Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen am Beispiel wildlebender Verwandter der Kulturpflanzen

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Was sind wildlebende Verwandte von Kulturpflanzen?

Wildlebende Verwandte von Kulturpflanzen (WVK; engl.: CWR - Crop Wild Relatives) sind wild vorkommende, das heißt im Bezugsraum heimische, verwilderte oder eingebürgerte, sich am Standort reproduzierende Arten und Formen mit aktueller oder potentieller Nutzbarkeit.

Eine CWR-Datenanalyse durch das Forum „Pflanzengenetische Ressourcen“ (PGR-Forum 2006) zeigt, dass circa 79 Prozent aller Arten der europäischen und Mittelmeer-Region wildlebende verwandte oder anderweitig genutzte Arten sind. Das heißt, mehr als 3/4 der Pflanzenarten dieser Region werden aktuell oder potenziell durch den Menschen genutzt. In Deutschland gibt es circa 3.600 wild vorkommende Pflanzenarten. Über 1.000 Arten werden aktuell oder potenziell genutzt beziehungsweise für züchterische Zwecke verwendet.

In Deutschland ökonomisch bedeutende kultivierte Arten sind Weizen, Mais, Raps und Kartoffeln. Außer Raps haben diese Kulturpflanzen jedoch hier keine wildlebenden Verwandten. Einige Beispiele von heimischen verwandten Wildarten mit Bedeutung für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft in Deutschland sind:

  • Rüben, Kohl, Zwiebel, Karotte und Sellerie sowie Salat;
  • Gerste und Hafer,
  • verschiedene Futtergräser, Klee, Luzerne und Lupine;
  • einige Obstarten;
  • zahlreiche Arznei- und Gewürzpflanzen wie Kamille, Lein oder Minze sowie
  • Forstpflanzen wie Kiefer, Fichte, Eiche, Buche.

Wildlebende Verwandte von Kulturpflanzen (WVK) sind wild vorkommende, das heißt im Bezugsraum heimische, verwilderte oder eingebürgerte, sich am Standort reproduzierende Arten und Formen, die verwandte Taxa von Kulturpflanzen darstellen und spontan beziehungsweise bei Anwendung klassischer Züchtungsmethoden mit diesen genetische Informationen austauschen können. Dazu zählen auch Pflanzenarten, die sowohl kultiviert werden, als auch in Form der Wildpflanze genutzt werden. Der Wert der WVK ergibt sich daraus, dass sie über Eigenschaften verfügen, welche für die Erhaltung oder eine nachhaltige Entwicklung der Kulturpflanzen benötigt werden oder benötigt werden könnten.

Bedeutung

Die genetische Vielfalt von WVK ist eine wesentliche Grundlage für die Pflanzenzüchtung und damit von großem wirtschaftlichem Wert. Ihre Erhaltung und nachhaltige Nutzung sind unter anderem entscheidend für die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion sowie die Ernährungssicherung. So besteht ein großer, ständiger Bedarf an genetischem Material für die Züchtung, um zum Beispiel Resistenzen beziehungsweise Toleranzen gegenüber Krankheiten und Schädlingen zu begegnen.

Gefährdung

Die natürlichen Vorkommen der WVK sind durch Zerstörung und Verlust der Habitate beziehungsweise deren Fragmentierung zunehmend gefährdet. Der weltweite Rückgang der genetischen Vielfalt trifft insbesondere auch für die WVK-Arten zu. Einerseits besteht von Seiten der Landwirtschaft keine Verantwortlichkeit zu deren Erhaltung und andererseits fokussiert der Naturschutz eher auf Habitate oder seltene gefährdete Pflanzen. Daher ist es notwendig, die Bedeutung und Gefährdungen der Biodiversität aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie sie für die Nutzung durch zukünftige Generationen bewahrt werden können.

Erhaltungsmöglichkeiten

Für die WVK ist die In-situ-Erhaltung die wichtigste Erhaltungsmaßnahme. Die Ex-situ-Erhaltung von Arten und Sorten leistet einen unerlässlichen Beitrag zur Sicherung von pflanzengenetischen Ressourcen, ist jedoch nicht in der Lage, das dazugehörige ökologische und soziokulturelle Umfeld der Pflanzen und ihre damit verbundene Entwicklungsfähigkeit zu sichern. Voraussetzung für Maßnahmen zur Erhaltung ist die Erfassung und Beschreibung der Vorkommen der WVK im Bezugsraum (siehe: Vorkommen wildlebender Verwandter von Kulturpflanzen in Brandenburg).

