Schützenswerte Archivböden der Natur- und Kulturgeschichte

Farbbalken Boden
Das Bild zeigt eine Nahaufnahme eines Bodenprofils mit seinen verschiedenen Bodenhorizonten, die verschiedene Bereiche voneinander abgrenzen
Archivboden in Form eines Kolluvisols über Gley-Hortisol aus anthropogenem kiesführendem Sand über fluviolimnogenem Sand (Flusssand) © Dr. Albrecht Bauriegel/Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg

Böden sind Zeugen der Natur- und Kulturentwicklung einer Landschaft. Ein Boden, der solche Merkmale besonders ausgeprägt aufweist, wird als Archivboden bezeichnet. Denn in ihm spiegeln sich Einzigartigkeit und Unersetzbarkeit wider. Dieses Zeugnis der Entwicklung wird durch

  • Klima
  • Relief
  • Ausgangsgestein
  • Dauer der Bodenentwicklung und
  • die menschliche Nutzung

geprägt und wirkt sich auf die Bodeneigenschaften und -merkmale aus. Solche Merkmale sind oft bis in die Gegenwart zu erkennen, obwohl ihre Entstehung lange zurückliegt.

Besonders wertvolle Archive der Naturgeschichte und Beispiele für seltene Bodenbildungen sind Böden,

  • die die während der Bodenbildung vorherrschenden Umweltbedingungen wie Klima und Vegetation besonders aufschlussreich widerspiegeln; das heißt, wenn sie die Relikte einer heute nicht mehr ablaufenden Bodenentwicklung verkörpern, zum Beispiel bei der Eiskeilbildung
  • die einen sehr mächtigen humosen Oberboden aufweisen, der unter steppenhaften Bedingungen entstanden ist, beispielsweise bei Schwarzerden.

Kulturgeschichtlich wichtige Archivfunktionen erfüllen Böden,

  • die durch historische Agrarnutzungen, beispielsweise Wölbäcker, geprägt sind,
  • die in historischen Bergbaugebieten liegen,
  • die Zeichen frühgeschichtlicher Besiedlung beinhalten oder
  • Grabstätten (zum Beispiel Hügelgräber).

Weil solche Böden durch die Archivierung wichtiger Informationen so viel Aufschluss über frühere Zeiten und Entwicklungen geben können, sind sie aus Sicht des Bodenschutzes besonders schutzwürdig. Für das Erhalten der Archivfunktion genügen kleine Flächenanteile der jeweiligen seltenen Bodenausprägung, zum Beispiel als Besonderheit in der Landschaft oder Böden, die von besonderem wissenschaftlichem Interesse sind.

Das Bild zeigt eine Nahaufnahme eines Bodenprofils mit seinen verschiedenen Bodenhorizonten, die verschiedene Bereiche voneinander abgrenzen
Archivboden in Form eines Kolluvisols über Gley-Hortisol aus anthropogenem kiesführendem Sand über fluviolimnogenem Sand (Flusssand) © Dr. Albrecht Bauriegel/Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg

Böden sind Zeugen der Natur- und Kulturentwicklung einer Landschaft. Ein Boden, der solche Merkmale besonders ausgeprägt aufweist, wird als Archivboden bezeichnet. Denn in ihm spiegeln sich Einzigartigkeit und Unersetzbarkeit wider. Dieses Zeugnis der Entwicklung wird durch

  • Klima
  • Relief
  • Ausgangsgestein
  • Dauer der Bodenentwicklung und
  • die menschliche Nutzung

geprägt und wirkt sich auf die Bodeneigenschaften und -merkmale aus. Solche Merkmale sind oft bis in die Gegenwart zu erkennen, obwohl ihre Entstehung lange zurückliegt.

Besonders wertvolle Archive der Naturgeschichte und Beispiele für seltene Bodenbildungen sind Böden,

  • die die während der Bodenbildung vorherrschenden Umweltbedingungen wie Klima und Vegetation besonders aufschlussreich widerspiegeln; das heißt, wenn sie die Relikte einer heute nicht mehr ablaufenden Bodenentwicklung verkörpern, zum Beispiel bei der Eiskeilbildung
  • die einen sehr mächtigen humosen Oberboden aufweisen, der unter steppenhaften Bedingungen entstanden ist, beispielsweise bei Schwarzerden.

