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Schutzwürdige Auenböden

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Das Bild zeigt eine Nahaufnahme eines Bodenprofils eines Auengleys mit seinen verschiedenen Bodenhorizonten, die verschiedene Bereiche farblich voneinander abgrenzen.
Profil eines pseudovergleyten Auengleys aus fluviolimnogenem Sand (Auensand) über fluviolimnogenem Lehm (Auenlehm) © Dr. Albrecht Bauriegel/Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg

Auen sind weite Uferlandschaften an Flüssen und gelten als Zentren der Artenvielfalt. Die verschiedenen Bodensubstrate in grundwasserbeeinflussten Auenböden bieten eine hohe Standort- und Lebensraumvielfalt für Pflanzen, Tiere und Bodenorganismen.

Auenböden übernehmen wichtige Funktionen im Landschaftshaushalt. Sie sind bedeutsame Wasserspeicher und fungieren als Sediment- und Nährstoffsenke in der Landschaft. Außerdem enthalten sie mehr organischen Kohlenstoff als Land- oder Mineralböden. Aus diesen Gründen sind alle naturnahen Auenböden im Land Brandenburg schutzwürdig.

Die für Auenböden typischen Bodensubstrate wie zum Beispiel Auentone und Auensande variieren nicht nur innerhalb einer Auenlandschaft, sondern auch zwischen den verschiedenen Flusssystemen. Die unterschiedlich ausgeprägten Phasen von Überschwemmungen und Niedrigwasser geben dem Boden verschiedene Farb- und Substratausprägungen. Das wird in dem nebenstehenden Foto von einem Profil eines typischen Auenbodens besonders deutlich sichtbar.

Das Bild zeigt eine Nahaufnahme eines Bodenprofils eines Auengleys mit seinen verschiedenen Bodenhorizonten, die verschiedene Bereiche farblich voneinander abgrenzen.
Profil eines pseudovergleyten Auengleys aus fluviolimnogenem Sand (Auensand) über fluviolimnogenem Lehm (Auenlehm) © Dr. Albrecht Bauriegel/Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg

Auen sind weite Uferlandschaften an Flüssen und gelten als Zentren der Artenvielfalt. Die verschiedenen Bodensubstrate in grundwasserbeeinflussten Auenböden bieten eine hohe Standort- und Lebensraumvielfalt für Pflanzen, Tiere und Bodenorganismen.

Auenböden übernehmen wichtige Funktionen im Landschaftshaushalt. Sie sind bedeutsame Wasserspeicher und fungieren als Sediment- und Nährstoffsenke in der Landschaft. Außerdem enthalten sie mehr organischen Kohlenstoff als Land- oder Mineralböden. Aus diesen Gründen sind alle naturnahen Auenböden im Land Brandenburg schutzwürdig.

Die für Auenböden typischen Bodensubstrate wie zum Beispiel Auentone und Auensande variieren nicht nur innerhalb einer Auenlandschaft, sondern auch zwischen den verschiedenen Flusssystemen. Die unterschiedlich ausgeprägten Phasen von Überschwemmungen und Niedrigwasser geben dem Boden verschiedene Farb- und Substratausprägungen. Das wird in dem nebenstehenden Foto von einem Profil eines typischen Auenbodens besonders deutlich sichtbar.

  • Auenböden in Brandenburg

    Verbreitung von Auenböden im Land Brandenburg © W15/Landesamt für Umwelt

    In Brandenburg befinden sich Auenböden vor allem in den Bereichen der großen Flüsse wie Elbe, Oder und Spree sowie in den Havelniederungen. Aber auch in den Auenbereichen kleinerer Flüsse wie zum Beispiel der Stepenitz und der Karthane im Landkreis Prignitz sind sie zu finden.

    Mit 289.169 Hektar Gesamtfläche entsprechen die Auenböden rund 10 Prozent der Gesamtfläche des Landes Brandenburg. Der prozentuale Anteil der Flächen, für die circa alle 10 bis 20 Jahre ein Hochwasserereignis zu erwarten ist, liegt bei etwa 24 Prozent und entspricht in etwa 69.401 Hektar. Ungefähr 43 Prozent der Brandenburger Auenböden – 124.342 Hektar – zählen zu den so genannten entfernten Auenböden, bei denen höchstens alle 200 Jahre von einer Überschwemmung durch ein extremes Hochwasserereignis auszugehen ist. Die restlichen 95.426 Hektar Auenböden werden nicht mehr überschwemmt. Sie werden aber auch als Auenboden bezeichnet, da sie die Zeichen der Überschwemmung – die farblich unterschiedlichen Schichten – ebenfalls vorweisen.