Wildlebende Verwandte von Kulturpflanzen in Brandenburg

Nicht alle in Deutschland vorkommenden WVK sind auch in Brandenburg vertreten, so fehlen hier beispielsweise die Verwandten von Rübe und Kohl, Melisse, Bohnenkraut, Tollkirsche, Wein, Buchweizen oder Lärche und Douglasie als etablierte Wildpflanzen. Dennoch sind diese zum Teil in den Datenquellen erfasst worden, zum Beispiel als verwilderte Vorkommen oder im forstlichen Bestand. Insgesamt umfasst die Liste der WVK in Brandenburg etwa 130 Gattungen.

Bedeutende wildlebende Verwandte von Kulturpflanzen in Brandenburg

Das Ziel, den Bestand von WVK durch eine In-situ-Erhaltung nachhaltig zu sichern, kann bei den begrenzt verfügbaren Ressourcen nicht für alle vorkommenden Taxa gleichermaßen verfolgt werden. Eine Priorisierung ist daher erforderlich, um besonders bedeutende Taxa zu identifizieren. Kriterium für eine Charakterisierung als bedeutende WVK-Art ist vor allem der ökonomische Wert der zugehörigen Kulturpflanze, der sich insbesondere aus der aktuellen Nutzung ergibt. Unter Umständen ist für einige Taxa auch eine zu erwartende zunehmende Bedeutung unter dem Einfluss sich verändernder Umweltbedingungen (Klimawandel, Endlichkeit der fossilen Energieressourcen) zu berücksichtigen.

Vorkommen wildlebender Verwandter von Kulturpflanzen in Brandenburg

Im Rahmen eines Modellprojektes zur In-situ-Erhaltung den Kulturpflanzen verwandter Wildarten wurde ein Informationssystem zur Dokumentation der WVK-Vorkommen in Brandenburg entwickelt, das alle wesentlichen Daten zu WVK-Beobachtungen und deren Beschreibung enthält.

Was sind wildlebende Verwandte von Kulturpflanzen?

Wildlebende Verwandte von Kulturpflanzen (WVK; engl.: CWR - Crop Wild Relatives) sind wild vorkommende, das heißt im Bezugsraum heimische, verwilderte oder eingebürgerte, sich am Standort reproduzierende Arten und Formen mit aktueller oder potentieller Nutzbarkeit.

Eine CWR-Datenanalyse durch das Forum „Pflanzengenetische Ressourcen“ (PGR-Forum 2006) zeigt, dass circa 79 Prozent aller Arten der europäischen und Mittelmeer-Region wildlebende verwandte oder anderweitig genutzte Arten sind. Das heißt, mehr als 3/4 der Pflanzenarten dieser Region werden aktuell oder potenziell durch den Menschen genutzt. In Deutschland gibt es circa 3.600 wild vorkommende Pflanzenarten. Über 1.000 Arten werden aktuell oder potenziell genutzt beziehungsweise für züchterische Zwecke verwendet.

In Deutschland ökonomisch bedeutende kultivierte Arten sind Weizen, Mais, Raps und Kartoffeln. Außer Raps haben diese Kulturpflanzen jedoch hier keine wildlebenden Verwandten. Einige Beispiele von heimischen verwandten Wildarten mit Bedeutung für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft in Deutschland sind:

  • Rüben, Kohl, Zwiebel, Karotte und Sellerie sowie Salat;
  • Gerste und Hafer,
  • verschiedene Futtergräser, Klee, Luzerne und Lupine;
  • einige Obstarten;
  • zahlreiche Arznei- und Gewürzpflanzen wie Kamille, Lein oder Minze sowie
  • Forstpflanzen wie Kiefer, Fichte, Eiche, Buche.