Kulturgeschichtlich wichtige Archivfunktionen erfüllen Böden,

  • die durch historische Agrarnutzungen, beispielsweise Wölbäcker, geprägt sind,
  • die in historischen Bergbaugebieten liegen,
  • die Zeichen frühgeschichtlicher Besiedlung beinhalten oder
  • Grabstätten (zum Beispiel Hügelgräber).

Weil solche Böden durch die Archivierung wichtiger Informationen so viel Aufschluss über frühere Zeiten und Entwicklungen geben können, sind sie aus Sicht des Bodenschutzes besonders schutzwürdig. Für das Erhalten der Archivfunktion genügen kleine Flächenanteile der jeweiligen seltenen Bodenausprägung, zum Beispiel als Besonderheit in der Landschaft oder Böden, die von besonderem wissenschaftlichem Interesse sind.

  • Archivböden in Brandenburg

    Brandenburg hat viele verschiedene Böden, die eine Archivfunktion besitzen und damit naturgeschichtliche Bedeutung haben. Die folgende Tabelle gibt Beispiele hierfür:

    Boden mit Archivfunktion oder besondere Merkmalsbestandteile eines Bodens

    Bedeutung des Archivs

    Ortsbeispiel

    Braunerde

    • häufig, typisch und landschaftsprägend
    • dokumentiert rezente (gegenwärtig ablaufende) Entwicklungsprozesse

    Müllrose, Lieberose, Bad Belzig

    Boden mit Raseneisenstein

    • Ausfällungen von Eisenoxiden
    • dokumentiert ganz bestimmte landschaftliche Zusammenhänge

    Baruther Urstromtal, Schwarze Elster, Spreewald

    Finowboden

    • wichtigster stratigraphischer Leithorizont bei der spätglazialen Flugsandbewegung
    • für die Datierung von Bodenentwicklungsphasen von wissenschaftlicher Bedeutung

    in Gebieten mit großen Bogendünenfeldern (Eberswalder-, Berliner-, Baruther Urstromtal, Schorfheide-Sander, Glien)

    Fuchserde

    • dokumentiert ein spezifisches lokales Wirkungsgefüge, welches bislang noch nicht in Gänze verstanden ist
    • stellt eine lokale Besonderheit dar

    Eisenhüttenstadt, Cottbus, westlich von Beelitz

    Gley

    • Merkmale besitzen oft reliktischen Charakter und zeigen alte Grundwasserstände an
    • naturnahe Standorte sind selten - dokumentiert rezente Entwicklungsprozesse

    Vorkommen von naturnahen Gleyen an Gewässern und in kleinen Bachauen

    Lessivé

    • häufig, typisch und landschaftsprägend
    • dokumentiert rezente Entwicklungsprozesse

    auf der Barnimhochfläche, bei Bad Belzig und bei Michendorf

    Lössbildungen

    • nehmen in Brandenburg, wo Decksande vorherrschen, eine Sonderstellung ein
    • sind überregional selten

    Fläming; kleinere Vorkommen in der nordwestlichen Niederlausitz

    Moorboden

    • umso wertvolleres Archiv der Naturgeschichte, je intakter er ist
    • Bedeutung als „Pollenarchiv“
    • anhand der Moorsubstrate und ihrer Stratigraphie können klimatische, hydrologische und vegetationskundliche Bedingungen rekonstruiert werden

    unter anderem in folgenden Fauna-Flora-Habitaten: „Unterer Gamengrund“, „Langes Elsenfließ und Wegendorfer Mühlenfließ“

    Podsol

    • typische Bodenbildung, insbesondere der Dünen- und Flugsandstandorte
    • dokumentiert rezente Entwicklungsprozesse

    im südlichen Brandenburg, nördlich des Spreewalds und in der Schorfheide

    Salzboden

    • Besonderheit einer Salzanreicherung im Oberboden, die durch Aufstieg salzreichen Grundwassers in den höher liegenden Grundwasserleiter erfolgt
    • kann nur dort erfolgen, wo die Sperrschicht aus Rupelton fehlt

    Ucker-Randow-Niederung, Havelländisches Luch, Havelniederung zwischen Potsdam und Brandenburg/Havel

    Schwarzerde

    • ist in Brandenburg überregional selten mit ihrer Lage außerhalb der typischen Schwarzerdegebiete am Nordrand der Mittelgebirge
    • gehört zu den bedeutendsten Archiven der Naturgeschichte des Landes Brandenburg
    • anhand ihrer spezifischen Ausprägung können Bodenentwicklungs- als auch Besiedlungsphasen datiert werden

