Fachberichte Schutzwürdiger Böden

Böden mit schutzwürdiger Archivfunktion der Naturgeschichte in Brandenburg

Zu einer nachhaltigen Landes- und Ortsplanung ist es unerlässlich Kenntnis davon zu haben, welche Böden mit schutzwürdigen Archivfunktionen der Naturgeschichte es gibt (in Anlehnung an den LABO-Leitfaden "Archivböden Empfehlungen zur Bewertung und zum Schutz von Böden mit besonderer Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte" aus 2011). Nur so kann eine nicht zielführende Planung ausgeschlossen werden. Ebenso bedarf eine gezielte Landschaftsentwicklung der genauen Kenntnisse zu Böden mit seltenen Archivfunktionen der Naturgeschichte. Im Vorhaben erfolgte deshalb eine Definition, Auswahl, Aufnahme und Kategorisierung dieser Böden.

Unter Böden mit schutzwürdigen Archivfunktionen der Naturgeschichte sind dabei unter anderem solche zu verstehen:

  • die durch ihre Ausprägung zeigen, wie die Umweltbedingungen während seiner Ausbildung waren;
  • welche, die Hinweise auf das Klima und die Vegetation vergangener Epochen konservieren, die den charakteristischen Boden einer Region darstellen;
  • naturnahe Böden und
  • Böden mit speziellen Informationen zur Naturgeschichte.

Im Land Brandenburg können dies naturnahe Auenböden, Braunerden, Lessives, Podsole, Gleye, Schwarzerden, Finowboden, Lössbildungen, Raseneisenstein, Fuchserden, Salzböden und Moorböden sein.

Nach aktuellem Diskussionstand im Land Brandenburg werden Böden als Archive der Naturgeschichte, bezogen auf die in ihnen enthaltenen Informationen, wie folgt untergliedert:

  • typische und repräsentative (rezente) Bodenbildungen;
  • Paläoböden und reliktische Bodenprozesse;
  • besondere Ausgangsmaterialien und Prozesse der Bodenbildung sowie
  • Moore.

Für den Erhalt der Archivfunktion genügen kleine Flächen der jeweiligen Bodenausprägung. Bedeutsam ist die Archivfunktion insbesondere bei Böden, die nur sehr selten vorkommen (zum Beispiel Besonderheit in der Landschaft oder Böden, von besonderem wissenschaftlichem Interesse).

Fortschritte zum Schutz der Archivfunktion von Böden können durch die Verbesserung der Datenlagen, eine länderübergreifende Erfassung in Datenbanken und eine vermehrte gesetzliche Unterschutzstellung als Natur- oder Bodendenkmal sowie die verstärkte Berücksichtigung in Planungs- und Genehmigungsverfahren erzielt werden. Neben der weiterhin bestehenden Notwendigkeit, die Datengrundlage zu Böden mit besonderer Ausprägung der Archivfunktion zu verbessern, liegt ein wichtiger Schritt darin, dass Bewusstsein für die Ausweisung von Naturschutzgebieten und Naturdenkmalen zu fördern. Dies umfasst die gezielte Information von Mitarbeitern der unteren Boden- und Naturschutzbehörden sowie deren engere Zusammenarbeit.

Schutzwürdige Auenböden

Die Kommission Bodenschutz des Umweltbundesamtes empfahl für eine verbesserte Wasserspeicherung und damit des vorbeugenden Hochwasserschutzes

  • Nutzungsänderungen,
  • die Entwicklung von effektiven Planungsinstrumenten und
  • den ökologischen Landbau in von Hochwasser oder Erosion gefährdeten Wassereinzugsgebieten

Für den Bodenschutz auf naturnahen Auenböden im Rahmen der Gewässerunterhaltung und zur Verbesserung der Gewässergüte im Land Brandenburg bedeutet dies

  • die Ausweisung festgesetzter Überschwemmungsgebiete,
  • die Beachtung des Entsieglungs-/Rückbaupotentials,
  • den Schutz der ursprünglichen Bodenstruktur,
  • eine Eingriffsminimierung in Flusssystemen,
  • den bodenartabhängigen Bezug des Bodens zum Hochwasserschutz,
  • die Herstellung von Wasserspeichern und
  • die Erhöhung der Wasserspeicherfähigkeit.

Im Projekt erfolgte die Aufnahme naturnaher Auenböden hinsichtlich ihrer Ausprägung von relevanten auenspezifischen Bodenfunktionen und die Kategorisierung der Auenböden (Ausweisung von erhaltenswerten Auenböden, die Ableitung Bodenschutzmaßnahmen und die Entwicklung einer Liste von Kompensationsmaßnahmen und Schutzmaßnahmen).

Letzte Aktualisierung: 27.03.2020

Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Wasserwirtschaft 1
Referat 15 - Altlasten, Bodenschutz Grundwassergüte
Tel.: 033201/ 442-663
E-Mail: W 15