Wildlebende Verwandte von Kulturpflanzen (WVK) sind wild vorkommende, das heißt im Bezugsraum heimische, verwilderte oder eingebürgerte, sich am Standort reproduzierende Arten und Formen, die verwandte Taxa von Kulturpflanzen darstellen und spontan beziehungsweise bei Anwendung klassischer Züchtungsmethoden mit diesen genetische Informationen austauschen können. Dazu zählen auch Pflanzenarten, die sowohl kultiviert werden, als auch in Form der Wildpflanze genutzt werden. Der Wert der WVK ergibt sich daraus, dass sie über Eigenschaften verfügen, welche für die Erhaltung oder eine nachhaltige Entwicklung der Kulturpflanzen benötigt werden oder benötigt werden könnten.

Bedeutung

Die genetische Vielfalt von WVK ist eine wesentliche Grundlage für die Pflanzenzüchtung und damit von großem wirtschaftlichem Wert. Ihre Erhaltung und nachhaltige Nutzung sind unter anderem entscheidend für die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion sowie die Ernährungssicherung. So besteht ein großer, ständiger Bedarf an genetischem Material für die Züchtung, um zum Beispiel Resistenzen beziehungsweise Toleranzen gegenüber Krankheiten und Schädlingen zu begegnen.

Gefährdung

Die natürlichen Vorkommen der WVK sind durch Zerstörung und Verlust der Habitate beziehungsweise deren Fragmentierung zunehmend gefährdet. Der weltweite Rückgang der genetischen Vielfalt trifft insbesondere auch für die WVK-Arten zu. Einerseits besteht von Seiten der Landwirtschaft keine Verantwortlichkeit zu deren Erhaltung und andererseits fokussiert der Naturschutz eher auf Habitate oder seltene gefährdete Pflanzen. Daher ist es notwendig, die Bedeutung und Gefährdungen der Biodiversität aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie sie für die Nutzung durch zukünftige Generationen bewahrt werden können.

Erhaltungsmöglichkeiten

Für die WVK ist die In-situ-Erhaltung die wichtigste Erhaltungsmaßnahme. Die Ex-situ-Erhaltung von Arten und Sorten leistet einen unerlässlichen Beitrag zur Sicherung von pflanzengenetischen Ressourcen, ist jedoch nicht in der Lage, das dazugehörige ökologische und soziokulturelle Umfeld der Pflanzen und ihre damit verbundene Entwicklungsfähigkeit zu sichern. Voraussetzung für Maßnahmen zur Erhaltung ist die Erfassung und Beschreibung der Vorkommen der WVK im Bezugsraum (siehe: Vorkommen wildlebender Verwandter von Kulturpflanzen in Brandenburg).

Wildlebende Verwandte von Kulturpflanzen in Brandenburg

Nicht alle in Deutschland vorkommenden WVK sind auch in Brandenburg vertreten, so fehlen hier beispielsweise die Verwandten von Rübe und Kohl, Melisse, Bohnenkraut, Tollkirsche, Wein, Buchweizen oder Lärche und Douglasie als etablierte Wildpflanzen. Dennoch sind diese zum Teil in den Datenquellen erfasst worden, zum Beispiel als verwilderte Vorkommen oder im forstlichen Bestand. Insgesamt umfasst die Liste der WVK in Brandenburg etwa 130 Gattungen.

Bedeutende wildlebende Verwandte von Kulturpflanzen in Brandenburg

Das Ziel, den Bestand von WVK durch eine In-situ-Erhaltung nachhaltig zu sichern, kann bei den begrenzt verfügbaren Ressourcen nicht für alle vorkommenden Taxa gleichermaßen verfolgt werden. Eine Priorisierung ist daher erforderlich, um besonders bedeutende Taxa zu identifizieren. Kriterium für eine Charakterisierung als bedeutende WVK-Art ist vor allem der ökonomische Wert der zugehörigen Kulturpflanze, der sich insbesondere aus der aktuellen Nutzung ergibt. Unter Umständen ist für einige Taxa auch eine zu erwartende zunehmende Bedeutung unter dem Einfluss sich verändernder Umweltbedingungen (Klimawandel, Endlichkeit der fossilen Energieressourcen) zu berücksichtigen.

Vorkommen wildlebender Verwandter von Kulturpflanzen in Brandenburg

Im Rahmen eines Modellprojektes zur In-situ-Erhaltung den Kulturpflanzen verwandter Wildarten wurde ein Informationssystem zur Dokumentation der WVK-Vorkommen in Brandenburg entwickelt, das alle wesentlichen Daten zu WVK-Beobachtungen und deren Beschreibung enthält.

Weiterführende Informationen

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