    Verbreitung von Auenböden im Land Brandenburg © W15/Landesamt für Umwelt

    In Brandenburg befinden sich Auenböden vor allem in den Bereichen der großen Flüsse wie Elbe, Oder und Spree sowie in den Havelniederungen. Aber auch in den Auenbereichen kleinerer Flüsse wie zum Beispiel der Stepenitz und der Karthane im Landkreis Prignitz sind sie zu finden.

    Mit 289.169 Hektar Gesamtfläche entsprechen die Auenböden rund 10 Prozent der Gesamtfläche des Landes Brandenburg. Der prozentuale Anteil der Flächen, für die circa alle 10 bis 20 Jahre ein Hochwasserereignis zu erwarten ist, liegt bei etwa 24 Prozent und entspricht in etwa 69.401 Hektar. Ungefähr 43 Prozent der Brandenburger Auenböden – 124.342 Hektar – zählen zu den so genannten entfernten Auenböden, bei denen höchstens alle 200 Jahre von einer Überschwemmung durch ein extremes Hochwasserereignis auszugehen ist. Die restlichen 95.426 Hektar Auenböden werden nicht mehr überschwemmt. Sie werden aber auch als Auenboden bezeichnet, da sie die Zeichen der Überschwemmung – die farblich unterschiedlichen Schichten – ebenfalls vorweisen.

  • Projekt zur Klassifizierung schutzwürdiger Auenböden in Brandenburg

    In einem brandenburgweiten Projekt zur Ausweisung schutzwürdiger Auenböden, herausgegeben vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz, wurden in einem ersten Schritt folgende Aspekte berücksichtigt:

    • die Ausweisung des potenziellen Verbreitungsgebietes von Auenböden auf Basis hydrologischer Daten,
    • die bodenkundliche Kennzeichnung,
    • die Ermittlung der potenziellen Infiltrationsleistung von Auenböden,
    • der Validierung der Kennwerte durch Bodenaufnahmen in Verbindung mit Infiltrationsmessungen,
    • der Berechnung und Bewertung der potenziellen Kohlenstoff-Speicher sowie
    • der Bewertung der standorttypischen Ausprägung der Aue.

    In einem zweiten Schritt wurde anhand der folgenden Kriterien die Schutzwürdigkeit der Auenböden klassifiziert:

    • die Ausweisung festgesetzter Überschwemmungsgebiete
    • die Beachtung des Entsiegelungs-/Rückbaupotentials
    • der Schutz der ursprünglichen Bodenstruktur
    • eine Eingriffsminimierung in Flusssysteme
    • der bodenartabhängige Bezug des Bodens zum Hochwasserschutz
    • die Herstellung von Wasserspeichern und
    • die Erhöhung der Wasserspeicherfähigkeit.

    Der überwiegende Teil der Auenböden wurde über die Daten der Bodenschätzung - von Grünland und Ackerbau - und der Moorbodenkarte Brandenburg beschrieben, was ihre intensive landwirtschaftliche Nutzung widerspiegelt.

    Mit Hilfe der Ergebnisse wurden Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen sowie Schutzmöglichkeiten abgeleitet. Diese Ergebnisse sollen dann in die landesweite Fachplanung des Naturschutzes einfließen.

    In einem brandenburgweiten Projekt zur Ausweisung schutzwürdiger Auenböden, herausgegeben vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz, wurden in einem ersten Schritt folgende Aspekte berücksichtigt:

    • die Ausweisung des potenziellen Verbreitungsgebietes von Auenböden auf Basis hydrologischer Daten,
    • die bodenkundliche Kennzeichnung,
    • die Ermittlung der potenziellen Infiltrationsleistung von Auenböden,
    • der Validierung der Kennwerte durch Bodenaufnahmen in Verbindung mit Infiltrationsmessungen,
    • der Berechnung und Bewertung der potenziellen Kohlenstoff-Speicher sowie
    • der Bewertung der standorttypischen Ausprägung der Aue.

    In einem zweiten Schritt wurde anhand der folgenden Kriterien die Schutzwürdigkeit der Auenböden klassifiziert:

    • die Ausweisung festgesetzter Überschwemmungsgebiete
    • die Beachtung des Entsiegelungs-/Rückbaupotentials
    • der Schutz der ursprünglichen Bodenstruktur
    • eine Eingriffsminimierung in Flusssysteme
    • der bodenartabhängige Bezug des Bodens zum Hochwasserschutz
    • die Herstellung von Wasserspeichern und
    • die Erhöhung der Wasserspeicherfähigkeit.