    Hauptverbreitungsgebiet: Uckermark, weitere Vorkommen auf der Nauener Platte, bei Schlieben und Luckau

    Brandenburg hat viele verschiedene Böden, die eine Archivfunktion besitzen und damit naturgeschichtliche Bedeutung haben. Die folgende Tabelle gibt Beispiele hierfür:

    Boden mit Archivfunktion oder besondere Merkmalsbestandteile eines Bodens

    Bedeutung des Archivs

    Ortsbeispiel

    Braunerde

    • häufig, typisch und landschaftsprägend
    • dokumentiert rezente (gegenwärtig ablaufende) Entwicklungsprozesse

    Müllrose, Lieberose, Bad Belzig

    Boden mit Raseneisenstein

    • Ausfällungen von Eisenoxiden
    • dokumentiert ganz bestimmte landschaftliche Zusammenhänge

    Baruther Urstromtal, Schwarze Elster, Spreewald

    Finowboden

    • wichtigster stratigraphischer Leithorizont bei der spätglazialen Flugsandbewegung
    • für die Datierung von Bodenentwicklungsphasen von wissenschaftlicher Bedeutung

    in Gebieten mit großen Bogendünenfeldern (Eberswalder-, Berliner-, Baruther Urstromtal, Schorfheide-Sander, Glien)

    Fuchserde

    • dokumentiert ein spezifisches lokales Wirkungsgefüge, welches bislang noch nicht in Gänze verstanden ist
    • stellt eine lokale Besonderheit dar

    Eisenhüttenstadt, Cottbus, westlich von Beelitz

    Gley

    • Merkmale besitzen oft reliktischen Charakter und zeigen alte Grundwasserstände an
    • naturnahe Standorte sind selten - dokumentiert rezente Entwicklungsprozesse

    Vorkommen von naturnahen Gleyen an Gewässern und in kleinen Bachauen

    Lessivé

    • häufig, typisch und landschaftsprägend
    • dokumentiert rezente Entwicklungsprozesse

    auf der Barnimhochfläche, bei Bad Belzig und bei Michendorf

    Lössbildungen

    • nehmen in Brandenburg, wo Decksande vorherrschen, eine Sonderstellung ein
    • sind überregional selten

    Fläming; kleinere Vorkommen in der nordwestlichen Niederlausitz

    Moorboden

    • umso wertvolleres Archiv der Naturgeschichte, je intakter er ist
    • Bedeutung als „Pollenarchiv“
    • anhand der Moorsubstrate und ihrer Stratigraphie können klimatische, hydrologische und vegetationskundliche Bedingungen rekonstruiert werden

    unter anderem in folgenden Fauna-Flora-Habitaten: „Unterer Gamengrund“, „Langes Elsenfließ und Wegendorfer Mühlenfließ“

    Podsol

    • typische Bodenbildung, insbesondere der Dünen- und Flugsandstandorte
    • dokumentiert rezente Entwicklungsprozesse

    im südlichen Brandenburg, nördlich des Spreewalds und in der Schorfheide

    Salzboden

    • Besonderheit einer Salzanreicherung im Oberboden, die durch Aufstieg salzreichen Grundwassers in den höher liegenden Grundwasserleiter erfolgt
    • kann nur dort erfolgen, wo die Sperrschicht aus Rupelton fehlt

    Ucker-Randow-Niederung, Havelländisches Luch, Havelniederung zwischen Potsdam und Brandenburg/Havel

    Schwarzerde

    • ist in Brandenburg überregional selten mit ihrer Lage außerhalb der typischen Schwarzerdegebiete am Nordrand der Mittelgebirge
    • gehört zu den bedeutendsten Archiven der Naturgeschichte des Landes Brandenburg
    • anhand ihrer spezifischen Ausprägung können Bodenentwicklungs- als auch Besiedlungsphasen datiert werden

    Hauptverbreitungsgebiet: Uckermark, weitere Vorkommen auf der Nauener Platte, bei Schlieben und Luckau

  • Ausweisung von schutzwürdigen Archivböden in Brandenburg

    In einem brandenburgweiten Projekt in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz widmete man sich den schutzwürdigen Archivböden mit naturgeschichtlicher Bedeutung.

    Ziel des Projektes war es,

    • die Datenlage zu den Böden mit besonderer Funktion als Archiv der Naturgeschichte in Brandenburg zu verbessern,
    • ein verbindliches Berücksichtigen in Planungs- und Genehmigungsverfahren zu gewährleisten sowie
    • ein konsequentes und gezieltes Unterschutzstellen als Natur- oder Bodendenkmal zu ermöglichen.

