Seminar „Fachgerechte Heckenpflege in der Landwirtschaft“
- Erschienen am - PresemitteilungDie Naturparkverwaltung Hoher Fläming lädt am Dienstag, dem 17. November, von 8.30 Uhr bis 16 Uhr zu einem Seminar zur fachgerechten Heckenpflege in Reppinichen ein.
Der Naturpark Hoher Fläming wird auf circa 40 Prozent durch landwirtschaftliche Nutzflächen geprägt. Hier stellen Hecken und andere Gehölzgruppen wichtige Rückzugsräume für die Tier- und Pflanzenwelt dar. Hecken sind ökologisch wertvolle Biotope und schützen landwirtschaftliche Standorte vor Wind- und Wassererosion.
Um eine Hecke dauerhaft zu erhalten, ohne dass sie auf landwirtschaftliche Flächen oder Wege wächst, ist eine fachgerechte Heckenpflege in Form des abschnittsweise Auf-den-Stock-setzens notwendig. Dagegen kann das oft praktizierte Zurückschneiden mit dem Konturschnittgerät zum Verlust von Saum und Mantel der Hecke führen. Die Hecke verkahlt von innen und verliert dadurch teilweise ihre wichtigen agrarökologischen und klimatischen Funktionen.
Die Naturparkverwaltung lädt Landwirtschaftsbetriebe und Kommunen ein, an einem eintägigen Seminar am 17. November die theoretischen Grundlagen einer agrarökologischen Heckenpflege sowie verschiedene Schnitt- und Pflegemethoden kennenzulernen. Nach dem Mittag geht es in die Praxis: Unter professioneller Anleitung wird eine Hecke fachgerecht aufgelichtet und zurückgeschnitten. Dabei sind auch die Tipps und Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr willkommen. Die untere Naturschutzbehörde Potsdam-Mittelmark wird ebenfalls vor Ort sein und Fragen hinsichtlich gegebenenfalls nötiger Genehmigungen beantworten.
Eine Anmeldung ist erforderlich. Mit der Teilnahmebestätigung erhalten Interessierte weitere Informationen zum Seminar.
Anmeldungen bitte bis zum 10.11.2026 an:
Jantje Blatt
Telefon: 033848 9003-14
E-Mail: jantje.blatt@lfu.brandenburg.de
Hintergrund:
Hecken wurden Jahrhunderte lang als Nutztierfutter oder Brennholzreisig für die Backöfen in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft genutzt. Die Straucharten reagieren auf das Auf-den-Stock-setzen mit blütenreichen Neuaustrieben. Durch die kleinflächigen Nutzungen gab es gestufte Altersstadien, die verschiedene Nischen-Lebensräume für Insekten, Brutvögel und Wildtiere boten. Diese Nutzungen sind heute nicht mehr vorhanden. Wenn Hecken überaltern, verkahlen sie und sind ökologisch weniger wertvoll.
In den 1990er Jahren entstanden im Hohen Fläming zahlreiche neue Feldgehölzhecken, die nun in die Altersphase übergehen. Da sie auch in die Breite wachsen, gibt es regelmäßig Probleme für die breiteren Landmaschinen, die Wege zu nutzen.
Da alle Feldgehölze geschützte Landschaftsbestandteile sind, dürfen sie nur fachgerecht gepflegt werden.