    Der überwiegende Teil der Auenböden wurde über die Daten der Bodenschätzung - von Grünland und Ackerbau - und der Moorbodenkarte Brandenburg beschrieben, was ihre intensive landwirtschaftliche Nutzung widerspiegelt.

    Mit Hilfe der Ergebnisse wurden Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen sowie Schutzmöglichkeiten abgeleitet. Diese Ergebnisse sollen dann in die landesweite Fachplanung des Naturschutzes einfließen.

    Detailkarte der GIS-Kartenanwendung zu den schutzwürdigen Auenböden in Brandenburg © W15/Landesamt für Umwelt

    Die nebenstehende Grafik stellt die Ergebnisse der Klassifizierung dar. Zur Besserung Übersichtlichkeit handelt es sich hierbei um einen Ausschnitt der Havelauen aus der GIS-Karte zu den Auenböden in Brandenburg. Die Farbe „blau“ stellt dabei die Klasse „sehr hoch“, die Farbe „grün“ die Klasse „hoch“ und die gelbe Farbgebung kennzeichnet die Klasse der mittleren Schutzwürdigkeit.

    Außerdem konnte im Projekt die Erkenntnis gewonnen werden, dass zwei Drittel der Brandenburger Auenböden, bezogen auf eine Profiltiefe von einem Meter, gemittelt extrem hohe bis sehr hohe Wasseraufnahmefähigkeiten aufweisen. Diese Böden liegen überwiegend in den vermoorten Auen von Spreewald, Havel, Schwarzer Elster und kleineren Fließgewässern. Große Bereiche der Altauen von Oder und Elbe werden durch Böden mit mittlerer bis geringer Wasseraufnahmefähigkeit geprägt.

    Detailkarte der GIS-Kartenanwendung zu den schutzwürdigen Auenböden in Brandenburg © W15/Landesamt für Umwelt

    Die nebenstehende Grafik stellt die Ergebnisse der Klassifizierung dar. Zur Besserung Übersichtlichkeit handelt es sich hierbei um einen Ausschnitt der Havelauen aus der GIS-Karte zu den Auenböden in Brandenburg. Die Farbe „blau“ stellt dabei die Klasse „sehr hoch“, die Farbe „grün“ die Klasse „hoch“ und die gelbe Farbgebung kennzeichnet die Klasse der mittleren Schutzwürdigkeit.

    Außerdem konnte im Projekt die Erkenntnis gewonnen werden, dass zwei Drittel der Brandenburger Auenböden, bezogen auf eine Profiltiefe von einem Meter, gemittelt extrem hohe bis sehr hohe Wasseraufnahmefähigkeiten aufweisen. Diese Böden liegen überwiegend in den vermoorten Auen von Spreewald, Havel, Schwarzer Elster und kleineren Fließgewässern. Große Bereiche der Altauen von Oder und Elbe werden durch Böden mit mittlerer bis geringer Wasseraufnahmefähigkeit geprägt.

  • Schutz von Auenböden

    Im Projekt wurden außerdem Kompensations- und Entwicklungsmaßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung von Bodenfunktionen in der Aue abgeleitet. Diese sind:

    • die Entnahme von Drainagen und das Schließen von Entwässerungsgräben,
    • die Deichrückverlegung zur Vergrößerung der Infiltrationsfläche,
    • die Anpassung der Bewirtschaftung beziehungsweise Nutzungsumnutzung,
    • die Reduzierung anthropogener Grundwasserabsenkungen oder
    • die moorschonende Stauhaltung.

    Auch durch naturschutzrechtliche Eingriffsregelungen, Landschafts- und Bauleitplanung, gebietsbezogenen Naturschutz sowie durch Biotopschutz und die Einrichtung von Fauna-Flora-Lebensraumtypen können Schutzmaßnahmen für die Auenböden abgeleitet werden.

    Im Projekt wurden außerdem Kompensations- und Entwicklungsmaßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung von Bodenfunktionen in der Aue abgeleitet. Diese sind:

    • die Entnahme von Drainagen und das Schließen von Entwässerungsgräben,
    • die Deichrückverlegung zur Vergrößerung der Infiltrationsfläche,
    • die Anpassung der Bewirtschaftung beziehungsweise Nutzungsumnutzung,
    • die Reduzierung anthropogener Grundwasserabsenkungen oder
    • die moorschonende Stauhaltung.

    Auch durch naturschutzrechtliche Eingriffsregelungen, Landschafts- und Bauleitplanung, gebietsbezogenen Naturschutz sowie durch Biotopschutz und die Einrichtung von Fauna-Flora-Lebensraumtypen können Schutzmaßnahmen für die Auenböden abgeleitet werden.

Weiterführende Informationen

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