Spundwände etc. kontinuierlich für den Einbau zur Verfügung zu halten.

Diese Lagerplätze werden nach Fertigstellung der Maßnahme entweder zurückgebaut und die Flächen in den Urzustand zurückversetzt oder sie werden nach Sicherung der Flächen als Hochwasserlagerplätze in Deichnähe befestigt (Schotterrasen). Sie stehen damit der Hochwasser- oder/und Eisabwehr zur Verfügung. Dort können dann die benötigten Materialien wie zum Beispiel gefüllte Sandsäcke, Faschinen und Pfähle, Folien- und Vliesrollen, Schotter, Splitt usw. in kürzeren Abständen in optimaler Nähe zum Deich zwischengelagert werden.

Grenzmarkierungen

Oder und Neiße bilden die Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen. Darum befinden sich auf dem Oderhauptdeich sowie den Neißedeichen zahlreiche Grenzpfähle, die Teil eines internationalen Abkommens sind. Die Grenzpfähle dürfen ohne Zustimmung der polnischen und deutschen Grenzbehörden in Lage und Höhe nicht verändert werden. Von der Oderdeichverstärkung waren jedoch eine große Anzahl an Grenzpfählen betroffen. In den Anfangsjahren der Oderdeichverstärkung bedurfte eine Verlegung dieser Pfähle langwieriger Verhandlungen und Abstimmungen mit der Republik Polen. Um diese zu umgehen, wurde für die meisten der von der Deichverstärkung betroffenen Grenzpfähle die Lösung der Einhausung gewählt.

Teilweise wurden die Grenzpfähle so bis zu 1,0 m eingeschüttet. Mittlerweile werden die Grenzsäulen vor Baubeginn gesichert und in Abstimmung der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg an einem definierten Punkt auf dem verstärkten Deich wieder neu aufgestellt.

Kampfmittelbeseitigung

Die enorme Munitionsbelastung des Deichkörpers infolge der Kriegsereignisse 1945 stellte bei der Verstärkung der Deiche von Anfang an ein großes Problem für die Baudurchführung dar. Die dadurch häufig auftretenden negativen Folgen waren Verschiebungen des Baubeginns bzw. Verzögerungen des Bauablaufes. Mittlerweile konnte mit der Zentralstelle der Polizei Kampfmittelbeseitigungsdienst eine sehr gute Zusammenarbeit erreicht werden, die es erlaubt Kampfmittelräumung parallel oder im Vorlauf der Baumaßnahmen zu realisieren.

Im Vorfeld der Deichsanierung findet in jedem Bauabschnitt eine Sondierung der Deiche mit speziellen Metalldetektoren statt. Auch die bis 20 m landseitig und 10 m wasserseitig gelegenen Flächen (vom Deichfuß gemessen) werden sondiert. Alle gemeldeten Fundstellen mit Störwerten müssen aufgegraben und gesichtet werden. Die Munitionsbergung kann nur stufenweise erfolgen, da ansonsten der Deichkörper vor den eigentlichen Sanierungsarbeiten eine unzulässige Schwächung erfahren würde. An der Oder muss der Deich teilweise sogar lagenweise sondiert und so bis auf das Deichlager abgetragen werden, da eine enorm starke Kampfmittelbelastung vorhanden ist.

Archäologische Erkundung

In den alten Deichen bzw. in deren Nähe befinden sich je nach Lage und Geschichte des Öfteren ausgewiesene Bodendenkmale bzw. Bodendenkmalsvermutungsflächen. Aus diesem Grund werden die Untere und die Obere Denkmalschutzbehörde bei den Planungen zur Deichverstärkung beteiligt.

Sollten sich Bodendenkmale im Baubereich befinden bzw. vermutet werden, werden archäologische Voruntersuchungen durchgeführt. Werden dabei Spuren von Bodendenkmalen gefunden, wird eine archäologische Hauptuntersuchung und Dokumentation durchgeführt, um auftretende Funde und Befunde zu dokumentieren. Das bedeutet bei Hochwasserschutzanlagen, dass baubegleitend zu untersuchen ist. Bei Auftreten von archäologischen Denkmalstrukturen und Funden müssen ggf. weitergehende Maßnahmen durchgeführt werden. Die archäologische Kontrolle und Begleitung findet zum Zeitpunkt des bauseitigen Oberbodenabtrages/Erdeingriffs statt. Die Arbeiten werden entweder von den Archäologen der Behörden oder von zertifizierten Firmen durchgeführt, die dann vom Auftraggeber der Baumaßnahme zu finanzieren sind.

Letzte Aktualisierung: 22.03.2019

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Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Wasserwirtschaft 2
Referat W 21 - Hochwasserschutz,
Investiver Wasserbau
Marco Oelze
Tel.: 033201/ 442-276
E-Mail an: Marko Oelze