Moorschutz in Brandenburg - ein immer wiederkehrendes Thema

Farbbalken Boden

Bereits im 18. Jahrhundert wussten Wissenschaftler, dass Moorboden verloren geht, wenn das Wasser fehlt. „Dieser Sand ging zuletzt mit der leicht gewordenen schwarzen Erde zugleich in die Luft, und die Äcker blieben in dem Zustande, der solchen lockeren Boden eigen ist, wenn er seine Feuchtigkeit verlohren hat…“ stellte der in Brandenburg wirkende Botaniker Johann Gottlieb Gleditsch 1767 fest. Bis zum Moorschutz war es damals aber noch ein weiter Weg. Hugo Conwentz war im Deutschen Reich und der Mark Brandenburg einer der Ersten, der auf die Notwendigkeit des Moorschutzes hinwies und dies zum Hauptthema einer großen Konferenz 1915 machte (Milnik 2004). Auch das 1907 gegründete Moorschutzgebiet „Plagefenn“ geht mit auf ihn und einen weitsichtigen Forstmann, namens Kienitz, zurück. Der große Kenner brandenburgischer Luchgebiete und seiner Vogelwelt, Erich Hesse, beendete seinen gegen Moorzerstörung aufrüttelnden Aufsatz von 1914 mit den Worten „… von all der verschwundenen Herrlichkeit bleibt uns nur das eine bittre Wort: Es war einmal.“ Hesse beobachtete die Vogelwelt im Havel- und Rhinluch und wurde Zeuge großer Tätigkeiten zur Steigerung der Ertragsfähigkeit bewirtschafteter Flächen (Melioration), wodurch die letzten naturnahen Luchgebiete Brandenburgs verschwanden. Selbst das Kremmener Luch, welches das letzte naturnahe Luch in der Mark war und heute noch das größte naturnahe Moore Brandenburgs ist, hat sich erheblich verändert.

Das Land Brandenburg hatte noch Anfang des 20. Jahrhunderts über 270.000 Hektar Moorfläche. Aktuelle Erhebungen weisen noch 166.000 Hektar Moorfläche aus (Bauriegel 2014), wovon knapp 7.000 Hektar eine ausreichende Wasserversorgung für Moorwachstum aufweisen. Seit 2013 existiert eine überarbeitete Moorkarte für Brandenburg.

Organische Böden

1934 bis 1965 (in Hektar)

2013 (in Hektar)

Anmoore

17.000

42.000

Moorgleye

29.000

55.000

Moore < 7 Dezimeter

73.000

45.000

Moore 7 - 10 Dezimeter

43.000

27.000

Moore > 10 Dezimeter

110.000

94.000

Summe Moore

226.000

166.000

Schaut man im brandenburgischen Moorschutz auf die Jahre seit 1990 zurück, so hat es vor allem bei der Wiedervernässung von wertvollen Verlandungs- und Kesselmooren beachtenswerte Erfolge gegeben. Förderlich dafür ist die gute Zusammenarbeit mit der märkischen Forstwirtschaft. Erste Achtungserfolge gibt es auch bei der Wiederherstellung von Braunmoosmooren.

Durch effektivere Methoden wurde im 21. Jahrhundert auch die Wirksamkeit der Staumaßnahmen in Quellmooren verbessert. Hier liegt noch ein weiter Weg vor uns, da Brandenburg für den Quellmoorschutz ein Schwerpunktgebiet in Deutschland ist. Ob die wenigen begonnenen Revitalisierungsvorhaben in Durchströmungsmooren erfolgreich sein werden, kann aktuell noch nicht beurteilt werden. Besonders große Defizite sind in den Luchgebieten festzustellen. Hier gab es bislang keine aktiven Vernässungen, die oberflächig bis in den Sommer anhalten, um wenigstens einen kleinen Ausschnitt Luchlandschaft zu entwickeln. Auch der schleichende Verlust an Sauermooren in der Niederlausitz in Form von Durchströmungs-, Quell- und Stauwasser-Versumpfungsmooren ist bedrückend.

