Hilfe für eine sichere Passage – Neuer Amphibienschutzzaun in Wulfersdorf
Naturpark Dahme-Heideseen
- Erschienen am - PresemitteilungSeit Freitag, dem 6. März, gibt es im Naturpark Dahme-Heideseen einen neuen Standort für einen Amphibienschutzzaun. Er wurde in Wulfersdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Tauche, aufgebaut.
Mit dem Ende der langen Frostperiode beginnt in diesem Jahr Anfang März die Zeit der Amphibienwanderung relativ spät. Auch in Wulfersdorf machen sich alljährlich Molche, Unken, Frösche und Kröten auf den Weg von ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Einen traurigen Beleg dafür lieferten in den letzten Jahren überfahrene Exemplare auf dem Asphalt. Straßen stellen für die Tiere eine erhebliche und lebensgefährliche Behinderung auf ihren Wanderwegen dar.
Um den Wulfersdorfer Amphibien eine sichere Passage zu ermöglichen, wurde am Freitag, dem 06.03., unweit des Ortseingangs mit Unterstützung der Naturwacht Dahme-Heideseen, der Unteren Naturschutzbehörde Oder-Spree sowie von Freiwilligen aus Wulfersdorf und den Nachbardörfern ein Amphibienschutzzaun errichtet. Der Zaun hindert die Tiere am Überqueren der Straße. Er besteht aus einem Netzgewebe und ist etwa 40 Zentimeter hoch. An der straßenabgewandten Seite des Zaunes sind ebenerdig Fangeimer in den Boden eingelassen. Bei dem Versuch die Zäune zu umgehen, fallen die Tiere in die Eimer. Diese werden täglich von einem Team aus Freiwilligen kontrolliert und die Amphibien auf der anderen Straßenseite in die Freiheit entlassen.
Bekannt war bislang nur, wo die Tiere die Straße überqueren, aber nicht, in welche Richtung sie unterwegs sind. Denn in beide Richtungen liegen potenzielle Laichgewässer: Die alten Fischteiche am Strang im Norden des Dorfes und der Giesensdorfer Teich und die Kossenblatter Seen südlich des Dorfes. Daher wurde vorsorglich auf beiden Straßenseiten ein Zaun errichtet.
Autofahrer sind gebeten, in dem Bereich besonders vorsichtig zu fahren, um Rücksicht auf die Ehrenamtlichen am Zaun sowie die Amphibien zu nehmen. Die Helferinnen und Helfer kontrollieren die Eimer morgens und an besonders aussichtsreichen Tagen auch abends. Die Tiere wandern vor allem nachts und bei trübem Wetter. Es kann passieren, dass einzelne Exemplare weiterhin vor oder hinter dem Zaun versuchen, die Straße zu queren.
Jetzt heißt es für die Freiwilligen an den Eimern: Geduldig sein! Denn bei kaltem und trockenem Wetter machen sich die Amphibien nur zögerlich auf den Weg. Die ersten Erdkröten, Moorfrösche, Rotbauchunken und Teichmolche sind schon unterwegs, doch der Höhepunkt des Wandergeschehens steht in Wulfersdorf wahrscheinlich erst noch bevor. Mit großer Spannung und viel Sympathie für die kleinen Hüpfer sind die Ehrenamtlichen nun gespannt, welche Tiere in den nächsten Wochen in den Eimern landen.
Hintergrund zu Amphibienschutzzäunen im Naturpark Dahme-Heideseen
Bereits seit Jahrzehnten engagiert sich der Naturpark Dahme-Heideseen für den Schutz heimischer Amphibien. Der älteste Amphibienschutzzaun steht seit über 20 Jahren bei Limsdorf, einem Ortsteil der Stadt Storkow. Der längste Zaun steht seit 2025 am Lebbiner See unweit der Stadt Storkow und ist in diesem Jahr etwa 400 Meter lang. Der jüngste Zaun steht seit diesem Jahr in Wulfersdorf und ist insgesamt etwa 180 Meter lang.
Der Aufbau der Zäune ist ein zentraler Baustein des Amphibienschutzes im Naturpark Dahme-Heideseen. Jedes Jahr leisten zahlreiche Ehrenamtliche und Fachkräfte einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Molche, Unken, Kröten und Frösche ihre Laichgewässer sicher erreichen können. Ihr Engagement macht diesen aktiven Artenschutz erst möglich und zeigt eindrucksvoll, wie Naturschutz in der Region gemeinsam getragen wird.
Hintergrundinformationen zum Naturpark Dahme-Heideseen
Der Naturpark Dahme-Heideseen gehört neben zehn weiteren Naturparks, einem Nationalpark und drei Biosphärenreservaten und einem Wildnisgebiet zu den 16 Brandenburger Naturlandschaften. Mehr als 100 Seen und eine faszinierende Waldlandschaft geben dem knapp 600 Quadratkilometer großen Naturpark Dahme-Heideseen seinen besonderen Charakter. Den „Vornamen” erhielt der Naturpark durch die Dahme, die ihn von Süd nach Nord durchfließt. Extreme Feucht- und Trockenstandorte liegen meist sehr nah beieinander und zeigen ein faszinierendes Spiel aus Sand und Wasser. Auf einer Fläche von 10.000 Hektar sind ein Vogelschutzgebiet und 30 FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat-Gebiete) ausgewiesen. Seit 2014 ist der Naturpark auch Qualitäts-Naturpark.
Weitere Informationen auf www.dahme-heideseen-naturpark.de .
