Planungsarbeiten/Vorbereitung

Die Planung und Vorbereitung von Deichbaumaßnahmen nimmt eine enorme Zeitspanne ein. Ein großer Anteil davon wird für die Grundlagenermittlung, die Abstimmung mit allen Beteiligten und die Genehmigung benötigt. Von der Ermittlung der Grundlagen für das Vorhaben bis zum Baubeginn können durchaus 7 bis 8 Jahre vergehen. Der gesamte Planungsprozess besteht aus hunderten von Arbeitsschritten, deren Umsetzung je nach Art und Umfang von einem Tag bis zu mehreren Monaten andauern kann.

Die Planung solcher Maßnahmen erfolgt in unterschiedlichen Phasen, die auf einander aufbauen. Man kann zwischen drei Phasen unterscheiden:

  1. Grundlagenermittlung und Bestimmung der Vorzugsvariante
  2. Untersetzung der Vorzugslösung und technische bzw. naturschutzfachliche Durchplanung sowie Einholung der Genehmigung
  3. Erarbeitung einer ausführungsreifen Planung und Umsetzung der Baumaßnahme

Innerhalb der einzelnen Phasen sind die verschiedensten Arbeitsbereiche abzudecken. So sind in der ersten Phasen die Grundlagen für die weiteren Planungen zu schaffen. Neben Vermessungen der Verhältnisse vor Ort werden Baugrunduntersuchungen durchgeführt, Lebensräume ermittelt und der Untersuchungsumfang abgegrenzt. Es werden verschiedene Varianten ermittelt und deren technische Umsetzung sowie die Auswirkungen auf Natur und Umwelt ermittelt. Schon in dieser Planungsphase beginnt die Abstimmung mit den Trägern öffentlicher Belange. Unter Berücksichtigung aller Gesichtspunkte lässt sich die Vorzugslösung identifizieren.

Bei der Erstellung des Entwurfes in der zweiten Phase werden die technischen Details ausgearbeitet, deren Standsicherheit beurteilt sowie die Auswirkungen auf Natur, Landschaft und die Umweltmedien (Wasser, Boden, Luft) bestimmt und bilanziert. Damit kann eine Genehmigungs-planung erstellt werden, die zur Genehmigung (meist Plangenehmigung oder Planfeststellung) bei der Oberen Wasserbehörde eingereicht wird. Der konkretisierte Planungsentwurf dient als Grundlage für eine weitere Beteiligung der Träger öffentlicher Belange.

Im Rahmen der vorgeschriebenen Genehmigungsverfahren werden die Rahmenbedingungen und die Auflagen für die Umsetzung des Vorhabens festgesetzt.

In der dritten Phase werden die Unterlagen für die Ausführung des genehmigten Vorhabens erarbeitet und die Vergabe der Leistungen vorbereitet und begleitet. Hier sind auch die Fragen des Grunderwerbs zu klären, was nicht selten zu Konflikten führt.

Bauvorbereitende Arbeiten, wie Holzungen, Leitungsverlegungen, Archäologische Voruntersuchungen, Kampfmittelerkundung oder Ausgleichsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen) können ggf. von der eigentlichen Maßnahme abgekoppelt und bereits vor der eigentlichen Deichbaumaßnahme realisiert werden.

Die erfolgreiche Umsetzung des Bauvorhabens erfolgt mit Unterstützung von externen Baugehilfen. Das sind unter anderem die Örtliche Bauüberwachung, die Ökologische Baubegleitung, die Kontrollprüfung der Deichbaustoffe oder die SiGeKo.

Nur wenn alle Phasen optimal ineinandergreifen und alle Leistungen mit Umsicht und Konzentration erfüllt wurden, kann eine reibungslose Baumaßnahme realisiert werden. Dafür werden im LfU Projektleiter eingesetzt, die diese Abläufe im Zusammenspiel mit verschiedensten Akteuren koordinieren und begleiten.

 

Letzte Aktualisierung: 22.03.2019

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Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Wasserwirtschaft 2
Referat W 21 - Hochwasserschutz,
Investiver Wasserbau
Marco Oelze
Tel.: 033201/ 442-276
E-Mail an: Marko Oelze