Bereits im 18. Jahrhundert wussten Wissenschaftler, dass Moorboden verloren geht, wenn das Wasser fehlt. „Dieser Sand ging zuletzt mit der leicht gewordenen schwarzen Erde zugleich in die Luft, und die Äcker blieben in dem Zustande, der solchen lockeren Boden eigen ist, wenn er seine Feuchtigkeit verlohren hat…“ stellte der in Brandenburg wirkende Botaniker Johann Gottlieb Gleditsch 1767 fest. Bis zum Moorschutz war es damals aber noch ein weiter Weg. Hugo Conwentz war im Deutschen Reich und der Mark Brandenburg einer der Ersten, der auf die Notwendigkeit des Moorschutzes hinwies und dies zum Hauptthema einer großen Konferenz 1915 machte (Milnik 2004). Auch das 1907 gegründete Moorschutzgebiet „Plagefenn“ geht mit auf ihn und einen weitsichtigen Forstmann, namens Kienitz, zurück. Der große Kenner brandenburgischer Luchgebiete und seiner Vogelwelt, Erich Hesse, beendete seinen gegen Moorzerstörung aufrüttelnden Aufsatz von 1914 mit den Worten „… von all der verschwundenen Herrlichkeit bleibt uns nur das eine bittre Wort: Es war einmal.“ Hesse beobachtete die Vogelwelt im Havel- und Rhinluch und wurde Zeuge großer Tätigkeiten zur Steigerung der Ertragsfähigkeit bewirtschafteter Flächen (Melioration), wodurch die letzten naturnahen Luchgebiete Brandenburgs verschwanden. Selbst das Kremmener Luch, welches das letzte naturnahe Luch in der Mark war und heute noch das größte naturnahe Moore Brandenburgs ist, hat sich erheblich verändert.

Das Land Brandenburg hatte noch Anfang des 20. Jahrhunderts über 270.000 Hektar Moorfläche. Aktuelle Erhebungen weisen noch 166.000 Hektar Moorfläche aus (Bauriegel 2014), wovon knapp 7.000 Hektar eine ausreichende Wasserversorgung für Moorwachstum aufweisen. Seit 2013 existiert eine überarbeitete Moorkarte für Brandenburg.

Organische Böden

1934 bis 1965 (in Hektar)

2013 (in Hektar)

Anmoore

17.000

42.000

Moorgleye

29.000

55.000

Moore < 7 Dezimeter

73.000

45.000

Moore 7 - 10 Dezimeter

43.000

27.000

Moore > 10 Dezimeter

110.000

94.000

Summe Moore

226.000

166.000

Schaut man im brandenburgischen Moorschutz auf die Jahre seit 1990 zurück, so hat es vor allem bei der Wiedervernässung von wertvollen Verlandungs- und Kesselmooren beachtenswerte Erfolge gegeben. Förderlich dafür ist die gute Zusammenarbeit mit der märkischen Forstwirtschaft. Erste Achtungserfolge gibt es auch bei der Wiederherstellung von Braunmoosmooren.

Durch effektivere Methoden wurde im 21. Jahrhundert auch die Wirksamkeit der Staumaßnahmen in Quellmooren verbessert. Hier liegt noch ein weiter Weg vor uns, da Brandenburg für den Quellmoorschutz ein Schwerpunktgebiet in Deutschland ist. Ob die wenigen begonnenen Revitalisierungsvorhaben in Durchströmungsmooren erfolgreich sein werden, kann aktuell noch nicht beurteilt werden. Besonders große Defizite sind in den Luchgebieten festzustellen. Hier gab es bislang keine aktiven Vernässungen, die oberflächig bis in den Sommer anhalten, um wenigstens einen kleinen Ausschnitt Luchlandschaft zu entwickeln. Auch der schleichende Verlust an Sauermooren in der Niederlausitz in Form von Durchströmungs-, Quell- und Stauwasser-Versumpfungsmooren ist bedrückend.