Gemeldete Nutztierschäden und Rissstatistik im Land Brandenburg

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In den ersten beiden Quartalen des Jahres 2022 wurden insgesamt 174 Schadensereignisse, bei denen der Wolf als Verursacher vermutet wurde, gemeldet. In 136 Fällen wurde ein Wolf als Verursacher nachgewiesen oder zumindest nicht ausgeschlossen. In 30 Prozent der Fälle wurden Wölfe sicher oder wahrscheinlich als Verursacher festgestellt. In 48 Prozent der Fälle konnte ein Wolf als Verursacher zumindest nicht ausgeschlossen werden. Bei 19 Prozent der Fälle wurde eine andere Todes- oder Verletzungsursache (zum Beispiel Totgeburt, Krankheit, Hund) festgestellt, und bei 3 Prozent der Fälle konnte aufgrund fehlender Indizien (zum Beispiel fehlendes Opfer, einzelner Knochenfund) keine Bewertung des Vorfalls erfolgen. Insgesamt wurden 471 Nutztiere durch Wölfe getötet, verletzt oder sind verschollen. Die anhaltenden Nutztierschäden erklären sich zum einen durch die steigende Anzahl der Rudel in Brandenburg. Zum anderen ereignen sich mehr Vorfälle in Gebieten, in denen der Wolf bisher nur sporadisch oder als Durchzügler aufgetreten ist.

In 82 Fällen, bei denen ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen wurde, waren Schaf- und Ziegenhalter von den Übergriffen betroffen. Dabei wurden 395 Tiere angegriffen. Weiterhin weißt die Schadensstatistik 68 Rinder (zumeist neugeborene Kälber) und 4 Stück Damwild auf.

In 105 Fällen der 136 Fälle (77 Prozent) waren die Tiere nicht durch wolfsabweisende Herdenschutzmaßnahmen geschützt. In 30 Fällen (22 Prozent) wurden Tiere geschädigt, die mit einem relativ geringen Schutzniveau (sogenannter Mindeststandard als Voraussetzung für Schadensausgleichsregelungen) geschützt waren und nur in 10 Fällen (7 Prozent) waren die gerissenen Nutztiere entsprechend der vom Landesamt empfohlenen sehr guten Herdenschutzmaßnahmen geschützt. In einem weiteren Fall ließ sich der Herdenschutz nicht einschätzen (1 Prozent).

Deshalb: Ein sehr guter Herdenschutz ist der Schlüssel, um die Fallzahlen zu reduzieren

Das zeigt sich zum Beispiel deutlich bei den betroffenen Rinderkälbern: Bis auf einen Fall sind alle Rinderkälber, bei denen als Todesursache der Wolf nachgewiesen oder nicht ausgeschlossen werden konnte, nicht wolfsabweisend geschützt gewesen.

Es zeigt sich also erneut, dass Wölfe, die „Erfolg“ beim Überwinden eines nicht ausreichenden Herdenschutzes hatten, dieses angelernte Verhalten auf unterschiedlichen Flächen und in unterschiedlichen Nutztierherden anwenden. Die frühzeitige Umsetzung empfohlener Schutzmaßnahmen können diesen Lerneffekt unterbinden. Ein guter Herdenschutz ist deshalb unerlässlich und wird vom Land Brandenburg gefördert, ebenso wie die Betriebsausgaben für den Unterhalt von Zäunen und Herdenschutzhunden. Deshalb hält das Landesamt für Umwelt auch an der hohen Beratungsintensität fest. So wurden im Jahr 2021 rund 350 einzelbetriebliche Vor-Ort-Beratungen zum Herdenschutz und zur Präventionsförderung in Brandenburg bei Nutztierhaltern durchgeführt. Vor allem dort, wo der Wolf sich neu angesiedelt hat und noch Erfahrungen beim Herdenschutz fehlen.

Übersicht gerissener oder verletzter Nutztiere, bei denen Wolf als Verursacher nachgewiesen oder nicht ausgeschlossen werden kann

In den ersten beiden Quartalen des Jahres 2022 wurden insgesamt 174 Schadensereignisse, bei denen der Wolf als Verursacher vermutet wurde, gemeldet. In 136 Fällen wurde ein Wolf als Verursacher nachgewiesen oder zumindest nicht ausgeschlossen. In 30 Prozent der Fälle wurden Wölfe sicher oder wahrscheinlich als Verursacher festgestellt. In 48 Prozent der Fälle konnte ein Wolf als Verursacher zumindest nicht ausgeschlossen werden. Bei 19 Prozent der Fälle wurde eine andere Todes- oder Verletzungsursache (zum Beispiel Totgeburt, Krankheit, Hund) festgestellt, und bei 3 Prozent der Fälle konnte aufgrund fehlender Indizien (zum Beispiel fehlendes Opfer, einzelner Knochenfund) keine Bewertung des Vorfalls erfolgen. Insgesamt wurden 471 Nutztiere durch Wölfe getötet, verletzt oder sind verschollen. Die anhaltenden Nutztierschäden erklären sich zum einen durch die steigende Anzahl der Rudel in Brandenburg. Zum anderen ereignen sich mehr Vorfälle in Gebieten, in denen der Wolf bisher nur sporadisch oder als Durchzügler aufgetreten ist.

In 82 Fällen, bei denen ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen wurde, waren Schaf- und Ziegenhalter von den Übergriffen betroffen. Dabei wurden 395 Tiere angegriffen. Weiterhin weißt die Schadensstatistik 68 Rinder (zumeist neugeborene Kälber) und 4 Stück Damwild auf.

In 105 Fällen der 136 Fälle (77 Prozent) waren die Tiere nicht durch wolfsabweisende Herdenschutzmaßnahmen geschützt. In 30 Fällen (22 Prozent) wurden Tiere geschädigt, die mit einem relativ geringen Schutzniveau (sogenannter Mindeststandard als Voraussetzung für Schadensausgleichsregelungen) geschützt waren und nur in 10 Fällen (7 Prozent) waren die gerissenen Nutztiere entsprechend der vom Landesamt empfohlenen sehr guten Herdenschutzmaßnahmen geschützt. In einem weiteren Fall ließ sich der Herdenschutz nicht einschätzen (1 Prozent).

Deshalb: Ein sehr guter Herdenschutz ist der Schlüssel, um die Fallzahlen zu reduzieren

Das zeigt sich zum Beispiel deutlich bei den betroffenen Rinderkälbern: Bis auf einen Fall sind alle Rinderkälber, bei denen als Todesursache der Wolf nachgewiesen oder nicht ausgeschlossen werden konnte, nicht wolfsabweisend geschützt gewesen.

Es zeigt sich also erneut, dass Wölfe, die „Erfolg“ beim Überwinden eines nicht ausreichenden Herdenschutzes hatten, dieses angelernte Verhalten auf unterschiedlichen Flächen und in unterschiedlichen Nutztierherden anwenden. Die frühzeitige Umsetzung empfohlener Schutzmaßnahmen können diesen Lerneffekt unterbinden. Ein guter Herdenschutz ist deshalb unerlässlich und wird vom Land Brandenburg gefördert, ebenso wie die Betriebsausgaben für den Unterhalt von Zäunen und Herdenschutzhunden. Deshalb hält das Landesamt für Umwelt auch an der hohen Beratungsintensität fest. So wurden im Jahr 2021 rund 350 einzelbetriebliche Vor-Ort-Beratungen zum Herdenschutz und zur Präventionsförderung in Brandenburg bei Nutztierhaltern durchgeführt. Vor allem dort, wo der Wolf sich neu angesiedelt hat und noch Erfahrungen beim Herdenschutz fehlen.

Übersicht gerissener oder verletzter Nutztiere, bei denen Wolf als Verursacher nachgewiesen oder nicht ausgeschlossen werden kann

Beihilfe des Landesamtes für Umwelt zur Entschädigung von gerissenen Nutztieren

Die in den einzelnen Jahren an die betroffenen Tierhalterinnen und Tierhalter als Beihilfe des Landes Brandenburg ausgezahlten Summen sind der nachfolgenden Grafik zu entnehmen.
Bis September 2021 wurden 651.863,23 Euro an geschädigte Tierhalterinnen und Tierhalter ausgezahlt.

Beihilfe des Landesamtes für Umwelt zur Entschädigung von gerissenen Nutztieren

Die in den einzelnen Jahren an die betroffenen Tierhalterinnen und Tierhalter als Beihilfe des Landes Brandenburg ausgezahlten Summen sind der nachfolgenden Grafik zu entnehmen.
Bis September 2021 wurden 651.863,23 Euro an geschädigte Tierhalterinnen und Tierhalter ausgezahlt.

Übersichtskarten zum Rissgeschehen

Die Karten und Tabellen zeigen das Rissgeschehen der letzten Jahre, bei denen Wolf als Verursacher nachgewiesen, Wolf wahrscheinlich oder nicht ausgeschlossen werden kann. Weiterhin werden die Nachweise, wo kein Wolf nachgewiesen oder die Bewertung nicht möglich war angezeigt. Es erfolgt eine Unterteilung nach Nutztierarten.

Übersichtskarten zum Rissgeschehen

Die Karten und Tabellen zeigen das Rissgeschehen der letzten Jahre, bei denen Wolf als Verursacher nachgewiesen, Wolf wahrscheinlich oder nicht ausgeschlossen werden kann. Weiterhin werden die Nachweise, wo kein Wolf nachgewiesen oder die Bewertung nicht möglich war angezeigt. Es erfolgt eine Unterteilung nach Nutztierarten.

Weiterführende Informationen

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