    In einem brandenburgweiten Projekt in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz widmete man sich den schutzwürdigen Archivböden mit naturgeschichtlicher Bedeutung.

    Ziel des Projektes war es,

    • die Datenlage zu den Böden mit besonderer Funktion als Archiv der Naturgeschichte in Brandenburg zu verbessern,
    • ein verbindliches Berücksichtigen in Planungs- und Genehmigungsverfahren zu gewährleisten sowie
    • ein konsequentes und gezieltes Unterschutzstellen als Natur- oder Bodendenkmal zu ermöglichen.
    © W15/Landesamt für Umwelt

    Die Auswahl der schutzwürdigen Archive der Naturgeschichte beruht im Wesentlichen auf einem expertengestützten Verfahren. Dieses berücksichtigte die Naturnähe und Naturbelassenheit, den Erhaltungszustand und die Seltenheit der Archivböden. Darauf aufbauend wurden Steckbriefe erarbeitet und im Fachbericht (siehe Beiträge) integriert. Der nebenstehende Kartenausschnitt ist ein Beispiel für verschiedene in der Uckermark vorkommende Archivböden. Die dort vorkommenden Schwarzerden werden durch die dunkelgrauen Flächen, die Auenböden in hellblau und die Vorkommen von Raseneisenstein in grün dargestellt. Die pinke Linie ist die Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern.

    Eine Archivfunktion von Böden gibt es auch für die Kulturgeschichte. Diese kulturhistorisch besonderen Standorte wurden im Projekt nicht erfasst, um einer Veröffentlichung und damit Zerstörungen oder gar Plünderungen entgegenzuwirken.

    © W15/Landesamt für Umwelt

    Die Auswahl der schutzwürdigen Archive der Naturgeschichte beruht im Wesentlichen auf einem expertengestützten Verfahren. Dieses berücksichtigte die Naturnähe und Naturbelassenheit, den Erhaltungszustand und die Seltenheit der Archivböden. Darauf aufbauend wurden Steckbriefe erarbeitet und im Fachbericht (siehe Beiträge) integriert. Der nebenstehende Kartenausschnitt ist ein Beispiel für verschiedene in der Uckermark vorkommende Archivböden. Die dort vorkommenden Schwarzerden werden durch die dunkelgrauen Flächen, die Auenböden in hellblau und die Vorkommen von Raseneisenstein in grün dargestellt. Die pinke Linie ist die Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern.

    Eine Archivfunktion von Böden gibt es auch für die Kulturgeschichte. Diese kulturhistorisch besonderen Standorte wurden im Projekt nicht erfasst, um einer Veröffentlichung und damit Zerstörungen oder gar Plünderungen entgegenzuwirken.

  • Schutz der Böden als besondere Archive der Naturgeschichte

    Im Projekt wurden Maßnahmen zum Schutz der Archivböden in Brandenburg abgeleitet. Die Unterteilung erfolgte einerseits in typische, repräsentative, das heißt aktuell noch ablaufende, Bodenbildungen, die für Brandenburg bedeutsam sind. Andererseits spielen für die Ausweisung von Archivböden auch die Böden eine Rolle, deren Entstehung in früheren Zeitabschnitten oder unter heute nicht mehr vorherrschenden Umweltbedingungen ablief. Diese Bodenprozesse bezeichnet man als reliktisch. So unterschiedlich die Böden in ihrer Archivfunktion sind, so unterschiedlich sind auch die benötigten Schutzmaßnahmen, was in nachstehender Tabelle deutlich gemacht wird:

    Kategorie Archive der Naturgeschichte und Vertreter Maßnahmen zum Erhalt und Schutz
    Typische und repräsentative Bodenbildungen (rezent)
    Auenböden Aufrechterhaltung einer auentypischen Wasserstands- und Überflutungsdynamik
    Braunerden Naturnahe Bewirtschaftung, Vermeidung Nutzungsänderung
    Lessivés Naturnahe Bewirtschaftung, Vermeidung Nutzungsänderung
    Podsole Naturnahe Bewirtschaftung, Vermeidung Nutzungsänderung
    Gleye Aufrechterhaltung eines ausgeglichenen, naturnahen Wasserhaushaltes
    Paläoböden und reliktische Bodenprozesse
    Schwarzerden Erosionsschonende Bodenbewirtschaftung; nach Möglichkeit kleine Areale als Dauergrünland bewirtschaften und als Naturdenkmal festsetzen
    Finowboden Schutz vor Abgrabung
    Besondere Ausgangsmaterialien und Prozesse der Bodenbildung
    Lössbildungen Erosionsschonende Bodenbewirtschaftung; nach Möglichkeit kleine Areale als Dauergrünland bewirtschaften
    Böden mit Raseneisenstein Schutz vor Abgrabung
    Fuchserden Vermeidung eines Nutzungswandels; bei ackerbaulicher Nutzung erosionsschonende Bewirtschaftungsweise; Teilareale als Naturdenkmal festsetzen
    Salzböden Sicherung eines ausreichenden kapillaren Aufstiegs aus dem Grundwasser
    Moore
    Moore Aufrechterhaltung eines ausgeglichenen, naturnahen Wasserhaushalts

    Im Projekt wurden Maßnahmen zum Schutz der Archivböden in Brandenburg abgeleitet. Die Unterteilung erfolgte einerseits in typische, repräsentative, das heißt aktuell noch ablaufende, Bodenbildungen, die für Brandenburg bedeutsam sind. Andererseits spielen für die Ausweisung von Archivböden auch die Böden eine Rolle, deren Entstehung in früheren Zeitabschnitten oder unter heute nicht mehr vorherrschenden Umweltbedingungen ablief. Diese Bodenprozesse bezeichnet man als reliktisch. So unterschiedlich die Böden in ihrer Archivfunktion sind, so unterschiedlich sind auch die benötigten Schutzmaßnahmen, was in nachstehender Tabelle deutlich gemacht wird:

    Kategorie Archive der Naturgeschichte und Vertreter Maßnahmen zum Erhalt und Schutz
    Typische und repräsentative Bodenbildungen (rezent)
    Auenböden Aufrechterhaltung einer auentypischen Wasserstands- und Überflutungsdynamik
    Braunerden Naturnahe Bewirtschaftung, Vermeidung Nutzungsänderung
    Lessivés Naturnahe Bewirtschaftung, Vermeidung Nutzungsänderung
    Podsole Naturnahe Bewirtschaftung, Vermeidung Nutzungsänderung
    Gleye Aufrechterhaltung eines ausgeglichenen, naturnahen Wasserhaushaltes
    Paläoböden und reliktische Bodenprozesse
    Schwarzerden Erosionsschonende Bodenbewirtschaftung; nach Möglichkeit kleine Areale als Dauergrünland bewirtschaften und als Naturdenkmal festsetzen
    Finowboden Schutz vor Abgrabung
    Besondere Ausgangsmaterialien und Prozesse der Bodenbildung
    Lössbildungen Erosionsschonende Bodenbewirtschaftung; nach Möglichkeit kleine Areale als Dauergrünland bewirtschaften
    Böden mit Raseneisenstein Schutz vor Abgrabung
    Fuchserden Vermeidung eines Nutzungswandels; bei ackerbaulicher Nutzung erosionsschonende Bewirtschaftungsweise; Teilareale als Naturdenkmal festsetzen
    Salzböden Sicherung eines ausreichenden kapillaren Aufstiegs aus dem Grundwasser
    Moore
    Moore Aufrechterhaltung eines ausgeglichenen, naturnahen Wasserhaushalts

Die Archivfunktion eines Bodens kann durch bodenverändernde Eingriffe wie zum Beispiel Abgrabungen oder durch Erosionsereignisse verloren gehen. Der Erhalt dieser wichtigen Flächen und deren stärkere Berücksichtigung in Planungs- und Genehmigungsverfahren sind von vorrangiger Bedeutung, denn Böden mit Archivfunktion sind immer schutzbedürftig. Ziel muss es sein, jegliche Art der Überprägung zu vermeiden, denn eine Wiederherstellung der Archivfunktion ist nicht möglich.

Die Archivfunktion eines Bodens kann durch bodenverändernde Eingriffe wie zum Beispiel Abgrabungen oder durch Erosionsereignisse verloren gehen. Der Erhalt dieser wichtigen Flächen und deren stärkere Berücksichtigung in Planungs- und Genehmigungsverfahren sind von vorrangiger Bedeutung, denn Böden mit Archivfunktion sind immer schutzbedürftig. Ziel muss es sein, jegliche Art der Überprägung zu vermeiden, denn eine Wiederherstellung der Archivfunktion ist nicht möglich.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen